International

Ausgesetzter japanischer Junge verzeiht seinem Papa – auch die Polizei lässt die Sache ruhen

Sechs Tage war ein japanischer Junge verschwunden, nachdem seine Eltern ihn im Wald ausgesetzt hatten. Das Paar muss keine Strafe fürchten, sagt die Polizei.

07.06.16, 11:09

Hat den Eltern vegeben: Yamato
Bild: AP/Hamawake Elementary School via Kyodo News

Ein Artikel von

Es ist eine Strafaktion, über die ganz Japan diskutiert: Das Ehepaar Tanooka warf seinen siebenjährigen Sohn Yamato am Rande einer Bergstrasse aus dem Auto.

Der Junge hatte zuvor in einem nahen Park Steine auf Menschen geworfen. Etwa einen halben Kilometer fuhr das Paar weiter, dann kehrte es um. Doch von Yamato fehlte jede Spur. Er war auf der Insel Hokkaido in einem Wald verschwunden.

Sechs Tage dauerte die Suche
Bild: AP/Kyodo News

Sechs Tage brauchten Suchtrupps, um den Jungen zu finden. Und wie durch ein Wunder blieb er weitgehend unversehrt. Er überlebte sechs Nächte in einer Hütte, die er gefunden hatte, ass nichts und traf niemanden.

Aller öffentlichen Empörung zum Trotz sollen die Eltern straffrei bleiben. «Wir wollen das nicht als Kriminalfall behandeln», sagte ein Polizeisprecher, wie der «Guardian» berichtet.

Schuldgefühle beim Vater
Bild: KYODO/REUTERS

Der Junge hat sich mit seinem Vater offenbar wieder versöhnt. Und zwar noch im Krankenhaus, in das der Junge eingeliefert worden war. In einem TV-Interview, so berichtet es die «BBC», erzählte der Vater, er habe sich bei seinem Sohn entschuldigt. Daraufhin habe Yamato gesagt: «Du bist ein guter Papa, ich verzeihe dir.»

Den Behörden erzählte der Junge, er habe geweint und im Wald die Orientierung verloren. Ungefähr fünf Stunden sei er gelaufen, bis er die Hütte gefunden habe. Wasser trank er während seines Verschwindens aus einem Hahn, den er auf dem Gelände entdeckte.

Inzwischen hat der Junge das Krankenhaus verlassen.

Im Video: Im Wald ausgesetzter Junge gerettet

sms

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Testet Kim jetzt erneut eine Atombombe? Fünf Antworten zu Trumps Besuch in Südkorea

Der Mann mit der kurzen Lunte kommt zum Pulverfass. Bloss 195 Kilometer trennen Diktator Kim Jong und US-Präsident Trump bei seinem Besuch in Seoul. Beobachter fürchten eine weitere Eskalation. 

Ein Besuch in der Kosmetikfabrik, ein Erinnerungsbild mit seiner Frau: Nordkoreas Diktator Kim Jong Un hat sich in der letzten Zeit auffällig ruhig verhalten. Doch nun taucht US-Präsident Donald Trump beim Staatsbesuch in Südkorea sozusagen vor seiner Haustüre auf. Die beiden Hauptstädte trennen bloss 195 Kilometer Luftlinie. 

«Ihr könnt uns mal, hier gibt niemand klein bei.» Bei Beobachtern ist die Sorge gross, dass Kim während des zweitägigen Besuchs von Trump in Seoul einen weiteren …

Artikel lesen