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Die letzten Sekunden im Leben von Walter Scott: Mit acht Schüssen in den Rücken streckte der Polizist S. Walter Scott nieder.
Bild: X80001

Polizeiopfer in Charleston: Walter Scotts Familie erhält 6,5 Millionen Dollar

Der Polizist Michael S. tötete den unbewaffneten Michael Scott durch Schüsse in den Rücken. Dafür erhalten die Angehörigen des Opfers nun eine Millionenentschädigung von der Stadt North Charleston.

09.10.15, 08:24 09.10.15, 09:07


Ein Artikel von

Die Familie des von einem Polizisten erschossenen Walter Scott bekommt von der Stadt North Charleston in South Carolina 6.5 Millionen Dollar. Der Stadtrat befürwortete die Einigung mit den Angehörigen ohne Gegenstimme. Scotts Angehörige waren anwesend, als das Ergebnis des Votums verkündet wurde.

Der Stadtrat hatte sich in den vergangenen Monaten juristischen Rat zu einer möglichen Klage der Familie Scotts eingeholt. Ein Prozess dürfte mit der Zahlung nun kein Thema mehr sein.

Scott war am 4. April von dem Polizisten Michael S. bei einer Polizeikontrolle erschossen worden. Zunächst hatte S. behauptet, aus Angst um sein Leben geschossen zu haben – Scott habe seine Dienstwaffe und den Elektroschocker an sich reissen wollen. Ein Handyvideo widerlegte dies. Es zeigt, wie S. acht Schüsse auf den weglaufenden und unbewaffneten Scott abgibt. Eine Staatsanwältin sagte, S. sei bei dem Vorfall nur ein einziges Mal gerannt: Als er den fallengelassenen Taser geholt habe, um ihn neben Scotts Körper zu legen.

S. wurde festgenommen und ist wegen Mordes angeklagt. Er könnte bei einer Verurteilung bis zu 30 Jahre in Haft kommen. Ein Gericht lehnte es im September ab, S. bis zum Prozess gegen Kaution freizulassen. Das stelle für die Gemeinde «eine unverhältnismässige Gefahr» dar.

Gerichtsverhandlung gegen den Polizisten S. im September,
Bild: Getty Images North America

Der Fall Walter Scott befeuerte die Debatte über Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA. Er war aber insofern eine Ausnahme, als in diesem Fall der Polizist nicht wie sonst so oft ohne Konsequenzen davonkam.

Die Familie hatte sich durch ihre Reaktion direkt nach der Tat Respekt erarbeitet. Sie rief dazu auf, ruhig zu bleiben. Dies und die schnelle Festnahme des Polizisten sehen viele Beobachter als Gründe dafür an, dass es nicht zu gewalttätigen Protesten wie in anderen Städten mit vergleichbaren Fällen kam.

Scott ist einer von vielen unbewaffneten Schwarzen, die von weissen Polizisten umgebracht wurden. Auch deshalb rief sein Tod einen Aufschrei hervor, ebenso wie der von Michael Brown in Ferguson (Missouri), Tamir Rice in Cleveland (Ohio) und Eric Garner in New York.

ulz/AP

Rassistische Polizeigewalt USA

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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