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Was jetzt folgt, sind die eindrücklichsten Bilder einer Demo, die du seit langem gesehen hast

02.09.16, 01:48 02.09.16, 07:37


Hunderttausende Menschen haben am Donnerstag in Venezuela für eine zügige Volksabstimmung gegen den sozialistischen Staatschef Nicólas Maduro demonstriert. Bei der «Einnahme von Caracas» blockierten sie am Donnerstag wichtige Strassen der Hauptstadt.

Bei der «Einnahme von Caracas» blockierten sie am Donnerstag wichtige Strassen der Hauptstadt.

«Mehr als eine Million Menschen haben ein Referendum in diesem Jahr gefordert, um Schluss zu machen mit dem Mangel, der Inflation, der Unsicherheit und der politischen Verfolgung», sagte der oppositionelle Bürgermeister des Hauptstadtbezirks El Hatillo, David Smolansky.

Das Oppositionsbündnis MUD berichtete, Sicherheitskräfte hätten Tränengas auf Demonstranten gefeuert. Ausserdem hätten Regierungsanhänger den Protestzug infiltriert, um zu provozieren und Unruhe zu stiften.

«Tausende Venezolaner gehen für die Freiheit auf die Strasse», sagte die Frau des inhaftierten Oppositionsführers Leopoldo López, Lilian Tintori. Die Bürgermeisterin von San Cristóbal und Ehefrau des inhaftierten Oppositionellen Daniel Ceballos, Patricia Ceballos, sagte: «Die Regierung sät Angst und bereichert sich, während das Volk Hunger leidet.»

Die Wahlbehörde hatte den Termin für die zweite Unterschriftensammlung für den Volksentscheid gegen Maduro zuletzt auf Ende Oktober festgelegt. Der Opposition ist das zu spät, denn damit könnte die Regierung das Referendum bis ins kommende Jahr hinauszögern. Dann würden laut Verfassung die Sozialisten selbst bei einer Niederlage des Präsidenten an der Macht bleiben.

Lange Zeit fühlten sich viele Venezolaner ohnmächtig. Der gestrige Tag gab ihnen wieder ein «Power»-Gefühl zurück.

Auch Tausende Regierungsanhänger gingen zur Unterstützung Maduros auf die Strasse. «Unsere Partei wird diese Rechten friedlich schlagen, unser Sieg wird der Frieden sein», sagte Freddy Bernal von der sozialistischen Partei Venezuelas. Die sogenannten Chavisten sehen durch die Proteste der Opposition das Erbe und die sozialen Errungenschaften des gestorbenen Präsidenten Hugo Chávez gefährdet.

Maduro warf der Opposition vor, die Bürger zur Gewalt anzustacheln. Der Staatschef beschuldigte den oppositionellen Parlamentspräsidenten Henry Ramos Allup, «Hass, Vergeltung, Faschismus und Gewalt zu fördern».

Er werde die Immunität der Abgeordneten des von der Opposition kontrollierten Parlaments per Dekret aufheben, kündigte er bei der Kundgebung der Sozialisten am Donnerstag an. «Ich bin entschlossen, das Vaterland und die Souveränität des venezolanischen Volkes mit allen Mitteln zu verteidigen.»

Venezuela hat mehrere internationale Journalisten abgewiesen, die über den Protesttag gegen die Regierung berichten wollten. Die französische Zeitung «Le Monde» protestierte am Donnerstag in Paris gegen die Ausweisung ihrer Korrespondentin aus dem südamerikanischen Land. Auch Journalisten aus den USA und Kolumbien sowie ein Fernsehteam von Al-Jazeera waren betroffen.

Venezuela ist tief gespalten: Seit dem Sieg der Opposition bei den Parlamentswahlen Ende vergangenen Jahres streiten sich Regierung und Volksversammlung. Zudem leidet das Land seit Monaten unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. In den Supermärkten fehlt es an Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs. (cma/sda/dpa/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Echo der Zeit 02.09.2016 17:30
    Highlight Ist klar gehen die auf die Strasse, wen sogar die Bier versorgung gefährdet ist.
    3 2 Melden
  • Sillum 02.09.2016 09:02
    Highlight Die Sozis mit ihrer kruden Weltanschauung und ihren irrsinnigen Wünschen Geld zu verteilen, welches andere Menschen verdienen, scheitern auf der ganzen Welt.
    22 33 Melden
    • Sapere Aude 02.09.2016 13:19
      Highlight Jaja die bösen Sozis... Schon mal gedacht, dass das Problem eher im Demokratieverständnis besteht, als in der politischen Ideologie? Korruption und Trickserei an der Tagesordnung, egal welcher politischen Hintergrund. In Brasilien wird eine linke Präsidentin abgsetzt, aufgrund fragwürdigen Anschuldigungen. Dafür ist jetzt ein korrupter Präsident an der Macht.
      12 4 Melden
  • Döst 02.09.2016 08:34
    Highlight Venezuela ist Anschauungsunterricht zu was Sozialismus führt (für diejenigen die den Zusammenbruch Osteuropas und Sowjetunion verpasst haben).
    Leider haben Ölvorkommen diesen sozialistischen Rohrkrepierer noch verzögert.
    34 16 Melden
    • äti 02.09.2016 20:04
      Highlight Und was ist Ihre garantiert sichere Lösung?
      2 1 Melden
  • Slavoj Žižek 02.09.2016 06:53
    Highlight kt
    40 16 Melden
    • kliby 02.09.2016 08:47
      Highlight Ludwig, Favelas gibt es in sämtlichen kapitalistischen südamerikanischen Ländern. Slums sind eine kapitalistische Erfindung (aus dem viktorianischen England).
      Ps. In Kuba übrigens gibts kein einziges.
      37 15 Melden
    • wololowarlord 02.09.2016 09:22
      Highlight in kuba keine slums? dann warst du wohl nur auf den touristenrouten
      20 8 Melden
    • kliby 02.09.2016 09:53
      Highlight wolo, sag wo es hat, und welche definition von slum du anwendest.
      13 3 Melden
    • Slavoj Žižek 02.09.2016 10:37
      Highlight Eine Google Bildersuche hilft da schon weiter.
      4 5 Melden
    • wololowarlord 02.09.2016 11:02
      Highlight ok, kliby ich geb dir recht, im vergleich zu den "richtigen" grossen slums in lateinamerika und asien hat kuba keine slums. meine augen waren dazumals noch jünger und waren mehr an europas städte gewöhnt. es gibt sie, die barackensiedlungen, ohne infrastruktur, aber nicht in so einem grossen ausmass. von dem her gibt es grösseres elend in kapitalistischen ländern als in sozialistischen.
      13 2 Melden
    • bebby 03.09.2016 10:31
      Highlight in Kuba sind einfach alle arm (ausser dem Regime), in den usa gibt es viele Arme und viele Reiche...was ist besser?
      2 4 Melden
  • Grundi72 02.09.2016 05:31
    Highlight Weg mit diesen Sozialisten!

    ¡¡Vamanos!!
    40 49 Melden
  • Nosgar 01.09.2016 23:28
    Highlight Ich fürchte, dass das böse endet. Das von Chavez angezettelte Schlamassel findet nun seinen Fortgang.
    55 9 Melden
  • Limpleg 01.09.2016 21:39
    Highlight Tausende? 1Million sind auf der Strasse nur in Caracas! Die Regierung versucht verzweifelt mit Gewalt die Menschen von ihrem Recht zu Demonstrieren ab zu halten. Auf den IP TV Sender https://m.youtube.com/channel/UCVFiIRuxJ2GmJLUkHmlmj4w sind Schüsse zu hören... Leider wird es tausende Verhaftungen und sicher auch Tote geben, die Regierung und ihre Colectivos schrecken vor nichts zurück.
    Ach ja, bei der Regierungsdemos sind gerade mal 30000 vor Ort, wie viele davon freiwillig?
    Fuerza por paz Venezuela! #tomaacaracas
    55 9 Melden
    • Limpleg 01.09.2016 22:30
      Highlight Gerade aus Caracas erhalten...
      26 3 Melden
    • DerHans 01.09.2016 23:34
      Highlight Sieht nach einer schwarzen Woche aus für die Sozialisten in Südamerika. Dilma weg und ich hoffe dieser Maduro kann sich auch nicht mehr lange halten. Ihr schafft das!
      34 12 Melden
    • Smash 01.09.2016 23:35
      Highlight @Limpleg, das Video habe ich auch von Verwandten zugeschickt bekommen. Es zeigt, dass trotz den zahlreichen Versuchen des Regimes dies zu torpedieren, die Leute sich nicht mehr aufhalten lassen und für den Wechsel demonstrieren.
      28 3 Melden
    • Randy Orton 02.09.2016 01:55
      Highlight DerHans, Dilma und Maduro kann man nicht vergleichen, wenn Maduro weg ist, wird es Venezuela vielleicht besser gehen. Aber Dilma war nicht der Ursprung der Misere in Brasilien, im Gegenteil.
      45 5 Melden
    • chicadeltren 02.09.2016 05:17
      Highlight Naja, auch gegen Dilma gingen letztes Jahr 6 Mio auf die Strasse. Und klar war es nicht sie alleine, aber 13 Jahre Herrschaft der PT und Rang 122 in Wirtschaftsfreiheit zeigen sich halt irgendwann in einer Rezension.
      15 7 Melden
    • DerHans 02.09.2016 06:34
      Highlight @randy Warum kann man sie nicht vergleichen? Weil Maduro keine Frau ist? Weil er einen Schnauz trägt? Es ist mir unverständlich warum Dilma immer so verteidigt wird? Haben sie das Gefühl in Venezuela wird jetzt auf einen Schlag alles wieder besser? Wie in Brasilien wird sich eine neue Regierung beweisen müssen. Oder wer hätte gedacht dass es nach Chavez tod noch schlimmer wird?
      5 8 Melden
    • Limpleg 02.09.2016 08:29
      Highlight Falls es in absehbarer Zeit einen Regierungswechsel geben sollte (ich hoffe es sehr, gehe aber leider nicht davon aus). Wird die neue Regierung ein hartes Los haben... 18 Jahre Sozialismus und die Blüten in den Köpfen der Menschen - das dauert mindestens eine Generation bis sich das wieder erholt hat
      5 5 Melden
    • Döst 02.09.2016 08:39
      Highlight @chicadeltren: Rezession? Der totale Zusammenbruch ist das. Inflation 2016 ca. 720% geschätzt von IWF. Und die Jahre vorher waren nicht viel besser.
      Naja, jetzt können sie die Banknoten wenigstens als WC Papier benutzen, von dem haben sie ja auch schon lange zuwenig...
      6 4 Melden
    • palito 02.09.2016 09:02
      Highlight @DerHans: es war klar abzuschätzen, dass es nach Chavez schlimmer kommt. er hatte bereuts das land an den rand des abgrunds gebracht. doch im gegensatz zu Maduro hatte er charisma. darum konnte er das volk auch lange zusammenhalten. und solange die petrodollars flossen war alles gut. Maduro nun benimmt sich wie ein kind, dem man das lieblingsspielzeug weggenommen hat (petrodollars) und statt mal zu gucken wie er's wieder bekommt, haut er kräftig um sich.
      6 2 Melden
    • Randy Orton 02.09.2016 11:45
      Highlight DerHans, der Unterschied ist der Rückhhalt in der Bevölkerung: demokratisch gewählte Präsidentin in Brasilien vs. Nachfolger eines Diktators in Venezuela (man kann Chavez ruhig so nennen), der im Volk, wie man jetzt sieht, keinen all zu grossen Rückhhalt geniesst.
      2 2 Melden
    • DerHans 02.09.2016 11:54
      Highlight Dumm nur dass es 2013 nach Chavez Tod Wahlen gab und Maduro knapp demokratisch gewählt wurde. Hätte Brasilien noch ein bisschen länger warten sollen bis sie so weit sind wie Venezuela?
      4 1 Melden
    • Randy Orton 02.09.2016 16:20
      Highlight DerHans, dem kann man nicht Wahl sagen. Erstens war das Ergebnis enorm knapp und zweitens wurden unzählige Verstösse festgestellt (Doppelabstimmungen, Beeinflussung von Wählern, Stimmabgabe nur wenn man für "den richtigen" angekreuzt hat etc.), alles dokumeniert. Roussef wurde korrekt gewählt und hat im Volk nach wie vor grossen Rückhalt, nun kommt in Brasilien ein rechtskonservativer an die Macht, der keine Legitimation seitens der Bevölkerung hat und wird Reformen durchdrücken, die niemand ausser die Reichen wollen.
      3 1 Melden
    • chicadeltren 06.09.2016 04:45
      Highlight @Randy Ortom: so gross ist der Rückhalt nicht: grösste Demo in Brasiliens Geschichte war gegen sie, die die jetzt gegen Temer auf die Strasse gehen sind linksradikale Vandalen (durfte ich live miterleben). Freie Wahlen: ja, aber Wählen ist Pflicht, PT hat allen Armen 60 Reals pro Monat als Geschenk versprochen - für mich sehr nahe am Stimmen kaufen, Rückhalt haben sie daher auch nur noch im armen Norden. Ach ja: es ist so schwierig eine Partei zu gründen, dass die Listenplätze verkaufen ein Business ist.
      2 1 Melden

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