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Demonstrators hold banners as they take part at a protest calling for the release of Catalan jailed politicians, in Barcelona, Spain, on Saturday, Nov 11, 2017. Eight members of the now-defunct Catalan government remain jailed in a related rebellion case. Former regional president Carles Puigdemont and four other ex-cabinet members fled to Belgium where they are fighting extradition. (AP Photo/Emilio Morenatti)

«Freiheit» in verschiedenen Sprachen: Grossdemo in Barcelona.  Bild: AP/AP

Hunderttausende in Barcelona fordern: «Freiheit für die politischen Gefangenen»



Hunderttausende Menschen haben in Barcelona die Freilassung der inhaftierten katalanischen Politiker gefordert. Rund 750'000 Demonstranten versammelten sich laut Polizeiangaben am Samstag in der Nähe des Regionalparlaments. 

Auf Bannern forderten sie «Freiheit für die politischen Gefangenen», andere Schilder trugen die Aufschrift «SOS Demokratie». Angehörige der inhaftierten Politiker führten den Demonstrationszug an.

Am Freitag war die abgesetzte Parlamentspräsidentin Carme Forcadell nach Hinterlegung einer Kaution von 150'000 Euro aus der Untersuchungshaft freigekommen. Forcadell war mit fünf weiteren Abgeordneten ihres Parlaments wegen ihrer Rolle bei den Unabhängigkeitsbestrebungen der spanischen Region vor Gericht angehört worden.

Die spanische Justiz wirft den katalanischen Politikern Aufwiegelung, Rebellion und Veruntreuung öffentlicher Gelder vor. Ihnen drohen bis zu 30 Jahre Haft.

Demonstrators gather during a protest calling for the release of Catalan jailed politicians, in Barcelona, Spain, on Saturday, Nov 11, 2017. Eight members of the now-defunct Catalan government remain jailed in a related rebellion case. Former regional president Carles Puigdemont and four other ex-cabinet members fled to Belgium where they are fighting extradition. (AP Photo/Emilio Morenatti)

Rund 750'000 Demonstranten versammelten sich in der katalonischen Hauptstadt.  Bild: AP/AP

Die meisten der früheren Minister der abgesetzten katalanischen Regionalregierung sitzen noch in Untersuchungshaft, ebenso die beiden Anführer grosser katalanischer Unabhängigkeitsorganisationen. Die beiden Organisationen organisierten auch die Demonstration am Samstag.

Kritik von Bürgermeisterin

Barcelonas Bürgermeisterin Ada Colau warf der abgesetzten katalanischen Führung unterdessen vor, die Region in ein «Desaster» getrieben zu haben. «Sie haben Spannungen provoziert und einseitig die Unabhängigkeit erklärt, was die Mehrheit gar nicht will», sagte Colau bei einem Treffen mit Parteimitgliedern, bevor sie bei dem Protestmarsch ebenfalls die Freilassung der Gefangenen forderte.

Colau hatte sich bereits vor dem Unabhängigkeitsreferendum Anfang Oktober gegen eine Abspaltung von Spanien ausgesprochen.

People react on a balcony as demonstrators take part at a protest calling for the release of Catalan jailed politicians, in Barcelona, Spain, on Saturday, Nov 11, 2017. Eight members of the now-defunct Catalan government remain jailed in a related rebellion case. Former regional president Carles Puigdemont and four other ex-cabinet members fled to Belgium where they are fighting extradition. (AP Photo/Emilio Morenatti)

Überall zu sehen: Die «Estelada», die Flagge der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung.  Bild: AP/AP

Der von Madrid abgesetzte Regionalpräsident Carles Puigdemont und vier seiner Minister hatten sich vergangene Woche nach Belgien abgesetzt, um sich ihrer Verhaftung in Spanien zu entziehen. Spanien beantragte daraufhin über einen europäischen Haftbefehl die Auslieferung, der Antrag wird derzeit von der belgischen Justiz geprüft.

Puigdemont forderte die Bevölkerung im Vorfeld der Demonstration dazu auf, «laut und deutlich» den Wunsch nach «Freiheit und Demokratie» auszudrücken.

Rajoy in Katalonien

Am Sonntag will der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy erstmals seit Beginn der Krise die Region besuchen, um seine Volkspartei (PP) im Wahlkampf zu unterstützen. Am 21. Dezember sollen Neuwahlen in Katalonien abgehalten werden.

Trotz eines Verbots durch das Oberste Gericht Spaniens hatte die katalanische Regierung am 1. Oktober ein Referendum über eine Abspaltung von Spanien abgehalten. Dabei sprachen sich rund 90 Prozent der Wähler für die Unabhängigkeit aus, die Beteiligung lag aber bei nur 43 Prozent. (sda/afp)

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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 12.11.2017 10:42
    Highlight Highlight Was machen die denn für ein anachronistisches Theater da unten in Katalonien?
    Was soll das?
    Hört endlich auf damit!
    Habt Ihr vorige Energie?
    Dann geht doch auf eine Gemüse-Plantage im Süden von Spanien und helft dort den Landarbeitern aus dem Maghreb bei ihrer harten Arbeit unter der brennenden Sonne im Sommer und unter Plastik im Winter!
  • ujay 12.11.2017 06:15
    Highlight Highlight Verfassungsbruch ist ein strafbares Vergehen. Als Politiker haben diese auf die spanische Verfassung geschworen. Ergo sind das keine politische Gefangene, sondern sollen nun die Konsequenzen ihres Handelns tragen, sind ja keine Minderjährigen.
    Puigdemont hat sich aus dem Staub gemacht und die ehemalige Parlamentspräsidentin sagt nun, das katalonische Referendum sei nur symbolisch gemeint gewesen! Wann durchschauen endlich die einfachsten Gemüter diese Selbstdarsteller?
  • praxis 11.11.2017 23:02
    Highlight Highlight Demokratietechnisch am unschönsten ist, dass die sezessionistische Linke in Katalonien zusammen mit der PDeCat (von Puigdemont) eine Unabhängigkeit will, die nicht nur von der spanischen Verfassung unmöglich ist, sondern auch nur von knapp 50% der Bevölkerung in Katalonien gewollt wird, wahrscheinlich sogar nur von eine Minderheit, wie die Bürgermeisterin von Barcelona, Ada Colau, an dieser Demo den Leuten in Erinnerung rufen musste. Der spanische Staat muss das hier stoppen. Und dann brauchts eine neue Autonomiediskussion, die wahrsch. nur ohne Rajoy möglich wird...
  • olmabrotwurschtmitbürli #käluscht 11.11.2017 21:46
    Highlight Highlight Entscheidend wird sein, ob die separatistischen Parteien bei der Wahl mitmachen dürfen...
    • praxis 11.11.2017 23:54
      Highlight Highlight Sie sind alle dabei und haben die Listen eingereicht für die Wahlen vom 21.12.17. Die ERC (Junqueras Partei, der sitzt zurzeit), PDeCat (von Puigdemont) und auch die CUP (linksextrem-nationalistisch), sie sind alle dabei. Alle anderen Parteien sind anti-Unabhängigkeit (die Sozis, die Kommunisten, der Partido Popular, Cuidadanos) oder lassen es offen (z.B. die Partei von Ada Colau, Bürgermeisterin von Barcelona zusammen mit dem katalanischen Podemos-Ableger).
    • ujay 12.11.2017 06:26
      Highlight Highlight Die dürfen, jedoch nicht ihre des Verfassungsbruch schuldigen Politiker; adios Puigdemont und Co.
  • reconquista's creed 11.11.2017 21:11
    Highlight Highlight Diese Unabhängigkeit ist doch eine Furzidee. Warum wollen die überhaupt ein eigenes Land ausser Egobefriedigung? Hab noch kein Argument gehört.
    • Spi 11.11.2017 22:14
      Highlight Highlight Es geht nur ums Geld. Katalonien ist der Wirtschaftsmotor Spaniens und stört sich daran, seit Jahrzehnten den Rest Spaniens „durchfüttern“ zu müssen.
    • Redly 11.11.2017 22:26
      Highlight Highlight Warum bleibst du mit einem/r PartnerIn zusammen, wenn es nicht mehr zusammen passt?
      Demokratie ist, wenn man die Menschen entscheiden lässt. Und das geschah.
    • Samy Kulturattentat D 11.11.2017 22:47
      Highlight Highlight Informier dich bitte mal über das politische System Spaniens. Die linken Separatisten wollen auch weiterhin für den Süden bezahlen, aber nicht für das spanische Königshaus.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Birdie 11.11.2017 20:32
    Highlight Highlight Rajoy reist nun nach Katalonien um Wahlkampf zu betreiben. Für Gespräche mit den Katalanen und die Einheit des Landes (das er notabene führt) war es ihm nicht wert. Das soll mal einer verstehen.
    • dä dingsbums 11.11.2017 22:41
      Highlight Highlight Rajoy ist ja auch kein guter Präsident.
    • praxis 11.11.2017 23:24
      Highlight Highlight @Birdie: Rajoy war sehr wohl vorher in Katalonien, zum Beispiel anlässlich des Terroranschlages, den Barcelona erleiden musste. Und er hat viele Gesprächsangebote gemacht. Die stellvertretende Ministerpräsidentin von Rajoy, Soraya Saenz Santamaria, war ständig vor Ort in Barcelona und suchte den Dialog, auch nach dem "Unabhängigkeitsreferendum"...
    • ujay 12.11.2017 07:16
      Highlight Highlight @Birdie. Ich weiss nicht, wo du dich informierst, aber die katalanischen Sezessionisten unter Puigdemont haben vor dem Referendum sämtliche Gesprächsangebote der spanischen Regierung abgelehnt. Die Katalanen müssen nun die Konaequenzen dieser Dummheit tragen und die tun mir so was von nicht Leid.
  • Enzasa 11.11.2017 20:30
    Highlight Highlight Puigdemont macht es also weiterhin, das Volk zu Demonstrationen, Wiederstand und Abspaltung aufrufen.
    Ein Einlenken ist nicht spürbar.
    • olmabrotwurschtmitbürli #käluscht 11.11.2017 22:13
      Highlight Highlight Immerhin vertritt und proklamiert er konsequent Gewaltlosigkeit. Die Frage ob die Gegenseite das ebenso konsequent tut und getan hat, wäre wohl zu polemisch.
  • Birdie 11.11.2017 20:28
    Highlight Highlight Beeindruckend diese Anzahl!

    Über die inhaftierten Politiker kann man sich verfassungstechnisch noch streiten (auch wenn ich persönlich das nicht i.O. finde), aber die beiden Jordis sind definitiv politische Gefangene. Es gibt genug Videos wo man sieht wie die beiden zur Ruhe aufrufen; sie nun wegen Aufwiegelung provisorisch ins Gefängnis zu stecken ist einfach ein Affront gegenüber den Unabhängigkeitsbefürwortern, aber rechtlich gesehen zumindest zweifelhaft und vor allem kontraproduktiv.
    • praxis 11.11.2017 22:58
      Highlight Highlight @Birdie: Die Jordis sitzen auch wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche...
    • dä dingsbums 12.11.2017 00:00
      Highlight Highlight Nein, sie sind keine politischen Gefangenen. Das sieht übrigens auch Amnesty International so.

      Sie sind im Gefängnis, weil sie mit Ihren Organisationen am 20. und 21. September (also noch vor dem Referendum) Polizisten bei einer Hausdurchsuchung belagerten und diese über einen Tag am Verlassen des Gebäudes gehindert haben. Dabei wurden auch drei Polizeiautos zerstört.

      In jedem Land der Welt hätte das Konsequenzen, auch bei uns.

      http://www.20minutos.es/noticia/3140302/0/comitiva-judicial-guardia-civil-bloqueados-cosejeria-economia-barcelona/
    • ujay 12.11.2017 06:25
      Highlight Highlight Jordi Sanchez & Jordi Cuixart sind katalanische Politiker im Gefängnis, nicht politische Gefangene. Diverser krimineller, nicht politischer, Taten verdächtigt.
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