International

Schockierendes Video: Zweifache Mutter wird brutal von US-Polizisten verprügelt – angeblich wegen nicht angelegtem Sicherheitsgurt

07.10.15, 11:19

Es sind Methoden, wie man sie zur Festnahme eines schwerbewaffneten Verbrechers erwarten würde: Ein Polizist kniet mit seinem ganzen Gewicht auf Cindy Hahn und drückt ihren Kopf auf den Rasen, ein weiterer rammt ihr sein Knie in den Oberkörper und verpasst ihr einen Faustschlag ins Gesicht.

Brutale Szenen in Carlsbad: Ein Polizist fixiert Cindy Hahn, ein weiterer schlägt ihr mit der Faust ins Gesicht.
bild: screenshot/youtube

Nur: Cindy Hahn ist keine Schwerverbrecherin. Die zweifache Mutter war im Juli 2013 in Carlsbad, Kalifornien, auf dem Rückweg von einer Party, als sie nach eigenen Angaben einen Polizisten um Rat fragte. Der antwortet ihr brüsk, sie solle sich um ihren eigenen Kram kümmern. Hahn stieg wieder in ihr Auto – und wurde kurz darauf vom gleichen Polizisten angehalten. Angeblich wegen eines nicht angelegten Sicherheitsgurts.

Der Polizist zwang die 40-Jährige, aus dem Auto auszusteigen. Die anschliessenden Szenen hält ein Video fest, das vor einigen Tagen im Netz auftauchte. 

Eine Passantin filmt die brutale Behandlung der 40-Jährigen Cindy Hahn durch zwei Polizeibeamte.
YouTube/Political Junkie 2

Jetzt hat Cindy Hahn die beteiligten Polizisten verklagt. Zwei Jahre nach dem Vorfall. Die grosse Zeitspanne erklärt sich damit, dass Hahn ihrerseits von den Polizisten angeklagt worden war – wegen Beamtenbeleidigung und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Die Klage wurde aber mittlerweile fallengelassen.

Vor Gericht vertreten wird die 40-Jährige von einem der renommiertesten Verteidiger in den USA, Mark Gerago, der auch schon

Michael Jackson verteidigt hatte. Die Polizei von Carlsbad im US-Bundesstaat Kalifornien erklärte, sie werde vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten.

Immer wieder erschüttern Vorkommnisse von brutaler Polizeigewalt die USA. Der jüngste Vorfall ereignete sich Ende September, als Polizisten im US-Bundesstaat Delaware einen 28-Jährigen Rollstuhlfahrer erschossen hatten. Vor einem Jahr brachen in Ferguson, Missouri, tagelange Massenunruhen aus, nachdem Polizisten den unbewaffneten Teenager Michael Brown erschossen hatten. (wst)

Proteste gegen Polizeigewalt in den USA

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
4
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Lumpirr01 07.10.2015 13:03
    Highlight Die Prüfung der Polizeirekruten auf charakterliche Eignung scheint in den USA inexistent zu sein. Man muss bald froh sein, dass diese Rambotypen nicht gleich mit ihrer Polizeiwaffe drauflos geschossen haben..................
    10 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 07.10.2015 12:52
    Highlight Mir fällt da immer "Clockwork Orange" ein. Wo die Soziopathen am Ende eine Polizeilaufbahn einschlagen, weil sie dort ungestraft weiter ihren Sadismus ausleben können.

    Anfangs 90er gab es mal eine gross angelegte Studie über mehrere Länder und Jahre, in der Polizisten untersucht wurden. Fazit: ca. 56% der Untersuchten, schlugen eine Laufbahn als Polizist ein, weil ihnen der Mut für das Kriminelle fehlte, was sie in Wirklichkeit lieber getan hätten.
    Wie weit das heute noch zutrifft müsste neu untersucht werden. Womöglich haben sich die Anstellungsbedingungen geändert.
    5 2 Melden
    • Bowell 07.10.2015 20:22
      Highlight Dann fehlt nur doch deine Quelle, bitte.
      1 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.10.2015 21:44
      Highlight Das war anfang 90er. Ich hab keine Ahnung mehr, wo ich das gelesen habe. Ich tippe aber auf eins der Magazine, die ich damals im Abo hatte. "Bild der Wissenschaft", "Spektrum der Wissenschaft" oder "Psychologie Heute". Das Astronomiemagazin oder die Gartenzeitschrift werden's nicht gewesen sein :-) Und in meiner Bibliothek stehen über 3'000 Sachbücher. Keiner kann das alles auswendig.
      2 1 Melden

Teenager gegen Trump – und die Teenager sind am Gewinnen

Nach den Frauen und den Minderheiten wendet sich eine neue Gruppe gegen den Präsidenten: die Teenager. Die Proteste nach dem Schulmassaker in Florida treffen den Nerv der Nation.

Warum sollen diesmal tatsächlich griffige Massnahmen gegen die grassierende Waffen-Epidemie in den USA ergriffen werden? Die Frage ist mehr als berechtigt. Vor fünf Jahren wurden in Newtown im Bundesstaat Connecticut 27 Schüler und Lehrer erschossen, vor fast zwei Jahren starben 49 Menschen in einem Nachtclub in Orlando, und vor fünf Monaten wurden in Las Vegas 58 Menschen Opfer eines Todesschützen.

Mehr als «unsere Gedanken und Gebete sind bei Euch» ist den Politikern als Reaktion darauf nicht …

Artikel lesen