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Camille Cosby zusammen mit ihrem Mann, dem ehemaligen Fernsehstars Bill Cosby - Aufnahme aus dem Jahr 2009.
Bild: Jacquelyn Martin/AP/KEYSTONE

Jetzt muss die Ehefrau von Bill Cosby aussagen

Die Ehefrau des US-Komikers Bill Cosby hat hinter verschlossenen Türen erstmals unter Eid zu den Missbrauchsvorwürfen gegen ihren Mann ausgesagt. Camille Cosby wurde am Montag in einem Hotel in Springfield im US-Bundestaat Massachusetts vernommen.

23.02.16, 05:32 23.02.16, 07:32

Sie hatte sich bis zuletzt gegen den Termin gewehrt. Die Anwälte ihres Mannes kündigten bereits vor der Aussage der 71-Jährigen an, dass von dem Termin nichts nach aussen dringen werde. Sicherheitskräfte versperrten den Zugang zu dem Raum, in dem die Aussage stattfand, und verdeckten auch die Sicht darauf. Eidesstattliche Aussagen dieser Art sind nicht öffentlich.

In dem Bundesstaat im Nordosten der USA klagt der 78-jährige ehemalige Fernsehstar in einem zivilen Strafverfahren gegen sieben Frauen, die ihn des sexuellen Missbrauchs beschuldigen. Er wirft ihnen vor, die Anschuldigungen erfunden zu haben, um einen finanziellen Vorteil daraus zu schlagen.

Camille Cosby ist seit 52 Jahren mit dem Schauspieler verheiratet und fungierte auch als seine Managerin. Im Dezember 2014, als mehr und mehr Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen ihren Mann aufkamen, hatte sie ihn in einer Erklärung in Schutz genommen und die Medien scharf kritisiert.

Über 50 Frauen

Insgesamt beschuldigen inzwischen mehr als 50 Frauen den einstigen Star der «Cosby Show», sie sexuell missbraucht zu haben. Zu Cosbys mutmasslichen Opfern gehören Models, Kellnerinnen und Mitarbeiterinnen aus dem Showgeschäft. Die Fälle reichen bis in die 60er Jahre zurück, die meisten sind daher bereits verjährt. Cosby bestreitet alle Vorwürfe vehement.

Im Bundesstaat Pennsylvania droht ihm mittlerweile ein Strafprozess wegen «schwerer sexueller Nötigung». Der Schauspieler soll eine Universitätsmitarbeiterin unter Drogen gesetzt und missbraucht haben. Der Übergriff soll 2004 im Haus des Schauspielers in Cheltenham bei Philadelphia stattgefunden haben. (wst/sda/afp)

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