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People stand on the debris of a building after an earthquake struck off the Pacific coast in Manta, Ecuador, April 16, 2016. REUTERS/Paul Ochoa EDITORIAL USE ONLY. NO RESALES. NO ARCHIVE  TPX IMAGES OF THE DAY

Menschen begutachten ein zerstörtes Gebäude in der ecuadorianischen Hafenstadt Manta. Bild: STRINGER/REUTERS

Stärkstes Erdbeben seit 1979: Ecuador entsendet 13'500 Helfer ins Krisengebiet – bisher 77 Tote



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Das Epizentrum des Erdbebens befand sich rund 170 Kilometer westlich der Hauptstadt Quito. bild: earthquake.usgs.gov

Beim schwersten Erdbeben in Ecuador seit vier Jahrzehnten sind am Samstagabend mindestens 77 Menschen ums Leben gekommen. Fast 600 Menschen seien zum Teil schwer verletzt worden, teilte Vizepräsident Jorge Glas am Sonntag mit. Die Opferzahl werde wohl noch steigen.

Die Regierung von Ecuador hat etwa 10'000 Soldaten und 3500 Polizisten zum Einsatz in die Erdbebengebiete geschickt. Das teilte der Vizepräsident Jorge Glas am Sonntag per Twitter mit. Zudem waren Helfer aus dem Ausland, vor allem aus Mexiko und Kolumbien, zur Unterstützung der Rettungsarbeiten nach Ecuador unterwegs.

Die Behörden seien in «grösster Alarmbereitschaft», sagte Glas, der die Stärke des Bebens zunächst mit 7,6 angab. Später übernahm er den von der US-Erdbebenwarte (USGS) genannten Wert von 7,8 und sprach vom schwersten Erdbeben seit 1979.

Die grössten Schäden wurden aus den Regionen im Nord- und Südwesten des Landes gemeldet. In der Stadt Guayaquil stürzten eine Brücke und das Dach eines Einkaufszentrums ein. Der Flughafen in der Stadt Manta an der Pazifikküste musste geschlossen werden. Auch in Quito wurden Gebäude beschädigt. Alle öffentlichen Veranstaltungen in der Hauptstadt wurden abgesagt.

«Es war, als ginge die Welt unter. Häuser krachten zusammen, Lichter gingen aus, die Menschen sind vollständig verzweifelt, unter den Trümmern liegen Verschüttete», berichtete die 40-jährige Hausfrau Miriam Santana der Nachrichtenagentur AFP aus Manta.

Augenzeugen: «Ich hatte grosse Angst»

Die 60-jährige María Torres erlebte das Beben in Quito, wo Lichtmasten und Kabel hin- und herschwankten. «Mein Gott! Das war das schlimmste Erdbeben in meinem ganzen Leben. Es dauerte eine ganze Weile. Mir war schwindlig, ich wollte auf die Strasse rennen, aber ich konnte nicht - zu sehr drehte sich mir der Kopf», sagte sie.

Die in Guayaquil lebende Carlota López war im Auto unterwegs, als die Erde zu beben begann. «Ich hatte grosse Angst, dass die stark schwankenden Stromkabel oder Strassenleuchten auf mein Fahrzeug stürzen würden», sagte sie AFP per Telefon. «Wenig später ging in der ganzen Stadt das Licht aus. Mein Auto bewegte sich, als werde es mit starker Hand von aussen ferngesteuert.»

Der zum Zeitpunkt des Bebens im Vatikan weilende Staatschef Rafael Correa erklärte den Familien der Opfer sein Mitgefühl. Er rief seine Landsleute auf, angesichts der «nationalen Tragödie» Ruhe zu bewahren und «einiger denn je» zu sein. Der Präsident, in dessen Abwesenheit sein Stellvertreter Glas die Amtsgeschäfte führte, wollte noch am Sonntag nach Ecuador zurückkehren und die betroffenen Gebiete besuchen.

Unterstützung aus Mexiko und Kolumbien

In einem Telefonat mit Radio Pública sagte Correa, Hilfsteams aus Mexiko und Kolumbien würden in Ecuador bei der Suche nach Verschütteten helfen. Die Erdstösse waren auch im Norden Perus und im Süden Kolumbiens zu spüren. Aus den beiden Nachbarländern Ecuadors lagen zunächst keine Berichte über Todesopfer vor. Eine Tsunami-Warnung wurde nach kurzer Zeit wieder aufgehoben.

Ecuador liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring. An dem Vulkangürtel stossen gleich mehrere Kontinentalplatten und ozeanische Platten aneinander. Diese sind ständig in Bewegung, weshalb Erdstösse keine Seltenheit sind. (cma/rar/lhr/sda/afp)

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