International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

100 Verletzte, scharfe Munition: Proteste gegen die Regierung in Venezuela blutig wie nie

01.06.17, 15:20


An anti-government demonstrator walks past two National Guard soldiers' motorcycles that were set on fire by protesters when the soldiers ran from their bikes after falling during clashes with protesters in Caracas, Venezuela, Wednesday, May 31, 2017. Protesters have flooded the streets of Venezuela for months, demanding new elections and faulting President Nicolas Maduro's leadership for the country's triple-digit inflation, surging crime rates, and dire shortages of food and medicine. (AP Photo/Ariana Cubillos)

Bild: Ariana Cubillos/AP/KEYSTONE

Bei heftigen Strassenschlachten zwischen der Polizei und Demonstranten sind in der venezolanischen Hauptstadt Caracas Dutzende Menschen verletzt worden. Regierungsgegner hatten auf einer Stadtautobahn gegen die sozialistische Regierung von Präsident Nicolás Maduro protestiert.

«Die Unterdrückung durch die Sicherheitskräfte hat heute zu Dutzenden Verletzten geführt. Sie haben uns mit Tränengaskartuschen, Gummigeschossen, Stahlkugeln und Schrauben verletzt. Wir haben sogar scharfe Munition gefunden», sagte der oppositionelle Abgeordnete Miguel Pizarra. Die Rettungskräfte zählten mindestens 100 Verletzte.

Der Generalsekretär der oppositionellen Partei Primero Justicia, Tomás Guanipa, veröffentlichte auf Twitter Fotos von Stahlschrauben, die die Polizei auf Demonstranten gefeuert habe. Oppositionsführer Henrique Capriles zeigte ein Video von einem blutverschmierten Mann, der von einer Tränengaskartusche im Gesicht getroffen worden sein soll.

Seit zwei Monaten gehen in Venezuela fast täglich Demonstranten gegen Präsident Maduro auf die Strasse. Sie werfen der Regierung Menschenrechtsverletzungen vor und fordern Neuwahlen. Maduro hingegen spricht von einer Verschwörung der Opposition und des Auslands. Bislang kamen bei den Protesten 60 Menschen ums Leben, mehr als 1000 wurden verletzt.

Anti-government demonstrators run away from security forces in Caracas, Venezuela, Wednesday, May 31, 2017. Protesters have flooded the streets of Venezuela for months, demanding new elections and faulting President Nicolas Maduro's leadership for the country's triple-digit inflation, surging crime rates, and dire shortages of food and medicine. (AP Photo/Ariana Cubillos)

Bild: Ariana Cubillos/AP/KEYSTONE

«Trotz dieses massiven und selektiven Terrorismus machen wir auf demokratische und pazifistische Weise weiter, bis die verfassungsmässige Ordnung wieder hergestellt ist», sagte der frühere Parlamentspräsident Henry Ramos Allup bei der Kundgebung.

Keine Einigung

Die Aussenminister der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) gingen bei ihrer Krisensitzung zu Venezuela am Mittwoch in Washington ohne Ergebnis auseinander, weil sie sich nicht auf eine gemeinsame Abschlusserklärung einigen konnten.

«Wir müssen festhalten, dass es in Venezuela einen Bruch mit der demokratischen Ordnung gibt», sagte der mexikanische Aussenminister Luis Videgaray. Venezuelas Verbündete stemmten sich gegen eine gemeinsame Erklärung. «Einige Länder wollten eine Resolution verabschieden, die die Souveränität verletzt, die auf Intervention setzt. Das hat nicht geklappt», sagte Boliviens Aussenminister Fernando Huanacuni.

Währung abgewertet

Venezuela leidet unter einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Regierung und Opposition stehen sich unversöhnlich gegenüber, mehrere Dialogversuche scheiterten bereits.

Wegen des niedrigen Ölpreises und jahrelanger Misswirtschaft verfügt Venezuela zudem kaum noch über Devisen, um Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs einzuführen. Die Inflationsrate lag zuletzt Schätzungen zufolge bei 800 Prozent.

Die Zentralbank wertete am Mittwoch die Landeswährung Bolívar um 64 Prozent ab. Das dürfte die Inflation weiter befeuern. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für das laufende Jahr eine Teuerungsrate von mehr als 1600 Prozent. (sda/dpa)

Demonstrationen in Caracas

Das könnte dich auch interessieren:

Diese Frauen haben etwas zu sagen – und der SVP wird dies nicht gefallen

Wieso, verdammt, find ich mich ein Leben lang hässlich?

«Dünne Menschen sind Arschlöcher»

Jetzt kommt das Gratis-Internet in den Zügen – es sei denn, du bist Swisscom-Kunde

In der Schweiz leben 2 Millionen Ausländer – aber aus diesen 3 Ländern ist kein einziger

Norilsk no fun? «Im Gegenteil», sagt Fotografin Elena Chernyshova

Wenn Instagram-Posts ehrlich wären – in 7 Grafiken

Wir haben Schweizer Eishockey-Stars verunstaltet – erkennst du sie trotzdem?

Ist Trump nun ein Faschist oder nicht?

Die 7 schlimmsten Momente, die du an einer Prüfung erleben kannst

Die Grünen sind die unverbrauchten Linken

Norilsk – no fun. Das ist Russlands härteste Stadt

«In einer idealen Welt wären Solarien verboten»

Diese Nachricht lässt jede Playstation 4 sofort abstürzen – so schützt du dich

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Nach zwei Jahren in türkischer Haft darf US-Pastor nach Hause zurückkehren

Zwei Jahre lang hielt die Türkei ihn wegen diverser Vorwürfe fest. Nach Sanktionen, Strafzöllen und Drohungen aus Amerika ist US-Pastor Andrew Brunson nun frei – und auf dem Weg zurück in die Heimat. US-Präsident Trump bejubelte die Freilassung als Erfolg.

«Er hat viel durchgemacht, aber nun ist er auf dem Weg zurück», sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) bei einem Wahlkampfauftritt im US-Bundesstaat Ohio. Brunson werde bereits am Samstag in Washington erwartet – nach einem kurzen …

Artikel lesen