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Frau verhungerte qualvoll in der eigenen Wohnung: Ehemann und Tochter wegen Mordes vor Gericht

Sie starb qualvoll auf dem Sofa, ihr Mann und ihre Tochter sollen wochenlang tatenlos zugesehen haben: Im deutschen Bundesland Niedersachsen hat der Prozess wegen des Hungertodes einer Frau begonnen. Den Mordvorwurf wiesen die Angeklagten zurück.

15.09.15, 13:39 15.09.15, 13:52

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Das Landegericht in Verden behandelt einen schockierenden Fall.
Bild: Getty Images Europe

Zum Schluss wog sie nur noch 26 Kilogramm: Vor den Augen ihres Mannes und ihrer Tochter soll eine Frau verhungert sein. Der 50-Jährige und seine 18 Jahre alte Tochter stehen wegen gemeinschaftlichen Mordes durch Unterlassen vor dem Landgericht Verden im deutschen Bundesland Niedersachsen. Sie hätten sich nicht um die 49-Jährige gekümmert, obwohl diese vor Schmerzen gewimmert habe, sagte Staatsanwältin Annette Marquardt. Die Frau sei langsam und qualvoll gestorben.

Justizbeamte führten die beiden Angeklagten am ersten Prozesstag in Handschellen in den Gerichtssaal. Zu den Vorwürfen wollten sich Ehemann und Tochter nicht äussern, auch nicht zur Familiensituation. Bekannt ist, dass die 49-Jährige seit vielen Jahren alkoholabhängig war. Einige Wochen vor ihrem Tod stürzte sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft in der Wohnung und brach sich die Hüfte. «Sie war darauf angewiesen, dass die Angeklagten sie versorgten», sagte Marquardt.

Der Ehemann und die Tochter sollen weder einen Arzt gerufen noch der Hilflosen ausreichend Wasser und Essen gebracht haben. Als die Frau im März auf dem Sofa im Wohnzimmer starb, war sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft völlig abgemagert. Noch am Tag des Todes hätten Ärzte sie retten können, sagte Marquardt. Doch Mann und Tochter liessen sie laut Anklage absichtlich sterben – angeblich aus Hass und Rache, weil sich die Frau wegen ihrer Sucht jahrelang nicht um die Familie gekümmert haben soll.

Die Verteidigung wies die Mordvorwürfe zurück. Dass die Angeklagten die Frau töten wollten, sei nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen nicht nachweisbar, sagte Verteidiger Jochen Zersin. Er forderte die Kammer auf, weitere Zeugen zu laden. Der Prozess soll am 29. September weitergehen.

wit/dpa

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