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Pizza, Pasta, Basta: Italien verstaatlicht Mafia-Restaurants

Der italienische Staat ist über Nacht um 80 Millionen Euro reicher geworden – ihm gehören jetzt Dutzende Pizzerien, Eisdielen und Autos: Die Behörden haben sich ein kulinarisches Mafia-Imperium in Rom angeeignet.

06.05.16, 16:26 08.05.16, 11:15

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Vor zwei Jahren beschlagnahmte die Polizei im Herzen Roms sämtlichen Besitz eines italienischen Mafia-Clans, nun ist der Staat noch einen Schritt weitergegangen: Das gesamte Imperium einer Mafia-Familie im Wert von etwa 80 Millionen Dollar sei in staatlichen Besitz übergegangen, meldet unter anderem die Zeitung «Corriere della Sera».

Damit hat der italienische Staat auf einen Schlag etwa 28 Etablissements verstaatlicht – unter anderem Pizzerien, Eisdielen, Bars und Restaurants. Insgesamt sind 41 Immobilien, 76 Fahrzeuge, 77 Gesellschaften sowie 300'000 Euro Bargeld beschlagnahmt worden, wie «La Repubblica» berichtet.

Trailer der sehenswerten italienischen Mafia-Serie «Gomorrha» aus dem Jahr 2014. YouTube/polyband

Das Vorgehen richtet sich gegen die Mafia-Familie der Brüder Luigi, Antonio und Salvatore Righi, die Spezialeinheiten schon 2014 bei einem Polizeieinsatz gegen organisierte Kriminalität im Zentrum der italienischen Hauptstadt festgenommen hatten. Den Ermittlungen zufolge sollen sie vor allem für den Contini-Clan der neapolitanischen Camorra gearbeitet haben.

In Neapel sitzt ein Ex-Bürgermeister in Haft

Auch in Neapel gelang Ermittlern ein Erfolg gegen die Mafia. Wie «La Repubblica» berichtet, nahmen Einsatzkräfte am Donnerstagmorgen acht Verdächtige fest – darunter den früheren Bürgermeister des süditalienischen Städtchens Grazzanise: Enrico Parente soll mit der Camorra zusammengearbeitet haben.

Erst Ende März hatte der bislang grösste Mafia-Prozess Norditaliens unter grossem öffentlichen Interesse gestartet. Insgesamt 147 Angeklagte, darunter der italienische Fussballweltmeister Vincenzo Iaquinta und dessen Vater, müssen sich vor einem Gericht in Reggio Emilia verantworten.

Vincenzo Iaquinta war 2009 noch zum Jubeln zumute.
Bild: EPA

Im Visier der Justiz steht die kalabrische Mafia 'Ndrangheta, die mehr und mehr auch im Norden des Landes aktiv wird. Iaquinta, der 2006 in Deutschland Weltmeister wurde, werden illegaler Waffenbesitz und Unterstützung der Mafia vorgeworfen. Sein Vater wird verdächtigt, Mitglied der Verbrecherorganisation zu sein. Der frühere Nationalspieler weist die Vorwürfe zurück.

Mit den beiden prominenten Angeklagten stehen zahlreiche Verdächtige vor Gericht, darunter Beamte, Politiker, Handwerker, Unternehmer und Journalisten. Zu den Anklagepunkten zählen vor allem klassische Mafia-Verbrechen wie Mord, Geldwäsche, Erpressung, Korruption und Stimmenverkauf bei Kommunalwahlen.

mxw

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