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Japan erhängt zwei Todeskandidaten – trotz internationaler Kritik

19.12.17, 05:52 19.12.17, 07:27


Ungeachtet internationaler Kritik hat die Regierung Japans erneut zwei Todesurteile vollstrecken lassen. Die zwei verurteilten Mörder Teruhiko Seki und Kiyoshi Matsui wurden am Dienstag erhängt, wie das Justizministerium in Tokio mitteilte.

Seit Amtsantritt des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe im Dezember 2012 sind damit bereits 21 Menschen hingerichtet worden. Japan, die drittgrösste Wirtschaftsnation der Welt, gehört zu den wenigen Industrieländern, die noch an der Todesstrafe festhalten.

FILE - This Aug. 27, 2010 file shows the main gallows of the Tokyo Detention Center in Tokyo. Japan executed by hanging two people on Friday, Dec. 18, 2015, including one who was convicted by a jury trial for the first time under a new system that began six years ago. The two men were Sumitoshi Tsuda, convicted of killing three people in 2009, and Kazuyuki Wakabayashi, convicted of killing a woman and her daughter in 2006. The Justice Ministry said that Tsuda, 63, was put to death in a Tokyo facility, while Wakabayashi was executed in Sendai, northeastern Japan, early Friday. (Kyodo News via AP, File) JAPAN OUT, MANDATORY CREDIT

Blick in den Hinrichtungsraum eines Tokioter Gefängnis Bild: AP/Kyodo News

Seki war wegen der Ermordung von vier Menschen im Jahr 1992 zum Tode verurteilt worden. Zum Tatzeitpunkt war er 19 Jahre alt und damit nach japanischem Recht noch minderjährig. Volljährig wird man in Japan mit 20 Jahren. Medienberichten zufolge war es die erste Hinrichtung eines Verurteilten, der die Tat als Minderjähriger begangen hatte, seit 20 Jahren.

Menschenrechtsaktivisten prangern seit Jahren den Umgang mit Hinrichtungen sowie die Haftbedingungen in Japan an. Die Juristenvereinigung des ostasiatischen Landes hatte sich im vergangenen Jahr erstmals für die Abschaffung der Todesstrafe, die in Japan durch den Strang vollstreckt wird, bis 2020 ausgesprochen. In dem Jahr wird Japan Gastgeber der Olympischen Spiele in Tokio sein. (sda/dpa/afp)

Das war das Jahr 2017 in Karikaturen

Video: srf

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Haiderfroh 19.12.2017 17:54
    Highlight Die Todesstrafe ist eine vernünftige Sache:

    Sie ist gerecht. Sie senkt die Rückfallquote von Schwerstverbrechern garantiert auf 0%. Sie ist unschlagbar kostengünstig, wenn das Urteil am selben Tag verkündet und vollstreckt wird. Sie wirkt dabei nicht schlechter abschreckend als andere Strafen. Sie beugt Selbstjustiz vor. Sie ist viel humaner, als die lebenslange Verwahrung und langjährige Isolationshaft. Sie befriedigt das Gerechtigkeitsempfinden der Mehrheit der Bevölkerung viel besser.
    2 9 Melden
    • Fabio74 19.12.2017 21:51
      Highlight Rache hat im Strafgesetz nichts zu suchen. Wenn der Staat mordert, wird er zum Mörder. Nach diesem Prinzip wer ist der nächste? Der Staatsanwalt oder der Richter? oder beide?
      und falls dummerweise halt der falsch liquidiert wurde, wars halt dann Pech?
      1 0 Melden
    • olmabrotwurschtmitbürli 19.12.2017 22:00
      Highlight Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass die vollzogene Todesstrafe auch bei Ihnen oder jeder anderen Person das Risiko einer zukünftigen Straftat auf Null senken würde.

      Abgesehen davon schlage ich vor, dass Sie versuchen, dem hiesigen zivilisatorischen Kulturkreis anzunähern.

      0 0 Melden
  • COLD AS ICE 19.12.2017 11:14
    Highlight was spricht denn gegen die todesstrafe?
    das spart allen steuernzahler einen haufen geld.
    von mir aus sollte das grundsätzlich wieder eingeführt werden um mörder aus der welt zu schaffen. die haben es nicht verdient zu leben.
    17 39 Melden
    • Nosgar 19.12.2017 12:21
      Highlight 1. Das ist nicht richtig: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/kosten-von-todesstrafen-in-den-usa-24-millionen-dollar-fuer-jede-hinrichtung-a-656284.html

      2. Seit 1992 war der Japaner in der Todeszelle. Wo wurde da nun Ihrer Ansicht nach Geld eingespart?

      3. Nach ihrer Finanz-Argumentation sollte man auch Sozialhilfe-Empfänger umbringen, das würde auch Kosten sparen.

      3. Haben Sie sich schon mal mit Justiz-Irrtümmern beschäftigt? Ist schwer, sowas rückgängig zu machen, wenn der Verurteilte hingerichtet worden ist.

      22 3 Melden
    • the devil's advocat 19.12.2017 12:27
      Highlight Abgesehen davon dass dieser Kommentar an Pietätlosigkeit kaum zu überbieten ist stimmt nicht mal der Inhalt. Die Kosten für eine Hinrichtung sind in Industrieländern meist höher als würde der Verurteilte eine Lebenslange Haftstrafe verbüssen.
      21 3 Melden
    • Dageka 19.12.2017 12:31
      Highlight Dann sollte man auch die hinrichten, die die Todesstrafe ausführen. Sind ja auch bloss Mörder.

      Und mit dem Tod tust du diesen Verbrechern einen Gefallen, wie man erst kürzlich bei Slobodan Praljak gesehen hat...
      5 5 Melden
    • seventhinkingsteps 19.12.2017 12:48
      Highlight Die Todesstrafe ist teurer als lebenslange Haft.
      9 3 Melden
    • Fabio74 19.12.2017 19:22
      Highlight Weil die Menschhheit im 21. Jahrhundert von Auge-um-Auge weggekommen ist und die Rachejustiz entsorgt hat.
      Weil die Menschheit in der Zivilastion das Recht auf LEben über alles stellt. Und weil dieses Recht auf Leben in KEINEM Fall verhandelbar ist; egal wie grauenhaft die Tat auch wahr.
      Und weil die Zivilisation sich NIE auf das Niveau des Täters runterbegeben darf.
      6 2 Melden
    • Haiderfroh 20.12.2017 10:03
      Highlight @Fabio74
      Justiz beinhaltet nachwievor institutionalisierte Rache. Daran änderen "humanere" Formen der Strafe rein gar nichts.
      Die Justiz begibt sich per Gesetz auf das Niveau der Täter. Die Macht zählt, nicht die konkrete Tat. Die Justiz beraubt der Freiheit (Haft), die Justiz entwendet Eigentum (z. B. durch Bussen, Entschädigungssummen, Zwangspfändungen, Zwangsversteigerung). Die Justiz fügt Menschen vorsätzlich Schmerzen zu (z. B. an Demos mit Stöcken, Gummischrot, Tränengas und Reizstoffen versetztem Wasser), manchmal tötet die Justiz (z. B. um einen Amokschützen auszuschalten).
      0 1 Melden
  • The Destiny // Team Telegram 19.12.2017 09:28
    4 2 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 19.12.2017 07:06
    Highlight Über 80% der Japaner unterstützen die Todesstrafe, die Chance für die die Abschaffung bis 2020 betragen also genau 0,0%.
    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Capital_punishment_in_Japan
    32 2 Melden
    • Fabio74 19.12.2017 10:29
      Highlight Sie Chancen sind da. Die Regierung muss einfach ein Strafgesetzbuch schaffen, dass ins 21. Jahrhundert passt. Sollte machbar sein
      14 11 Melden
    • seventhinkingsteps 19.12.2017 12:49
      Highlight Irgendwo hat auch Demokratie ihre Grenzen denke ich
      6 3 Melden

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