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Kühlkammer mit den 17 am 30. Mai geborgenen Leichen in Catania. bild: zps

Tote als Kunstmaterial: Leichen von Bootsflüchtlingen werden in Sizilien ausgegraben und in Berlin mit Pomp wieder bestattet – der Aufschrei ist vorprogrammiert

Das Künstlerkollektiv Zentrum für Politische Schönheit kämpft gegen Europas tödliche Grenzen. Diese Woche holt es zehn ertrunkene Flüchtlinge nach Berlin und beerdigt sie in Aufsehen erregenden Aktionen.

16.06.15, 16:02 17.06.15, 10:26


Am Freitag hielt die Verkehrspolizei im bayrischen Freising einen Laster an. Er transportierte: zwei Särge mit Leichen von syrischen Flüchtlingen. Sein Ziel: Berlin. Der Fahrer schien unter Drogen zu stehen. Weshalb die Polizei die beiden Särge auf dem Flughafen München nach weiteren Drogen durchleuchten liess. Sie waren sauber. Nach 24 Stunden fuhr der Laster weiter nach Berlin. 

Auch die Berliner Polizei bestätigt, dass Leichen angekündigt sind und zwar für einen Demonstrationszug vor das Kanzleramt am kommenden Sonntag zwischen 14 und 16 Uhr. Zusammen mit einem Bagger. Er soll die Grünfläche vor dem Kanzleramt umgraben und in eine Gedenkstätte für all die im Mittelmeer umgekommenen Flüchtlinge verwandeln.

Abschied an der Grenze der Hoffnungslosigkeit. Überlebender und Tote auf Sizilien. Bild: ZPS

Dahinter steht: Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS), eine Gruppe von Aktionskünstlern. Oder in eigenen Worten eine «Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Schönheit, politischer Poesie und menschlicher Grossgesinntheit». Ihre Mahn-Massnahme mit dem Zombie-Film-Titel «Die Toten kommen» soll zehn «Opfern der militärischen Abriegelung Europas» auf Berliner Friedhöfen «würdige» Gedenkfeiern und Bestattungen ermöglichen. Und natürlich der bösen deutschen Bürokratie ins Gesicht schlagen. Mit Leichen gegen das System.

Das ZPS filmt Ende Mai in Catania, wie 17 ertrunkenen Bootsflüchtlinge in Müllsäcken wie Abfall in die Kühlkammer eines Spitals geschmissen werden, wo sie oft wochen- ja monatelang liegen bleiben. «Gemeinsam mit Angehörigen, Imamen, Pfarrern und Bestattern» öffnet das ZPS «zehn menschenunwürdige Grabstätten» und exhumiert die Toten.

Am 16. Juni um 10 Uhr wurden nun als erste auf dem Friedhof Berlin-Gatow eine im März ertrunkene Mutter und ihre zweijährige Tochter in einer muslimischen Zeremonie bestattet.

Wurde am 15. Juni die Echtheit der Leichen noch von einigen deutschen Medien bezweifelt, so tröpfeln nun die Bestätigungen ein, dass es sich nicht um rein symbolische Bestattungen handelt. Und dass der Laster in Bayern ganz klar das ZPS zum Ziel hatte. Auch mehrere Berliner Journalisten bestätigten dies gegenüber watson. Und je weniger Zweifel es an der Authentizitität der Aktion gibt, desto emotionaler werden die Reaktionen. Viele brennen wie Kreuzritter für die gerechte Sache und reden martialisch von einem «Marsch auf Berlin» und von «genial». 

Aber handelt es sich dabei nicht um eine grundsätzliche und damit illegale «Störung der Totenruhe», dem Rechtsbegriff für Leichenschändung? Und ist die Totenruhe in der Erde eines Landes, das einem Anerkennung und Hilfe verweigert, tatsächlich «würdig»? Ist die plakative Betroffenheit, die in derart (allzu) direkten Aktionen lauert, nicht äusserst (oder einzig) theatral? Werden die Opfer nicht noch einmal zu Opfern gemacht, indem sie von privilegierten Europäern zur Diskurs- und Selbstfindung instrumentalisiert werden?

Ist die Verwendung von Toten als Kunstmaterial hier nicht ähnlich geschmacklos wie in den Plastinaten eines Gunther von Hagens? Und ein Flirt mit den nekromantischen Regungen des Publikums? Hätte Christoph Schlingensief, der in Wien und Hamburg auch in grossen öffentlichen Aktionen auf das Elend von Flüchtlingen aufmerksam machte, jemals mit Leichen gearbeitet? Nein. Reichen radikale Bilder für ein realpolitisches Umdenken? Leider nein.

Mit seinem Namen nimmt das Zentrum für Politische Schönheit explizit Bezug auf das Institute of Political Murder des Schweizer Theatermachers Milo Rau. Aber wo Rau in seinen Reenactments von politischen Schlüsselprozessen den echten Protagonisten – etwa Pussy Riot – eine Bühne und das Wort gibt, sind die toten Flüchtlinge in Berlin bloss Statisten eines grossen Empörungstheaters.

Und irgendwie wirkt auch die Ironie, mit der das ZPS seine Aktion umrahmt, seltsam schief. Die Toten kosten nämlich. 14'900 Euro pro Überführung und Beerdigung. Innerhalb eines einzigen Tages sind dafür via Crowdfunding 35'000 Euro zusammengekommen. Für die Spender gibts lustige kleine Belohnungen: etwa ein «psychiatrisches Gutachten über De Maizières Geisteszustand» oder «3 schöne Rituale für einen Fluch gegen den Innenminister». Spendengelder für Schockkunst? Im Ernst?

Walter Benjamin schrieb angesichts des Naziregimes: «Es gibt für Menschen, wie sie heute sind, nur eine radikale Neuigkeit – und das ist immer die gleiche: den Tod.» Gibt es etwa für die Menschen, wie sie heute sind, angesichts der humanitären Katastrophen nur noch ein radikales Kunstspektakel? Die Toten? Irgendwie scheint das ganze gerade ein ungeheuerlicher Unsinn zu sein. Aber natürlich ein höchst wirkmächtiger. 

Polizei vertreibt Flüchtlinge von Ventimiglias Felsen

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 21.06.2015 10:58
    Highlight Aha, nun schaltet man in Berlin doch, um diese niedrigen Selbstdarstellungs- und Profilierungsversuche dieser "Aktionskünstler" wirksam zu unterbinden :


    http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Leichenzug-scheitert-am-Veto-der-Behoerden/story/29166225

    3 1 Melden
  • Metalhat 17.06.2015 19:19
    Highlight Zugegeben, diese Aktion ist heikel, doch ist es nicht auch die Grenzpolitik der EU?
    Wenn Menschen wie Abfall behandelt werden, sollte das Mass voll sein, übervoll sogar.
    Doch was tun wir dagegen? Uns einbunkern, einen Zaun um uns ziehen und sagen "Das geht uns hier nichts an!"
    Aber das geht es.

    Was können wir tun zum Wohle dieser Menschen?
    Das ist die grosse Frage..
    Geld schicken? Bringt nichts da häufig Korruption.
    Lebensmittel schicken? Bringt ebenfalls nichts, dadurch werden keine Probleme gelöst.
    In einem Anfall von Neokolonialismus Menschen ausbilden? Ist heikel.
    6 2 Melden
  • smoe 17.06.2015 14:39
    Highlight Was ist geschmackloser, eher Leichenschändung?
    Menschen, um bürokratisch Hürden zu umgehen, möglichst billig irgendwo im schwer zugänglichen Hinterland in anonymen Massengräbern zu verscharren und diese Stellen nachträglich zu Friedhofsfeldern umzudeklarieren.
    Oder, wenn eine Künstlertruppe Menschen – mit Einwilligung der Angehörigen – exhumiert und diese den religiösen Bräuchen entsprechend wieder im Beisein der Angehörigen bestattet.

    «Zynisch ist nicht dieses Projekt. Zynisch ist eine Gesellschaft, die buchstäblich über Leichen stolpern muss, um hoffentlich wahrzunehmen, dass die Flüchtlinge keine statistische Größe sind, sondern Menschen, die ein Recht auf unsere Unterstützung haben. Und denen man auch über ihren Tod hinaus mit Würde begegnen muss, wenn man denn das Grundgesetz achtet, nach dem die Würde des Menschen unantastbar ist.» — http://www.taz.de/!5204225/
    10 4 Melden
  • zombie1969 17.06.2015 11:01
    Highlight Diese Aktion wird aber die Schleuser keinen Millimeter interessieren, und auch nicht die, die Andersgläubige aus den Booten geworfen haben.
    Ansonsten machen es sich Aktivisten in ihrem Selbstdarstellungstrieb sehr leicht, denn wirklich helfen kann man täglich, tausendfach vor der eigenen Haustür.
    Echte Helden helfen still, ohne in die Presse zu wollen. Sie helfen Kindern bei Hausaufgaben, besuchen alte Leute im Heim und geben Kindern Essen, die zuhause nicht viel Liebe erfahren. Jeder Ehrenamtliche hätte mehr Aufmerksamkeit verdient als diese narzisstischen "Aktivisten".
    10 7 Melden
    • iustus 18.06.2015 11:08
      Highlight @zombie1969: Es geht bei der Aktion nicht um die gesammte Flüchtlingsproblematik! Es geht um Massengräber, aufeinandergestapelte Leichen und Menschen die z.T. mehrere Monate nicht begraben wurden, weil es bürokratische Hürden gab! Wir leben verdammt nochmal in einer Zeit, in der fast alle Informationen sehr schnell und kostenlos beschafft werden können. Schauen sie sich das nächste Mal lieber die Website der Künstler an, bevor sie einen langen Kommentar ohne Bezug zum Artikel schreiben. Und nein, bei diesen Problemen kann nur die Politik helfen!
      2 3 Melden
  • Sandokan 16.06.2015 20:22
    Highlight Sehr gute Aktion. Was sollen die Italiener sagen die fast jeden Tag mit Toten an den Küsten rechnen müssen während sich die Nordländer der Verantwortung entziehen. Hauptsache den Frieden nicht mit Anderen teilen. Und jetzt wo das Schrecken vor der Haustüre gezeigt wird mit Empörung reagieren weil es den Feierabendfrieden stört?
    22 22 Melden
  • Androider 16.06.2015 19:49
    Highlight Klar ist das ganze Flüchtlingsdrama ne schlimme Sache. Aber diese Aktion in Berlin hat das Prädikat "pietätlos" mehr als verdient.
    24 19 Melden
    • iustus 17.06.2015 17:20
      Highlight @Androider: Also wenn ein Mensch (wenn auch nachträglich) nach seinem Glauben bestattet wird ist das pietätlos und wenn er möglichst günstig und NICHT nach seinem Glauben bestattet wird, dann nicht? Ich glaube Sie verdrehen hier etwas!?
      4 5 Melden
    • Androider 17.06.2015 17:44
      Highlight Gegenfrage: Sagen sie mit, welcher Glauben eine Exhumierung der bereits bestatteten Leiche und eine erneute Bestattung an einem (ebenfalls) "fremden" Ort vorsieht?! Somit bleibe ich gerne bei meiner Meinung und verbleibe freundlichst.
      5 0 Melden
    • iustus 18.06.2015 09:31
      Highlight @Androider: Diese Menschen wurden in einer menschenunwürdigen Grabstätte begraben, der Ort ist dabei nicht das Problem. Die Frage "welcher Glaube eine Exhumierung vorsieht" lässt sich durch ein bisschen Empathie außerdem rasch beantworten... Stellen Sie sich vor eine Ihnen sehr nahe stehende (religiöse) Person verstirbt in den Ferien und wird nach einem völlig anderen Glauben (und zusätzlich möglichst günstig) bestattet, als dass sie das wollte. Würden Sie eine Exhumierung nun befürworten? Schließlich geht es um den letzten Willen der Person!?
      3 3 Melden
  • Olafson 16.06.2015 19:01
    Highlight Geschmacklos ist die Flüchtlingspolitik der EU. Wenn Kriegsflüchtlinge keinen legalen Einreiseweg nach Europa vorfinden, werden sie übers Mittelmeer und somit in den Tod getrieben. Diese Aktion macht Schlagzeilen wie "3000 tote Flüchtlinge im Mittelmeer" ein klein wenig greifbarer. Wir müssen Flüchtenden endlich(!) eine legale Einreisemöglichkeit nach Europa ermöglichen. Alles andere ist beschämend.
    30 20 Melden
  • Angelo C. 16.06.2015 18:36
    Highlight Für diese Aktion gibt es nur EIN Wort : geschmacklos....
    25 25 Melden
    • TJ Müller 17.06.2015 09:40
      Highlight Geschmacklos ist das Grenzregime von Europa, welches diese Tote erst erzeugt.
      8 9 Melden
    • iustus 17.06.2015 17:26
      Highlight @Angelo C.: Mich würde ihre Meinung zu den Massengräbern interessieren, ist das nicht auch "geschmacklos" bzw. glaube ich, Sie meinten "pietätlos"?
      4 4 Melden
    • Angelo C. 17.06.2015 19:23
      Highlight Iustus - nehme gerne zu Ihrer Frage Stellung : von Massengräbern habe ich im Artikel nichts gelesen, nur von Exhumierung von zwei Grabstätten. Dass diese Leute, oft ohne Papiere auf sich, in der Fremde bestattet werden, ist zwar höchst bedauerlich, aber durch den erwähnten Umstand, ihre offizielle Identitätslosigkeit, systemimmanent.

      Geschmacklos UND Pietätlos finde ich es dagegen, diese Leichen aus eigenem Ermessen durch halb Europa zu karren, um (als Aktionskünstler) das Ganze u.a. auch als eine Art "Kunstform" zu präsentieren. Dieses Genre der "politischen Kunst," vergleichbar mit dem Schweizer Thomas Hirschhorn, der an seiner Exposition in Paris seinerzeit mit exakt demselben Anspruch (siehe Wikipedia) auf ein Bildnis von Christoph Blocher gepinkelt hat, um das dann als Kunstform zu servieren, der aber auch nicht davor zurückschreckte, irakische Folterbilder mit den Wappen schweizerischer Kantone versehen öffentlich auszustellen, solche Formen der Vulgärkunst widern mich in ihrer Darstellung an, wofür ich artig um Ihr Verständnis bitte....
      6 2 Melden
    • iustus 18.06.2015 09:20
      Highlight @ Angelo C.: Ja, dafür habe ich ein gewisses Verständnis, Kunst wie auch Satire, sollte nicht alles dürfen, da bin ich ganz Ihrer Meinung. Wie schon so oft geht es bei der Entscheidung, wie diese Leute bestattet werden aber um das liebe Geld bzw. unser System und wenn Sie nun von systemimmanent sprechen, stört mich dass. Es stimmt schlicht und einfach nicht, dass etwas systemimmanent sein kann, vor allem nicht in einer Demokratie und wenn es um den letzten Willen eines Menschen geht! "Kunst ist nicht da, um schön zu sein. Es geht um Emotion und Konfrontation." (Zitat: Angelika Kirschlager)
      2 4 Melden
    • iustus 18.06.2015 09:56
      Highlight @Angelo C.: Zu Thomas H. möchte ich sagen, dass ich die Aktion "Swiss-Swiss-Democracy" auch nicht ganz in Ordnung fand (bzgl. Imageschaden an der Schweiz). Da der Künstler die Deutung des Kunstwerks aber dem Betrachter überlässt, kann ich mich pers. damit abfinden. Und wenn man bedenkt, dass es beim Kunstwerk um "die Grenzen der direkten Demokratie" gegangen ist, passt es auch ein bisschen zu diesem Artikel über die Bestattung von umgekommenen Flüchtlingen.
      1 0 Melden
  • Bowell 16.06.2015 17:54
    Highlight Das ist meines Erachtens unter aller Sau. Da flüchtet man aus seiner Heimat, aus welchen Gründen auch immer, und ertrinkt im Meer. Als ob das dann noch nicht würdelos genug gewesen wäre, wird man zu kunstzwecken von einem zugedröhnten Trucker in ein völlig fremdes Land gekarrt, für politische Zwecke instrumentalisiert und schlussendlich vergraben. Tolle Aktion...
    35 21 Melden
    • iustus 18.06.2015 10:43
      Highlight @ Bowell: Warum muss der Trucker zugedröhnt sein? Diese Aussage ist unter aller Sau! In diesem "völlig fremden Land" wird außerdem die Politik gemacht, welche viele dieser Flüchtlingsdramen zur Folge hatte!
      1 4 Melden
    • Bowell 19.06.2015 22:02
      Highlight Steht alles im Artikel: "Der Fahrer schien unter Drogen zu stehen".
      Ja und das rechtfertigt für dich also, dass man die Toten ungefragt durch halb Europa kutschiert?
      2 0 Melden
    • iustus 22.06.2015 14:18
      Highlight @Bowell: Das Zauberwörtchen heisst "schien", d.h. der Fahrer war NICHT unter Drogen! "Rechtfertigen" tut dieser Umstand die Aktion nicht, aber zumindest wird sie nachvollziehbarer. Ich habe außerdem nie geschrieben, dass ich von dieser Aktion begeistert bin, ich finde das ganze sehr kontrovers.
      1 0 Melden
  • farrah 16.06.2015 17:36
    Highlight Ich finde diese Aktion krass! bin gerade in berlin und überall hängen die Plakate..wenn man aber schaut was die Länder mit den Flüchtlingen machen odr eim grosser Teil des Volkes darüber spricht, find ich so ne Aktion regelrecht akzeptiert und gut. Wir gehen ohne Rücksicht mit den lebenden Flüchtlingen um und dem Volk ist es egal. Die Bilder sind für viele Menschen kein Abschreckungsmittel mehr, also muss man härter gegen das vorgehen, das ist Ihnen so gelungen. Sie haben die Aufmerksamkeit, bin der festen Überzeugung, dass Ihnen die Aufmerksamkeit egal ist, weil es Ihnen nur um die Flüchtlinge geht, also finde ich diese Aktion wirklich krass, öffnet dafür aber vielleicht ein paar Leuten die Augen!
    32 10 Melden
  • hoi123 16.06.2015 16:24
    Highlight Damit konnten sicher 1000 andere Flüchtlinge gerettet werden... *augenroll*
    23 34 Melden
    • stef2014 16.06.2015 16:46
      Highlight Soll man deshalb jede Aktion, jeder Aufruf und jede Initiative gleich sein lassen, nur weil sie nicht unmittelbar Leben rettet? Man kann diese Aktion verurteilen, klar. Wird polarisieren, keine Frage und man muss es nicht mögen. Aber solange die EU-Politiker das Problem nicht endlich in den Griff bekommen oder zumindest entschärfen, ja dann müssen sie mit immer drastischeren Protesten rechnen. Wenn ich die Bilder von "Abfall-Leichen" im Kühlschrank sehe, sollte solch eine Aktion das geringste Problem sein.
      40 13 Melden
  • stef2014 16.06.2015 16:24
    Highlight Ich kenne die Aktion nur aus diesem Artikel. Aber soweit ich das beurteilen kann, ist das, entgegen dem Statement der Autorin, alles andere als Unsinn, sondern eine ganz tolle Aktion. Auch wenn sie leider auf tragischen Ereignissen beruht. Kunst darf das, aber für einmal nicht im Sinne von künstlerischer Freiheit oder von Selbstinszenierung, sondern im Sinne von Notwendigkeit. Meine Meinung.
    44 27 Melden

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