International

Laut dem Seismologen Gianluca Valensise muss in den nächsten Wochen mit weiteren Beben gerechnet werden. Wie stark diese sein werden, kann nicht vorausgesagt werden.  Bild: EPA/ANSA

Italiens Furcht vor dem Dominoeffekt

Das neuste Beben in Mittelitalien gilt als das stärkste seit 1980. Bereits im August zerstörte ein Erdbeben in derselben Region ganze Städte und kostete 298 Menschen das Leben. Nun warnt ein Seismologe vor einem Domino-Effekt. 

30.10.16, 22:05 31.10.16, 06:29

Das mittlere Italien ist eine derjenigen Regionen in Europa, die besonders häufig von schweren Erdstössen heimgesucht werden. Immer wieder trifft es die bergige Gegend in den Abruzzen östlich von Rom.

Grund für die Beben sind riesige Spannungen, die sich im Untergrund aufbauen. Denn der Adriatische Sporn – ein Anhängsel der afrikanischen Erdplatte – reibt sich hier an der eurasischen Platte. Auch deshalb haben sich Italiens Mittelgebirge aufgefaltet.

Der Adriatische Sporn – ein Anhängsel der afrikanischen Erdplatte – reibt sich hier an der eurasischen Platte.

Laut dem italienischen Seismologen Gianluca Valensise besteht ein «geodynamischer Link» zwischen dem verheerenden Erdbeben im August und dem darauf folgendem vergangenen Mittwoch. «Ein Erdbeben der Stärke 6 erzeugt grosse Spannungen und kann dazu führen, dass Teile der Erdplatten zerreissen» sagt Valensise in einem Interview mit Reuters. Dieser Prozess des «Zerreissens» kann sich wie ein Domino-Effekt auf unbestimmte Zeit fortsetzten und immer weitere Beben auslösen. 

Erdbeben-Serien der Vergangenheit

Bereits 1783 wurde Italien Zeuge einer ähnlichen Situation: Innerhalb von zwei Monaten bebte die Erde an der Südspitze des Landes mehrere Male hintereinander. Die Erdbeben hatten alle eine Stärke von 6,5 auf der Richterskala. 

Die erste Serie der Erdbeben in Messina ereignete sich vom 2. bis 9. Februar 1783.  quelle:wikipedia

Auch 1997 bebte die Erde in Assisi dreimal in Folge mit der Stärke von 6,4. Damals kamen 11 Personen ums Leben und viele wichtige Kulturgüter – unter anderem der Dom von Assisi – wurden zerstört. 

Weitere Nachbeben während mehrerer Wochen

Laut dem Seismologen Valensise müsse in Mittelitalien für «mindestens ein paar Wochen» mit weiteren Nachbeben gerechnet werden. Wie stark diese sein werden, lässt sich aber schwer voraussagen. (hot/sda)

Italien kommt nicht zur Ruhe

Das könnte dich auch interessieren:

Dem Nachtzuschlag gehts an den Kragen – und Uber ist daran nicht ganz unschuldig

Für 27 Franken nach Berlin? So teuer müsste dein Flug eigentlich sein

Diese Feministin will die SVP aus Debatten (und Taxis) verbannen

Erwachsensein – wie du es dir vorgestellt hast, und wie es wirklich ist

Poisson prallte gegen einen Baum: «Als wir am Unfallort ankamen, war er bereits tot»

Wie lit bist du, du sozialtoter Bruh? Wir suchen die Jugendwörter vergangener Jahre

Erfolg für Facebook-Schreck Max Schrems: Datenschutz-Aktivist kann Facebook verklagen

5 Grafiken, die man im No-Billag-Nahkampf kennen muss

Diese 6 Grafiken zeigen, in welchem Kanton du für die Autoprüfung am meisten zahlst

Nico Hischier ist in seiner ersten NHL-Saison besser unterwegs als Auston Matthews

«Cookies»-Backen in der Schweiz – ein Drama in 5 Akten

10 Vorteile, die nur sehr langsame Leute kennen

Gesichtserkennung beim iPhone X angeblich überlistet

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Radfahrerin und Hai-Maskottchen: Das sind die ersten Opfer des Burka-Verbots in Österreich

Ein seit dem 1. Oktober in Österreich eingeführtes Gesetz untersagt die Verhüllung des Gesichts. Dass damit nicht nur Burka- und Niqab-Trägerinnen abgemahnt werden, zeigen die folgenden fünf Beispiele. 

Am ersten Oktober ist das Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz, kurz AGesVH, in Österreich in Kraft getreten. Wer in der Öffentlichkeit seine Gesichtszüge verhüllt, muss mit einer saftigen Geldstrafe von 150 Euro rechnen. Es kann aber auch zur Festnahme kommen. 

Das neue Gesetz ist zwar verfassungskonform, die Umsetzung gestaltet sich aber, wie die folgenden fünf Fälle zeigen, etwas schwierig. Es scheint, als herrsche auch bei der Polizei Ratlosigkeit, wie strikt das Gesetz denn nun umzusetzen …

Artikel lesen