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FILE - This is a Friday, June 17, 2016, file photo of an image and floral tributes for Jo Cox, in Parliament Square, outside the House of Parliament in London,  after the 41-year-old British Member of Parliament was fatally injured in northern England. A jury  Wednesday Nov. 23, 2016 found Thomas Mair with white supremacist views guilty of murdering Labour lawmaker Jo Cox a week before Britain's EU membership referendum. (AP Photo/Matt Dunham, File)

Eine Gedenkstelle für die ermordete britische Abgeordnete Jo Cox.  Bild: Matt Dunham/AP/KEYSTONE

Lebenslänglich für den Mörder der britischen Abgeordneten Jo Cox

23.11.16, 14:07 23.11.16, 15:02

Fünf Monate nach der Ermordung der britischen Abgeordneten und Brexit-Gegnerin Jo Cox hat das Londoner Strafgericht ein Urteil gesprochen. Es verurteilte den 53-jährigen arbeitslosen Angeklagten wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Die zwölf Geschworenen einigten sich am Mittwoch bereits nach knapp zweistündiger Beratung. 

Der Mann habe wegen «besonderer Schwere» der Tat keine Chance auf Freilassung, hiess es. Die Staatsanwaltschaft hatte den Täter als rechtsradikalen Extremisten bezeichnet.

Das Gericht hatte die Tat vor Prozessbeginn als möglicherweise politisch motiviert eingestuft. Die Parlamentarierin hatte sich für einen Verbleib des Landes in der EU und für die Rechte von Flüchtlingen eingesetzt.

Aufgeheizte Stimmung

In Grossbritannien herrschte damals zwischen Brexit-Anhängern und EU-Befürwortern eine aufgeheizte Stimmung. Das Verbrechen löste auch eine Debatte aus, ob Politiker und Medien mit aggressiven Wahlkampfslogans eine Mitschuld an der Tragödie tragen.



«Britain First» («Grossbritannien zuerst») soll der Angeklagte gerufen haben, als er vor einem Restaurant auf Cox schoss und einstach. Bei einer ersten gerichtlichen Vernehmung sagte er auf die Frage, wie er heisse: «Tod den Verrätern, Freiheit für Grossbritannien».

Die Polizei ging eigenen Angaben zufolge Hinweisen nach, dass der 53-Jährige früher Kontakte zu einer US-Nazigruppe sowie zu einer Rassistenorganisation in Südafrika gehabt habe. Andere Hinweise deuteten dagegen darauf hin, dass es sich bei dem Mann um einen Einzelgänger und Wirrkopf handelt.

Der Brexit-Wahlkampf war nach dem Mord an Cox vorübergehend ausgesetzt worden, wurde aber anschliessend mit kaum verminderter Härte fortgeführt. Nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der EU gab es einen deutlichen Anstieg fremdenfeindlicher Übergriffe in dem Land.

(gin/sda/dpa)

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