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French centrist presidential candidate Emmanuel Macron and his wife Brigitte arrives to address his supporters at his election day headquarters in Paris , Sunday April 23, 2017. Macron and far-right populist Marine Le Pen advanced Sunday to a runoff in France's presidential election, remaking the country's political system and setting up a showdown over its participation in the European Union. (AP Photo/Thibault Camus)

Die Pose des Siegers: Emmanuel Macron und Ehefrau Brigitte. Bild: Thibault Camus/AP/KEYSTONE

Frankreich wagt den revolutionären Bruch – und hat nun eine echte Wahl

Die Umfragen logen nicht: Emmanuel Macron und Marine Le Pen werden unter sich ausmachen, wer in den Elysée-Palast einziehen wird. Damit hat Frankreich eine klare Alternative: Weltoffenheit oder Abschottung.



Für einmal muss man einer in letzter Zeit viel gescholtenen Zunft ein Kränzlein winden: Die Demoskopen lagen im ersten Durchgang der französischen Präsidentschaftswahl vollkommen richtig. Wochenlang sahen die Umfragen Emmanuel Macron und Marine Le Pen auf den ersten beiden Plätzen, die zum Einzug in die Stichwahl berechtigen. Und genau so ist es gekommen.

Was sich an diesem Sonntag ereignete, darf man durchaus als eine Art zweite französische Revolution bezeichnen. Das Wahlvolk hat sich für zwei Kandidaten entschieden, die ausserhalb der bisherigen Machtstrukturen antraten. Es will die Rupture, den Bruch mit jenen Kräften, die sich seit einer gefühlten Ewigkeit an der Macht abgelöst und letztlich nur Stillstand produziert haben.

Far-right leader and candidate for the 2017 French presidential election, Marine Le Pen, surrounded by bodyguards, celebrates with supporters while holding a bunch of flowers after exit poll results of the first round of the presidential election were announced at her election day headquarters in Henin-Beaumont, northern France, Sunday, April 23, 2017. Polling agency projections show far-right leader Marine Le Pen and centrist Emmanuel Macron leading in the first-round French presidential election. (AP Photo/Michel Spingler)

Marine Le Pen lässt sich feiern. Bild: Michel Spingler/AP/KEYSTONE

Damit bietet sich der Wählerschaft in zwei Wochen eine klare Alternative. Hier der Strahlemann Macron, der Senkrechtstarter der französischen Politik. Ein ehemaliger Investmentbanker und Wirtschaftsminister, der als Absolvent von Eliteschulen ein Teil des Systems ist und es dennoch geschafft hat, sich als unverbrauchte Kraft ausserhalb des Links-Rechts-Schemas zu empfehlen.

Terrorismus spielte geringe Rolle

Dort die ewige «Aussätzige», die von der Wut vieler Menschen über das Malaise in der ehemaligen Grande Nation profitieren konnte und den Front National aus der Schmuddelecke geführt hat. Dies hat Marine Le Pen für breite Kreise wählbar gemacht, obwohl Kenner und ehemalige Insider überzeugt sind, dass die Partei in ihrem Kern nach wie vor rechtsextrem ist.

Zwei Schlüsse lassen sich aus dem ersten Wahlgang ziehen: Der Terrorismus hat nur eine geringe Rolle gespielt, trotz des Anschlags vom Donnerstag auf den Champs-Elysées. Dieser hätte wohl zynisch gesagt schlimmer ausfallen müssen, um die Wahl zu beeinflussen. Die klare Priorität lag bei der Frage, wer Frankreichs schleichenden Niedergang stoppen kann.

Die Reformbereitschaft scheint grösser zu sein als auch schon, zumindest bei den Wählerinnen und Wählern von Emmanuel Macron. Dies ist die zweite zentrale Erkenntnis. Viele Franzosen empfinden zwar eine tiefe Morosité, eine Verdrossenheit über den Zustand ihres Landes. Aber Abschied nehmen von lieb gewordenen Privilegien – dazu waren sie bislang nicht bereit.

Macron kann sich nur selber schlagen

Marine Le Pen spielt mit solchen Sentiments. Die Chefin des Front National verspricht den Leuten das Blaue vom Himmel herunter. Frankreich müsse sich nur in seine Grenzen zurückziehen und von der Europäischen Union und der Globalisierung abkoppeln, dann kommt alles gut. So richtig gezündet hat diese Botschaft nicht, Le Pen selber hat sich wohl ein besseres Ergebnis erhofft.

Im Hinblick auf die Stichwahl wird sie womöglich ihr protektionistisches Wirtschaftsprogramm abschwächen, um Wähler des glücklosen François Fillon anzulocken. Sie wird versuchen, Macron als «Hollande II» und damit als «More of the Same» darzustellen. Den Linken wird sie weiterhin soziale Wohltaten versprechen und ihren knallharten Law-and-Order-Kurs bekräftigen.

Emmanuel Macrons grösste Sorge dürfte sein, dass (zu) viele linke und rechte Wähler am 7. Mai zu Hause bleiben werden. Wahrscheinlicher ist, dass noch immer genügend Franzosen eine Präsidentin Le Pen um jeden Preis verhindern wollen und mögliche Vorbehalte gegen Macrons jugendliches Alter und sein eher diffuses Programm herunterschlucken werden.

Natürlich ist es möglich, dass Le Pen die Sensation schaffen wird. Nach dem Ergebnis dieses ersten Wahlgangs aber kann sich Macron eigentlich nur noch selber schlagen. Er hat es geschafft, sich mit einer klar proeuropäischen Ausrichtung an der Spitze des Bewerberfeldes zu platzieren. Was eine weitere wichtige Erkenntnis ist – und sicher nicht die schlechteste.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Widmer 24.04.2017 13:27
    Highlight Highlight Ich wünsche mir, dass Macron die Stichwahl gewinnt und dass er bei seiner Arbeit eine glückliche Hand und viel Erfolg hat. Noch bin ich etwas skeptisch, ob es ihm gelingt. Im Parlament wird er auf die Unterstützung von mehreren Parteien angewiesen sein. Werden sie loyal sein? Wenn er scheitert, wird die Stunde von Marine Le Pen schlagen. Sie kann dann in die Waagschale werfen, dass Bürgerliche, Sozialisten und Unabhängige nicht in der Lage sind, das Land zu führen.
  • Sapere Aude 24.04.2017 13:20
    Highlight Highlight Die Wahl zwischen einem Banker und rechtsextremen Berufspolitikerin als revolutionären Bruch zu beschreiben ist irgendwie absurd. Ebenso zu glauben, Macron wäre bereits gewählt ist naiv. Seine Politik ist weder progressiv noch revolutionär. Neoliberaler Einheitsbrei, bisschen Rot angemalt.
  • Stachanowist 24.04.2017 12:50
    Highlight Highlight "Revolutionärer Bruch", "unverbrauchte Kraft"... Da verfolgt jemand die französische Politik wohl nur sehr nachlässig.

    Macron war - wie es eigentlich auch im Artikel steht - Minister in der Regierung Hollande. Er war also Teil der unbeliebtesten Regierung in der Geschichte der Fünften Französischen Republik. In dieser unbeliebten Regierung war er der Autor der unbeliebten Wirtschaftsreformen, die man in FR "Macron-Gesetze" nennt.

    "Unverbrauchte Kraft"? Kann ich nicht nachvollziehen.

    Macron hat ein gutes Politmarketing, das ist alles. Konnte sich erfolgreich als Pseudo-Frischwind darstellen.
    • FrancoL 24.04.2017 13:04
      Highlight Highlight Naja zähl doch einmal die Jahre zusammen, die Macron in der Politik verbracht hat und vergleiche sie zB mit Le Pen oder Fillon, dann kann man wohl von unverbraucht sprechen. Ich bin gar kein Freund von Macrons Wirtschafts-Politik, aber auch nicht blind um sogar ein einfaches Wort wie unverbraucht umzudeuten.
    • Stachanowist 24.04.2017 13:07
      Highlight Highlight Disclaimer: Würde zwar Macron wählen, um Le Pen zu verhindern. Weshalb nun aber viele meiner linken bis sehr linken Bekannten einem Neoliberalen zujubeln, geht mir nicht ganz in den Kopf.
    • FrancoL 24.04.2017 15:20
      Highlight Highlight @Stachanovist; Wieso zujubeln? Als das kleinere Uebel akzeptieren und vielleicht jubeln dass Le Pen vermutlich nicht Präsidentin wird.
      Und noch eine wichtige Ueberlegung: Der natürliche Gegner der Linken ist der Neoliberalismus und das wird in 5 Jahren dann wirklich eine Ausmarchung bei der eine gut aufgestellt reformierte Linke eine Chance hat, die zB mit Le Pen nicht in dieser Form möglich wäre.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Angelo C. 24.04.2017 12:39
    Highlight Highlight Ein gutes Résumé die Zusammenfassung dieser Wahlgeschichte - ich teile es fast uneingeschränkt.

    Was mir darin fehlt, ist einzig der gestern unmittelbar nach der Niederlage Fillons dessen öffentlich am TV geäusserte Absicht, in der Stichwahl mit Sicherheit Macron zu wählen.

    Dies mag das Zünglein an der Waage sein, denn wenn es seine Wählerschaft, die ja so gering nicht ist, ihm gleichtut, seiner Empfehlung folgt, dann ist das Rennen definitiv gelaufen und Macron wird Präsident Frankreichs.

    Allerdings: Macron (ohne eigene Partei im Rücken) wird bei den Parlamentswahlen im Juni Mühe bekunden.
    • FrancoL 24.04.2017 13:07
      Highlight Highlight Für mich hat Fillon zu früh reagiert und dies könnte eher Le Pen in die Karten spielen. Wähler sind da manchmal mehr als Eigenwillig wenn man Ihnen die Wahl in den Mund legt.
    • Angelo C. 24.04.2017 16:37
      Highlight Highlight Franco:

      Haben gewiss was für sich, deine Argumente 🤔.

      Kommt hinzu, dass die Grundstimmung von Fillion-Wählern natürlich eh vermehrt nach rechts tendiert und man sich mit etlichen Macron-Programminhalten nur freudlos abfinden würde.

      Auch wird intelligenteren WählerInnen sicher auffallen, dass Fillon nur deshalb Macron begünstigen will, um seine eigene Partei auch bei den nächsten Wahlen im Rennen zu halten, nichts an weiter aussen rechts delegieren möchte 😉.

      Und diese Absicht könnte tatsächlich einigen WählerInnen, die klare Programme vor Parteiinteressenstellen, etwas aufstossen.

    • FrancoL 24.04.2017 17:09
      Highlight Highlight Wie schon fast auffallend sind wir der gleichen Meinung. :-))
    Weitere Antworten anzeigen
  • The Destiny // Team Telegram 24.04.2017 12:17
    Highlight Highlight "Damit hat Frankreich eine klare Alternative: Weltoffenheit oder Abschottung."

    Also alles wie bisher, nur abschottung ist neu auf dem Programm.
  • The hard Blob 24.04.2017 11:56
    Highlight Highlight Revolutionärer Bruch ? Ist dieser Titel ein Witz ? Macron wird doch genau das selbe weitermachen was Hollande seit 5 Jahre macht… Um sowas zu schreiben muss man sich mit der französischen Politik wohl gar nicht auskennen, und dann lässt man es lieber.
    Ein richtiger Bruch wäre vielleicht mit Mélenchon möglich gewesen.
    • Alnothur 24.04.2017 12:41
      Highlight Highlight Der ist aber für den Geschmack der Watsonianer zu nah an Le Pen ;)
    • The hard Blob 24.04.2017 13:13
      Highlight Highlight Dann sind die Watsonianer seltsame Leute, denn die beiden sind bei vielen Aspekten genau das Gegenteil.
  • piedone lo sbirro 24.04.2017 11:40
    Highlight Highlight sollte le pen gewinnen, hätte das auch folgen für die CH. denn mit le pen würde der euro tief sinken. was wiederum für die schweizer exportindustrie fatale konsequenzen hätte.

    le pen würde das heutige europa massiv schwächen. geschlossene grenzen wie zu zeiten des kalten krieges.

    ein schwaches europa nützt nur einem mann: putin.
    weshalb sonst hätte denn die dame russisches geld für ihren wahlkampf bekommen?
    ein schwaches europa würde wie zu zeiten des kalten krieges zum spielball von amerika und russland.

    aber welcher rechtspopulist kann schon über die eigene nase hinausdenken?
    • Alnothur 24.04.2017 12:42
      Highlight Highlight Die Alternativen zur EU beschränken sich nicht auf "schwaches Europa"...

      (Gut, für Le Pen vielleicht schon, ihre Vorstellungen kenne ich nun wirklich zu wenig)
  • Greet 24.04.2017 11:29
    Highlight Highlight Finde es ja schockierend, dass ausgerechnet linke Medien uns den Neoliberalismus als revolutionär verkaufen wollen.
    Aber wahrscheinlich wollen gewisse Journalisten nach Trump und Brexit, wo sie auf die Verlierer gesetzt haben, einfach wieder mal auf der Gewinnerseite sein. Da legt man sich gerne auch mit dem Neoliberalismus ins Bett.
    • Lichtblau 24.04.2017 22:05
      Highlight Highlight Greet: perfekt. Das wird für mich auch ein ewiges Rätsel bleiben.
  • Sophia 24.04.2017 11:24
    Highlight Highlight Marcon ist noch nicht gewählt, aber ein Hoffnungsträger. Wichtig ist seine Haltung zu Europa, zum Euro, zu Deutschland und zur Nato. Ohne diese Grundpfeiler und den Sinn für gemeinsames Handeln würde er seinem Land nicht dienen können. Wir sehen ja, wie sich Portugal, vom Armenhaus Europas trotz aller Unkenrufe mit dem Euro zu einer Exportnation entwickelt und langsam wohlhabend wird. Wieso sollte das der Marcon denn nicht schaffen? Ist doch ganz egal woher der kommt. Mir ist ein Banker mit Bildung allemal lieber als ein Pfarrerskind aus Laufen oder ein Postkartenmaler aus Braunau.
    • manhunt 24.04.2017 13:37
      Highlight Highlight ich gehen grundsätzlich einig mit dir. bei einer sache muss ich jedoch wiedersprechen. portugiesen sind "chrampfer", teilweise unkultiviert und rau. was jedoch die arbeitsmoral und den arbeitswillen angeht, sind sie den franzosen um lichtjahre voraus.
    • Sophia 24.04.2017 16:33
      Highlight Highlight manhunt, das ist schlichtweg ein böses Vorurteil von dir, dem ich ganz und gar nicht zustimmen kann. Die Menschen auf der ganzen Welt arbeitet gerne, wenn sie in der Arbeit einen Sinn sehen. Es sind immer nur ganz wenige, die alles kaputtmachen und leider immer zu viele, welche auf diese Destruktiven ihre Hoffnungen setzen. Le Pen zähle ich da sogar eher als den Trump zu den destruktiven Menschen. Und ich habe grosse Sympathiene für die Portugiesen, aber ich stelle sie nicht über andere!
    • manhunt 24.04.2017 17:16
      Highlight Highlight @sophia: ich rede leider aus erfahrung. ich habe mit sehr vielen portugiesen, wie auch mit sehr vielen franzosen gearbeitet. und die unterschiede in der arbeitseinstellung sind markant. portugal hat in den letzten jahren eine enorme leidensfähigkeit bewiesen. in frankreich jedoch werden sämtliche anläufe für reformen des arbeitsmarktes meist im keim erstickt. ich sage damit keineswegs, dass ich franzosen generell für faul halte. es gibt jedoch tendenzen, welche nicht bestritten werden können.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gigi,Gigi 24.04.2017 10:13
    Highlight Highlight Macron bedeutet: encore 5 ans de sauce hollandaise à avaler. Kurz, die Misere wird andauern!
    • Fabio74 24.04.2017 10:41
      Highlight Highlight Le Pen bedeutet 1933-39-45 Vichy
    • Triumvir 24.04.2017 11:56
      Highlight Highlight Le Pen würde bedeuten: wirtschaftliches und politisches komplettes Desaster! Also dürfte die Wahl jedem einigermassen vernünftig denkenden Menschen in Frankreich ziemlich klar sein...
    • Gigi,Gigi 24.04.2017 16:35
      Highlight Highlight Ich sage nicht, dass le Pen besser ist. Würde sie nie wählen. Aber Macron bringt sicher keine Veränderung!
    Weitere Antworten anzeigen
  • saintjulians 24.04.2017 09:45
    Highlight Highlight Das ist doch kein Bruch! Macron war in der Regierung Hollande und ist Investmentbanker!
    Die Franzosen haben nun die Wahl zwischen dem neoliberalen "Weiter so" oder dem Front National. Alles geplant.
    https://www.spectator.co.uk/2017/02/whos-behind-the-mysterious-rise-of-emmanuel-macron/
  • NWO Schwanzus Longus 24.04.2017 09:37
    Highlight Highlight Macron ist ein zweiter Hollande der Frankreich weiterhin ruinieren wird denn dieser Globalismus war es der die EU Länder in einem erbärmlichen Zustand brachte. Jedesmal hört man hier Lobeshymnen auf diesen Globalismus und dann immer im Zusammenhang bei Staaten die durch unkontrollierten Globalismus massive Probleme bekammen. Macron ist ein Elitenpolitiker der keine Revolution auslösen wird.
    • Fabio74 24.04.2017 10:43
      Highlight Highlight Falsch Frankreichs Probleme aind hausgemacht. Fehlende Reformen, komplexen Staatsaufbau, nicht konkurrenzfähige Industrie.
      Frankreich sollte zuerst vor der eigenen Türe aufräumen, bevor es andere für sein Versagen beschuldigt.
    • Triumvir 24.04.2017 12:01
      Highlight Highlight Frankreich braucht nicht schon wieder eine neue Revolution, sondern vielmehr wirtschaftlichen Fortschritt, Wohlstand und soziale Sicherheit für ALLE Einwohnerinnen von Frankreich (und zwar inkl. Einwanderer und andere Ausländer/innen). Le Pen will das nur teilweise und vor allem nicht für alle, sondern nur für ein paar wenige und privilegierte Franzosen.
    • nilson80 24.04.2017 12:04
      Highlight Highlight Hollande war in erster Linie inkompetent. Ob Macron kompetenter ist wird sich zeigen. Globalisierung ist aber, ob man will oder nicht, eine Realität. Man kann sie besser oder schlechter gestalten, aber nicht ignorieren. Mit Bejubeln hat das nichts zu tun.
  • Skeptischer Optimist 24.04.2017 09:29
    Highlight Highlight Von Wahl kann leider keine Rede sein. Es geht nicht um Weltoffenheit oder Abschottung. Taugliche Rezepte die Umverteilung von unten nach oben zu stoppen haben die verbleibenden Kandidaten nicht. Le Pen will ein Vichy Regime 2.0 und Macron will weiter wursteln und sich nachhaltig verfilzen. Beide dürften Mühe haben im Parlament für Aenderungen Mehrheiten zu finden. Frankreich stehen 5 Jahre Frustration bevor. Dies allerdings auf gewohnt hohem Niveau. Im Westen also nichts neues.
  • Raphael Stein 24.04.2017 08:58
    Highlight Highlight Mit der franzöischen Revolution hat das aber rein gar nichts zu tun.

    Ob die Franzosen von einer Partei die in ihrem Kern nach wie vor rechtsextrem ist,
    oder von einem neoliberalen Rothschild Ziehsohn schlussendlich auf die Knie gezwungen werden,
    macht keinen Unterschied.
    Es geht auf beiden Wegen steil abwärts. Für die Bürger. Nicht für die Eliten. Deren Weg geht nach oben.

    Oder es findet wirklich eine Revolution statt. Eine richtige. Und die findet mit aller Garantie nicht an der Urne statt.

  • Triumvir 24.04.2017 08:56
    Highlight Highlight Ich hoffe die Franzosen und Französinnen sind schlau genug und fallen nicht auf die Schalmei Gesänge der Wölfin im Schafspelz resp. der französischen und weiblichen Version von Trump herein.
    • dmark 24.04.2017 09:55
      Highlight Highlight Also eher den Befürworter der Euro-Bonds wählen? Damit Draghi einen weiteren Verbündeten bekommt und den Euro weiter herunter wirtschaften kann?
      Was würde die Schweiz machen, wenn man für einen Franken mal 1,50 Euro bekäme?
    • Sophia 24.04.2017 10:56
      Highlight Highlight Ja, dmark, was würde die Schweiz dann wohl machen? Sie wäre längst bankrott und unsere menschen würden in die EU strömem, wo bereits an die 500 000 Schweizer jetzt schon arbeiten! Wer sollte denn unsere Waren noch kaufen können, wenn die 50% Teurer wären? Und du weisst ja sicher auch, dass wir vom Export leben, wir verdienen jeden zweiten Franken im Euroraum - noch!
    • The hard Blob 24.04.2017 11:59
      Highlight Highlight Ja lieber die gleichen Dummheiten als Vichy 2.0 wie schon jemand sagte, Hass und noch viel mehr Krise
  • Max Dick 24.04.2017 08:56
    Highlight Highlight Eine echte Wahl hatten die Franzosen immer. Das Spektrum an Kandidaten reichte stets von weit links über die wirtschaftsfreundlichen Repuplikaner zum nationalistischen FN. Einzige Neuheit ist, dass jetzt mit Macron ein Kandidat im 2. WG ist (und gewinnen wird), der jünger ist als die bisherigen und ein neues Etikett trägt. Aber sonst? Gleiche Uni besucht wie alle vor ihm, hat auch schon als Minister in früheren Regierungen gedient, im Pariser Filz bestens verankert und wird politisch nichts neues bringen. Und wird wahrscheinlich auch nach kurzer Zeit genauso unbeliebt sein wie alle vor ihm.
    • Döst 24.04.2017 09:22
      Highlight Highlight Der einzige Unterschied: Macron hat noch keine Politker im Parlament. Und eine Parlamentsmehrheit nach den Juniwahlen ist ziemlich unwahrscheinlich. Er als Person konnte die Leute schon begeistern, aber die meisten der en marche Wahlkandidaten (nobodys) kaum.
      Das ganze erinnert etwas an die ital. 5 Stelle, viel Glück Frankreich.
    • Max Dick 24.04.2017 10:31
      Highlight Highlight Also so zerstritten wie die regierenden Parteien in Frankreich jeweils intern sind, spielt es keine grosse Rolle, ob man jetzt ein Hollande ist, der zwar das selbe Parteibüchlein besitzt wie ein grosser Teil der Abgeordneten, von vielen aber auf den Mond gewünscht wurde, oder Macron, der zwar in keiner der grossen Parteien sitzt, inhaltlich aber mit Repuplikanern und Sozialisten in vielem Übereinstimmungen hat. Und auch gerne mit beiden Champagner trinken geht.
  • mrlila 24.04.2017 08:43
    Highlight Highlight Die Pose des Siegers. Erinnert mich irgendwie 75 Jahre zurück, nur coloriert. 😂
  • koks 24.04.2017 08:24
    Highlight Highlight rechtsextrem oder neoliberal.
    wie in den usa: pest oder cholera.

    finde es extrem arrogant von medien, jene die nicht neoliberal und für das globale 1% wählen wollen, als rechtsextrem zu bezeichnen.
    • phreko 24.04.2017 09:02
      Highlight Highlight WTF! Als ob die restlichen Kandidaten als rechtsextrem oder neoliberal bezeichnet worden wären.
    • _kokolorix 24.04.2017 15:11
      Highlight Highlight Rechts(extrem) sind auch in Frankreich nur etwa ein Drittel der Wähler. Ein weiterer Drittel ist wohl rechtsliberal und der Rest dann eben Links.
      Der FN kann sich nur durchsetzten wenn er die Rechtsliberalen hinter sich scharen kann. Das hat Le Pen mit ihrem extrem EU feindlichen Kurs wohl unmöglich gemacht.
      Für die zwei Drittel links der Rechtsextremen ist daher nur Macron wählbar, ergo gibt es eine Wahl zwischen rechtsextrem und neoliberal
  • Ville_16 24.04.2017 08:24
    Highlight Highlight Krass ist ja, wie hier plötzlich ein Investmentbanker von Rothschild als sozialgerecht gehypt wird.
    • dmark 24.04.2017 09:51
      Highlight Highlight Ja. Man bezeichnet ihn als "Sozial-Liberal"... der Junge ist wohl eher "Neo-Liberal".
  • Wilhelm Dingo 24.04.2017 08:13
    Highlight Highlight Das Problem in Frankreich ist, dass keine wirklichen Reformen möglich sind weil sich Volksteile jeweils dagegen gewaltsam auflehnen. Bei einer Arbeitsmarktliberalisierung gehen die Privilegierten gewaltsam auf die Strasse, bei Ausländerfragen schlagen die Banlieues Krawall und bei Landwirtschaftsreformen schlagen die Bauern alles kurz und klein. Ich sehe weiter schwarz für Frankreich und Schuld sind nicht die Eliten sondern das zerstrittenen und gewaltbereite Volk.
    • Döst 24.04.2017 09:28
      Highlight Highlight Und regieren ohne Parlamentsmehrheit (Parlamentswahlen im Juni) wird Frankreich noch mehr lähmen als bisher.
      Die Freude über Macron wird wohl schnell in Resignation kippen.
      Also wenn es einen Prototyp von Populisten gibt, dann ist es Macron. Ein linksrechtsirgendwiedochnichts Populist. Dieser Wendehals redet wirklich dem Volk je nach Situation nach.
    • Rabbi Jussuf 24.04.2017 10:30
      Highlight Highlight Mich erstaunt es, wie Frankreich es immer noch schafft in der EU dabei zu sein, trotz der immensen und offensichtlichen Probleme:Die Wirtschaft wird massiv von sozialen Hemmnissen (Kündigungsschutz, Arbeitszeiten) geschwächt, die sozialen Werke (Sozialabgaben) basieren immer noch auf einer Arbeiterklasse und einer Denke von vor 50 Jahren, die Entwicklung in den Städten wird einfach übersehen. Und die Bauern stehen auch noch an der Schwelle des letzten Jahrhunderts.
      Allgemein ist der geistige Zustand der Franzosen etwa 10-20 Jahre hinterher.
    • Rabbi Jussuf 24.04.2017 10:34
      Highlight Highlight Ich erleb es immer wieder, da kommen Franzosen mit vermeintlich neuen Ideen, die wurden hier schon vor Jahrzehnten durchgetestet und sind schon fast wieder vergessen. Es ist des öfteren ein Déjà-vu.
  • Schlaumüller 24.04.2017 07:58
    Highlight Highlight Also offen gestanden, den Vergleich mit der französischen Revolution finde ich ein bisschen derb. Ist ja fast schon orwell'sches Neusprech. Damals gings darum, die Herrschaft der Elite zu brechen und um universellen Humanismus.

    Solche Ambitionen hätte man jetzt vielleicht Hamon oder meinetwegen auch Melenchon zusprechen können. Aber hier bei diesen zwei hat die neoliberale Agenda nun so oder so gewonnen.
  • Döst 24.04.2017 07:55
    Highlight Highlight Eine echte Wahl? Im 2. Wahlgang haben es die Franz. soweit gebracht wie in den USA im November: die Wahl zwischen Pest und Cholera.
    Gehen wir davon aus, Macron gewinnt. Dann folgen Parlamentswahlen im Juni. En marche ist ja eine Bewegung, und keine Partei: Macron will mind. 50% der Kandidaten aus der "Zivilgesellschaft" (=pol. nobodys) aufstellen. Eine Parlamentsmehrheit ist sehr unwahrscheinlich. Also gibt es eine grosse Koaliation mit dem linksrechtsalles nobody Macron als Präsident. Da ist der Stillstand für weitere 5 Jahre vorprogrammiert - und das wollten die Franzosen ja genau nicht.
  • patnuk 24.04.2017 07:54
    Highlight Highlight Wahl der Qual für die Franzosen, und mit Macron spielt wieder jemand aus dem Hause Rothschild mit oder LePen, die keine Macht haben wird im Parlament.
  • Baum68 24.04.2017 07:17
    Highlight Highlight Ich hoffe die Franzosen sind weitsichtiger als die Amis!
    • Luca Brasi 24.04.2017 09:31
      Highlight Highlight Zur Verteidigung der Amerikaner:
      Hätten sie das gleiche Wahlsystem wie Frankreich, dann wäre wohl Clinton Präsidentin. Sie hatte insgesamt mehr Stimmen, scheiterte aber wegen dem Elektoren-System in den USA.
    • Echo der Zeit 24.04.2017 10:54
      Highlight Highlight Lol - Immer schön Dünnhäutig - Typisches verhalten von Frustrierten Wutbürgern Stipps - Wollen austeilen und heulen rum wen sie einstecken - Ein Ausdruck von Wohlstandsverwahrlosung.
    • karl_e 24.04.2017 11:40
      Highlight Highlight @Stipps: Die Tomahawks, die den Flugplatz in Syrien trafen oder verfehlten sind keine Bomben? Die "Mutter aller Bomben", die er in Afghanistan abwerfen liess, vergisst du einfach so? Schläfst du seit 4 Monaten? You're a dreamer.
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  • Domino 24.04.2017 07:11
    Highlight Highlight Was jetzt Knebelverträge, Fremdbestimmung und Abhängigkeit mit der EU mit 'Weltoffenheit' zu tun haben sind mir nicht ganz klar.
    Die Wirtschaftspolitik von Le Pen war mir auch nie ganz geheuer, da sie mit den sozialistischen Zügen und dem Rest ihres Programms stark an die NSDAP erinnert.

    Ob jetzt Abschottung im grossen (EU) oder im kleinen (Nationale Abschottung): es macht auch keinen grossen Unterschied, ausser dass man bei der kleinen mehr selbst bestimmen kann...
    • Döst 24.04.2017 09:41
      Highlight Highlight Ob mit Le Pen oder Macron, Frankreich wird noch tiefer und schneller in die Krise weiterschlittern.
      Wie heisst es so schön: jedes Volk hat die Regierung die es verdient (zufällig Zitat eines Franzosen).
  • rodolofo 24.04.2017 07:01
    Highlight Highlight Uff, das ging ja gerade noch mal gut!
    Merci beaucoup, Macron!
    (die Auto-Korrektur hat gerade versucht, ihn klein zu machen, indem sie eigenmächtig "Micron" eingesetzt hat... Aber ich war wachsam, habe es sofort gemerkt und sofort wieder korrigiert! Wir lassen uns in diesem grossartigen Moment nicht klein machen! Zumindest noch nicht.)
    Je te souhait tout le bon pour le final contre Le Pen!
    • Skip Bo 24.04.2017 07:23
      Highlight Highlight Hoffe mal, dass sich deine Euphorie für Macron die nächsten 5 Jahre hält. Er wird voraussichlich mit 60% gewählt werden. Sobald er im Amt ist, wird er sich mit Änderungen im Rentensystem und Arbeitsrecht unbeliebt machen müssen.
      Deine französischen Genossen werden das Land einmal mehr kaputtstreiken. Macron wird in 5 Jahren auf eine Wiederwahl verzichten.
      So steht es jedenfalls in meiner Glaskugel.
    • Ursus ZH 24.04.2017 09:31
      Highlight Highlight @Skip Bo:
      Ach weisst du, Glaskugeln wiederspiegeln​ auch nur die eigenen wirren Gedanken. Sie sind etwa so verlässlich wie Mike Shiva's hellseherische Fähigkeiten.
    • Döst 24.04.2017 09:45
      Highlight Highlight @Skip Bo: Ich vermute eher, Macron wird im Parlament komplett auflaufen, weil schlichtweg keine pol. Macht dort. Maximal gibts eine grosse Koalition (ausgerechnet mit den Loosern Sozialisten und Republikanern(ehemals UMP)).
      Im Juni nach den Parlamentswahlen wissen wir dann mehr.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ursus ZH 24.04.2017 06:55
    Highlight Highlight Die Franzosen täten gut daran die Le Pen zu verhindern. Gemäss ihrer eigenen Aussage will sie nicht nur aus der EU austreten, sondern die EU auch noch zerstören.
    Eine solche Zerstörungswut hat man von den Briten trotz Brexit nicht erfahren.
    • Döst 24.04.2017 08:00
      Highlight Highlight Wahlrethorik und Realpolitik sind bekanntlich 2 verschiedene Paar Schuhe. Anschauungsunterricht bekommen wir aus den USA.
      Zudem liefe dies ja über ein Referendum (Volksabstimmung) für EU oder Euro Austritt Frankreichs.
      Man könnte Le Pen durchaus wählen, und im Referendum gegen Austritt stimmen. Ein Austritt ist wenig realistisch (das weiss sogar Le Pen).

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

Mitglieder der Revolutionären Jugend Bern schreiben auf Facebook, sie hätten sich in Paris ein Bild der Bewegung machen können, das «sehr positiv und motivierend» ausfalle. Darunter publizieren sie ein Foto eines brennenden Autos. 

Auch die Zürcher Sektion der Bewegung berichtet von …

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