International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ai Weiwei kann Kunstprojekt dank Lego-Spenden realiseren

27.10.15, 10:03 27.10.15, 11:17


Einst stellte er hundert Millionen handgefertige Sonnenblumenkerne aus Porzellan aus. Jetzt will Ai Weiwei ein Kunstwerk aus Legosteinen schaffen. Das Unternehmen schlug die Grossbestellung aus, dafür leeren jetzt Legofans ihre Schubladen.

Der chinesische Künstler Ai Weiwei kann sein geplantes Lego-Projekt in Australien trotz der verweigerten Lieferung von Bausteinen durch das dänische Unternehmen umsetzen. Nach einem Spendenaufruf im Internet komme eine ausreichende Menge von Steinen dafür zusammen, sagte der 57-jährige am Montag bei einem Pressegespräch in Berlin.

Chinese artist Ai Weiwei arrives for a news conference about his Einstein Professorship at the University Of Arts (UDK)   in Berlin, Monday, Oct. 26, 2015. Ai Weiwei will be starting teaching at the University in the winter semester of 2015-16. (AP Photo/Markus Schreiber)

Ai Weiweis Pressekonferenz in Berlin.
Bild: Markus Schreiber/AP/KEYSTONE

Steine im Klingelbeutel

«Das Internet ist ein bisschen wie eine moderne Kirche», meinte er. «Sie gehen in die Kirche und klagen dem Priester ihr Leid, und alle in der Gemeinde können so Anteil nehmen und vielleicht ein Lösung finden.»

Der Künstler wollte für die Ausstellung «Andy Warhol/Ai Weiwei» Ende des Jahres in Melbourne die Porträts von 20 australischen Bürgerrechtlern in Lego nachbauen. Das Unternehmen hatte die Grossbestellung mit Hinweis auf den politischen Charakter des Projekts zurückgewiesen.

«Wir verzichten weltweit darauf, die Nutzung von Legosteinen für politische Projekte aktiv zu befördern oder zu unterstützen. Das Prinzip ist nicht neu», erklärte die Firma in einer Stellungnahme. Auf Instagram warf Ai dem Unternehmen «Zensur» und «Diskriminierung» vor. Beim Pressegespräch sagte er: «Ich war ziemlich platt, denn es handelte sich doch um einen ganz respektablen Auftrag.»

Dreijährige Gastprofessur in Berlin

Der in China lange geächtete Künstler stellte in Berlin sein Konzept für die dreijährige Einstein-Gastprofessur vor, die er Ende des Monats an der Universität der Künste antritt. Er hatte im August nach einem mehrjährigen Ausreiseverbot erstmals sein Land wieder verlassen dürfen.

Mit der Professur habe er sich vertraglich auf drei Jahre verpflichtet und wolle das auch einhalten, sagte er. Andererseits bleibe China sein Heimatland. «Ich werde hin- und herfahren – vorausgesetzt, sie lassen mich rein und raus. Das habe ich nicht unter Kontrolle», sagte er.

Er sei von Berlin aus aber bereits einmal nach Peking zurückgereist und erst vor gut einer Woche wiedergekommen. Menschenrechtsfragen will Ai in seinem Studiengang nicht ansprechen. «Ich unterrichte Kunst. Natürlich sind diese Fragen in mir. Aber ich will meine Studenten damit nicht unter Druck setzen. Jeder hat das Recht, selbst über seine Grundsätze zu entscheiden.»

(sda/dpa)

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nosgar 27.10.2015 10:52
    Highlight Ein Schelm, wer denkt, Weiwei habe die Lego-Sache nur wegen der Publizität lanciert…
    1 0 Melden

Who runs the world? 148 Frauen, die ihr euch zum Vorbild nehmen könnt 

Wir haben einen Kanon gemacht. Das ist dieses Ding, in dem normalerweise steht, welche männlichen Künstler, Wissenschaftler, Denker für die Welt notwendig sind. Aber nicht bei uns. #DIEKANON

In Zusammenarbeit mit: Jelena Gučanin, Nana Karlstetter, Mahret Kupka, Julia Pühringer, Theresia Reinhold, Hedwig Richter, Nicole Schöndorfer, Margarete Stokowski und Brigitte Theissl.

Je verwirrender die Welt scheint, um so stärker wird dem Menschen die Sehnsucht nach einer Ordnung. Nach einer Einordnung. Nach anderen Menschen, die ihm Ideen, Anregung und Halt geben. Die ihm Leuchtturm sein können, in der immer wiederkehrenden, scheinbar schrecklichsten aller Zeiten.

Verständlich also die …

Artikel lesen