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Heftiges Erdbeben erschüttert Japan – Nachbeben fordert erneut Todesopfer

In Japan hat es erneut ein starkes Erdbeben gegeben. Wieder wurde die Präfektur Kumamoto im Südwesten des Landes getroffen. Eine Tsunami-Warnung wurde aufgehoben. Update am frühen Samstagmorgen: Schweres Nachbeben stiftet erneut Chaos.

15.04.16, 20:09 16.04.16, 08:56

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Ein heftiges Erdbeben hat erneut die Präfektur Kumamoto im Süden Japans getroffen. Der Erdstoss hatte laut dem Geologischen Dienst der USA (USGS) eine Stärke von 7.0. Die Erschütterungen waren hunderte Kilometer weit zu spüren. Die Japans Meteorologiebehörde hob ihre Tsunami-Warnung mittlerweile auf.

Ein acht Monate alter Knabe wird nach dem Beben in der Präfektur Kumamoto gerettet.
Bild: HANDOUT/REUTERS

Detaillierte Berichte über Schäden und Verletzte liegen bislang nicht vor; in Japan war es zur Zeit des Bebens mitten in der Nacht. Dem japanischen Sender NHK zufolge gab es einige Anrufe von Bewohnern der Region, die von in Häusern verschütteten Menschen berichteten. Bei einer Live-Schaltung des Senders in die Unglücksregion waren Sirenen von Rettungsfahrzeugen zu hören.

In der Gegend sind zahlreiche Produktionsstätten angesiedelt, unter anderem aus der Auto-, Stahl- und Schiffbauindustrie. Erst am Donnerstag waren bei einem Erdbeben in der Region mindestens neun Menschen ums Leben gekommen und 1100 verletzt worden. Das aktuelle Beben der Stärke 7.0 war um ein Vielfaches stärker.

Bild: KIMIMASA MAYAMA/EPA/KEYSTONE

Die Beben hängen zusammen

Zehntausende Anwohner brachten sich am Donnerstag in Notunterkünften in Sicherheit, viele verbrachten die Nacht unter freiem Himmel. Etwa 3000 Einsatzkräfte von Polizei, Militär und Feuerwehr waren im Einsatz.

Eingestürzte Strassen in Mashiki in der Präfektur Kumamoto. Bild: KIMIMASA MAYAMA/EPA/KEYSTONE

Rund zwei Dutzend Wohnhäuser sowie Betonmauern stürzten ein, stellenweise brachen Feuer aus. In Tausenden Häusern fiel die Strom- und Wasserversorgung aus. Seit den starken Beben vom Donnerstagabend gegen 21:30 Uhr wurde die Region allein bis zum nächsten Morgen von vielen Nachbeben heimgesucht.

Bei den Beben habe es sich um Vorbeben des aktuellen, bislang stärksten Bebens gehandelt, teilt der Geologische der USGS mit. Die Beben hängen also miteinander zusammen.

Der Südwesten Japans bebt, weil vor der Küste die Philippinische Erdplatte unter die Eurasische ruckelt. Die dicken Felskolosse sind verhakt - beizeiten lösen Beben die Spannung. Die aktuellen Beben sind ungewöhnliche Ereignisse, sie ereigneten sich laut USGS in der oben liegenden Eurasischen Platte - und nicht an der abtauchenden Philippinischen Platte.

wit/boj/AP/Reuters/dpa

Update: 

Der Süden Japans ist in der Nacht zum Samstag erneut von einem schweren Erdbeben erschüttert worden. Die US-Erdbebenwarte USGS sprach am Freitag von einem Beben der Stärke 7,0, die japanische Meteorologie-Behörde nannte den Wert von 7,3. Mindestens ein Mensch kam ums Leben, dutzende weitere wurden verletzt.

In der Region hatte sich bereits am Donnerstag ein schweres Erdbeben ereignet. Das neue Beben erschütterte die Region am Samstagmorgen um 01.25 Uhr Ortszeit – bei uns war das am Freitag um 18.25 Uhr. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt. Helfer suchten an verschiedenen Orten nach Verschütteten. Laut einem Bericht des Rundfunksenders NHK brach in der Stadt Kumamoto eine Brücke zusammen.

«Das jüngste Beben fühlte sich so stark wie das ursprüngliche an - oder noch stärker», sagte Shotaro Sakamoto von der Präfektur in Kumamoto. Auf den Strassen liefen viele Menschen «in Panik» herum. Bei einem Brand in einem Wohngebäude in der Stadt Yatsushiro wurde nach Behördenangaben ein Bewohner getötet. Der TV-Sender NHK sprach von insgesamt drei Toten. Ein Mensch habe zudem einen Herzstillstand erlitten. Tsunami-Warnung aufgehoben

Auf Kyushu sind zahlreiche Produktionsstätten angesiedelt, unter anderem aus der Auto-, Stahl- und Schiffbauindustrie. Ein Atomkraftwerk auf der Insel blieb nach Regierungsangaben unbeschädigt. Am Donnerstag waren bei einem Beben der Stärke 6,5 im Süden Japans mindestens neun Menschen ums Leben gekommen und fast 1000 weitere verletzt worden. Für Samstag war ein Besuch des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Kyushu angekündigt.

(sda/afp)

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