International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Tokioter Club der Sex-Verlierer demonstriert gegen Weihnachten

19. Dezember 2015, 15:49 Uhr

Das Fest der Liebe? Von wegen, sagen die Mitglieder der Gruppe «Verlierer bei Frauen»: In Tokio haben die alleinstehenden Männer nun gegen Weihnachten demonstriert. Angeblich ging es ihnen auch um Kritik am Kapitalismus.

19.12.15, 16:18


Ein Artikel von

Sie ziehen gegen Kommerz und Konsum, gegen Paar-Romantik und Weihnachtskitsch ins Feld: Eine Gruppe alleinstehender Männer hat in Tokio gegen den vermeintlichen Missbrauch des Weihnachtsfestes demonstriert. Mit der kapitalistischen Veranstaltung würden Alleinstehende diskriminiert, erklärten die rund 20 Japaner, die sich selbst «Loser with Women» (Verlierer bei Frauen) nennen.

«In dieser Welt wird Geld aus verliebten Menschen gesaugt, und glückliche Menschen fördern den Kapitalismus», sagte der Chef der Gruppe, die sich früher «Revolutionäre Verlierer-Liga» nannte und vom Kommunismus inspiriert ist. Weihnachten sei das «symbolischste Ereignis» für dieses Phänomen.

«Zerschmettert Weihnachten!»

Die Demonstranten liefen durch das belebte Tokioter Einkaufsviertel Shibuya, wo am Samstag zahlreiche Familien und Paare Weihnachtsgeschenke kauften. «Zerschmettert Weihnachten», stand auf Plakaten der Gruppe. Mit der Kundgebung sollten auch «ungeliebte Männer» unterstützt werden, sagte ein Teilnehmer, der sich Mark Water nannte. Männer, die keine Freundin hätten oder unverheiratet seien, würden in Japan diskriminiert, sagte er.

In Japan gibt es an Weihnachten keine offiziellen Feiertage. In dem mehrheitlich buddhistischen und shintoistischen Land hängen nur wenige Menschen dem christlichen Glauben an. Weihnachten wird vor allem als romantisches Ereignis für Paare zelebriert, die Strassen von Tokio sind schon Wochen zuvor weihnachtlich dekoriert.

Die Männer-Gruppe demonstriert immer wieder gegen westliche Festtage, die nach Japan importiert wurden – etwa auch gegen den Valentinstag.

mxw/AFP

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

«Es gibt immer noch viele Hände auf meinem Arsch»: Was hat #MeToo in der Schweiz bewirkt?

Dank #MeToo wird auch in der Schweiz über sexuelle Belästigung diskutiert – und Frauen werden zum politischen Argument. Nur die Männer sind gleich geblieben.

Es ist viel passiert, seit vor ziemlich genau einem Jahr die MeToo-Bewegung mit einem Artikel über die sexuellen Vergehen und den Machtmissbrauch von Hollywoodproduzent Harvey Weinstein ihren Anfang nahm. Das Hashtag #MeToo, von dem die Bewegung ihren Namen hat und das als Sprachrohr für all jene Frauen agiert, die bisher über ihre Erfahrungen mit sexuellen Belästigungen, Missbrauch und Vergewaltigungen schwiegen, ist zu einem Symbol, ja zum Inbegriff einer über lange Zeit …

Artikel lesen