International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04524932 A handout photograph made available by the US Coast Guard on 11 December 2014 shows the 25 foot (7.62 meter) sailboat Malia as it is manned by coast guard personnel following the rescue of 67 year -old Ron Ingraham, 64 miles (102.9 Km) south of Oahu, Hawaii, USA, 09 December 2014. Ingraham reportedly spent 12 days missing at sea aboard his sailboat after first sending out a distress call saying the boat was disabled and taking on water on 27 November 2014. A search was mounted but found no sign of the sailor and was called off on 01 December. Another distress call was received on 11 December leading to the rescue.  EPA/US COAST GUARD / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

Die US-Küstenwache soll Drogenhäftlinge bis zu 70 Tage auf ihren Schiffen festhalten, ohne dass gegen sie eine Anklage besteht. Bild: EPA/US COAST GUARD

70 Tage auf einem Schiff: USA setzen im Drogenkrieg «schwimmende Guantanamos» ein

29.11.17, 10:39 29.11.17, 11:52


Es hört sich an wie eine Verschwörungstheorie: Die USA setzen laut einem Bericht der «New York Times» im Krieg gegen Drogen auf Gefängnisschiffe. Dabei werden Fischer, die auf ihren Kuttern Kokain in die USA schmuggeln, in internationalen Gewässern aufgegriffen und monatelang auf solchen Schiffen befragt.

Das Heikle dabei ist, dass auf internationalen Gewässern andere Gesetze gelten als zum Beispiel auf dem US-Festland. Im Kampf gegen den Cannabis-Schmuggel erlaubte der Kongress der Küstenwache in den 90er-Jahren, Drogenschmuggler auf internationalen Gewässern aufzugreifen.

Weil die Aufgegriffenen offiziell nicht als festgenommen gelten, dürfen sie über mehrere Wochen oder Monate ohne Anklage festgesetzt werden, bevor sie vor ein US-Gericht treten. Die Vorgehensweise ist also legal.

This undated handout photo provided by the US Coast Guard shows US Coast Guard Cutter Vigilant. Thirty-eight Cuban migrants caught trying to sail to the U.S. are stranded aboard a U.S. Coast Guard vessel, waiting for permission from the Cuban government to return home, The Associated Press has learned. The migrants were among about 96 Cubans who were intercepted at sea and taken aboard the Coast Guard Cutter Vigilant. The Cuban government allowed the return of the other 58 people. (Coast Guard via AP)

Auf solchen Schiffen werden die Gefangenen über mehrere Wochen verstaut. Bild: AP/US Coast Guard

70 Tage nass festgekettet

«New York Times»-Journalist Seth Freed Wessler hat sieben ehemalige Boots-Häftlinge getroffen und alle beschrieben die Zustände auf den Schiffen als unzumutbar. Einer der Schmuggler beschrieb, dass er über 70 Tage mehr oder weniger nass angekettet auf einem solchen «schwimmenden Guantanamo» verbrachte. 

In den 90er-Jahren seien im Schnitt etwa 200 Personen im Jahr von der US-Küstenwache auf internationalen Gewässern festgenommen worden. In den letzten sechs Jahren waren es 2700, also mehr als doppelt so viele, schreibt die Zeitung.

Nun wurde die Vorgehensweise der US-Justiz publik. 2008 hatte die britische Menschenrechtsgruppe Reprieve erstmals Fälle von solchen Haftmassnahmen öffentlich gemacht. Das US-Justizministerium hatte dies jedoch bestritten.

«Manchmal gab es Transporte auf Schiffen, aber nicht als Hafteinrichtung», sagte der Pentagon-Sprecher Gary Keck damals. Laut seiner Definition sei Haft ein Ort für einen langfristigen Aufenthalt. Ob 70 Tage unter diese Definition fallen, sei dahingestellt. (leo)

Häftlinge restaurieren Kult-Spielsachen

Video: srf/SDA SRF

Porto Alegre: Dieser Knast ist die Hölle

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

19
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • c_meier 29.11.2017 18:04
    Highlight Gefangene auf einem Schiff? Wurde auch schon verfilmt
    0 0 Melden
  • pedrinho 29.11.2017 13:09
    Highlight ".....in internationalen Gewässern aufgegriffen"

    faellt das nicht unter piraterie ?
    27 1 Melden
    • flyme 29.11.2017 15:11
      Highlight Theoretisch ja. Nur sind die USA als eines von ganz wenigen Länder dem Seerechtsübereinkommen nie beigetreten. Das heisst in den USA ist es keine Piraterie. Ein Schiff unter anderer Flagge müsste aber die USA zu Hause vor Gericht zerren können.
      9 1 Melden
    • Normi 29.11.2017 18:08
      Highlight ausser diese Länder(Flagge) haben ein abkommen mit den Kriegsverbrechern aka USA
      1 0 Melden
  • Swisslord 29.11.2017 12:43
    Highlight Wenn sie nicht als festgenommen gelten, ist es dann nicht eine Entführung?
    33 2 Melden
  • walsi 29.11.2017 12:31
    Highlight Das müssen diese Menschenrechte sein für deren erhalt die USA andere Länder bekriegen oder mit Boikoten belegt.
    26 3 Melden
  • rodolofo 29.11.2017 12:25
    Highlight Die US-Gesellschaft befindet sich auf einem Fall ins Bodenlose, wenn sie solche Zustände weiter toleriert und sogar noch bei Wahlen weiter fördert und ermutigt!
    Immer wieder kommen mir dabei trübe Gedanken, dass unsere heldenhaften Befreier aus West und Ost den Hitler-Faschismus nur deshalb besiegten, weil sie die Welt mit ihrem Hauseigenen Faschismus "beglücken" wollten...
    Im Kalten Krieg rivalisierten der Yankee-Imperialismus und der Sowjet-Stalinismus um die Weltherrschaft.
    Dann kam eine Art Tauwetter nach der Implosion des Sowjet-Reichs.
    Und jetzt spielt eine Art Trump-Putin-Pakt.
    5 12 Melden
  • Sandro Lightwood 29.11.2017 12:21
    Highlight Fehlt die Erklärung zu „schwimmendes Guantanamo“. Guantanamo hat genau auch zum Ziel, dass gewisse Grundrechte, die auf US-amerikanische schen Boden bestehen, nicht gelten. Eben z.B. das Recht auf richterliches Gehör etc.. Damit hat sich auch schon der Supreme Court beschäftigt: Boumediene v. Bush (http://caselaw.findlaw.com/us-supreme-court/553/723.html).
    10 1 Melden
  • Lauwärmer 29.11.2017 11:06
    Highlight 2700 ist ja schon "mehr als doppelt soviel" wie 200, aber auch mehr als 10 Mal soviel. :D
    3 29 Melden
    • Leo Helfenberger 29.11.2017 11:20
      Highlight @gioferra: 2700 in sechs Jahren, macht 450 pro Jahr. Das ist mehr als doppelt so viel wie 200 pro Jahr 😉
      44 0 Melden
    • Focke 29.11.2017 11:39
      Highlight @leo: dafür ist es in diesem satz nicht werden sondern festgenommen worden 😉
      11 0 Melden
    • Leo Helfenberger 29.11.2017 11:55
      Highlight @Focke: Mist, richtig. Ist angepasst!
      6 3 Melden
  • NotWhatYouExpect 29.11.2017 11:01
    Highlight .... ein solches vorgehen ist einfach nur widerlich ....

    Ich hoffe die US Politik macht was dagegen... gehe aber kaum davon aus.... und die UNO wird da auch kaum was machen.... wie immer bei der USA.
    57 17 Melden
    • Posersalami 29.11.2017 11:13
      Highlight Wieso sollte die Politik was machen? Sogar der Friedensnobelpreisträger hat diese Praxis ausgebaut, was will man da erst von Trump erwarten?
      41 4 Melden
    • NotWhatYouExpect 29.11.2017 13:55
      Highlight Darum sag ich ja, dass ich nicht davon aus gehe. Aber es wäre zu wünschen.
      3 1 Melden
  • Posersalami 29.11.2017 10:58
    Highlight "im Krieg gegen Drogen"

    Der "War on Drugs" läuft jetzt seit 1972 hat jetzt absolut nichts erreicht. Aber Menschen Monatelang auf Booten zu misshandeln wird ein absoluter Gamechanger sein, ganz sicher!
    104 13 Melden
    • midval 29.11.2017 12:32
      Highlight Die Drogenbosse welche ich aus den Filmen kenne gehen so und noch viel härter vor. Schliesslich muss die usa die machstellung als drogenbaron inne halten sonst kann sich die cia nicht über gelder freuen ;)
      6 3 Melden
    • rodolofo 29.11.2017 12:33
      Highlight Dieser angebliche "Krieg gegen Drogen" ist wie der frühere "Krieg gegen den Kommunismus" ein Vorwand, der es Paramilitärischen Einheiten und von Landlords und Multis finanzierten Todesschwadronen erlauben, unter dem Deckmantel einer gelenkten Kriegs-Propaganda Massaker und Vertreibungen an der ansässigen Landbevölkerung und an Indigenen Völkern zu begehen, mit dem Ziel, grosse Ländereien für eine exportierende Agro-Industrie und an Erdöl und Bodenschätzen reiche Gebiete zu übernehmen und zu besetzen!
      Die Neo-Koloniale Maschinerie läuft wie geschmiert, und es wird auch viel geschmiert.
      22 3 Melden
    • rauchzeichen 29.11.2017 17:52
      Highlight da kann man ja auch nichts erreichen. wo drogen konsumiert werden, werden sie auch hingebracht und verkauft. aber die regel von angebot und nachfrage hat seit nixon wohl jeder präsi vergessen. und welche gesellschaft verlangt schon nicht nach berauschung? die amerikanische bestimmt nicht. oder haben die die prohibition bereits wieder vergessen? ach ne, nicht vergessen, ignoriert. die alte garde zieht ja ne grenze zwischen alkohol und drogen. eine idiotie die ich immer wieder vergesse. und eine, die praktisch jeden staat geld kostet, anstelle es einzubringen.
      1 1 Melden

Schweizer Firmen spenden 1,7 Millionen an Trumps Partei

Tochterfirmen hiesiger Konzerne spenden bei den Zwischenwahlen für beide Parteien. Allein die Lobbygruppe der UBS hat im Wahlzyklus 2018 bis Ende September eine Million Dollar an amerikanische Politiker gespendet.

Die amerikanischen Gesetze sind eigentlich glasklar. Ausländische Personen, seien es Individuen oder Firmen, dürfen sich nicht finanziell im Wahlkampf engagieren. Wer gegen diese Auflage verstösst, gerät schnell ins Visier der Strafverfolgungsbehörden. Doch es gibt Schlupflöcher.

US-Tochtergesellschaften von ausländischen Konzernen etwa dürfen bei ihren Mitarbeitern Spenden einsammeln und an Politiker verteilen. Bedingung ist: Das Geld muss von US-Bürgern stammen. Und nur US-Bürger dürfen …

Artikel lesen