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Wie Coca Cola mit einem Weihnachts-Werbeclip in die Rassismus-Falle tappte und das Video wieder von YouTube entfernte

Eintracht und Freude wollte Coca-Cola mit einem Weihnachtsspot nach Mexiko bringen. Doch stattdessen gibt es Prügel für den Konzern. Denn Kritiker sehen in dem Clip einen Angriff auf die Würde der Indigenen in Mexiko.

03.12.15, 13:58 28.08.17, 12:04


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Mit Online-Werbespots ist das so eine Sache. Die Clips können zum Selbstläufer werden, aber auch zum Fiasko. Denn auch wenn sie beim Publikum schlecht ankommen, werden die Filmchen blitzschnell verbreitet und sind letztlich nicht mehr einzufangen. Diese Erfahrung musste nun der Weltkonzern Coca-Cola machen.

Unter dem Kampagnen-Motto «Öffne Dein Herz» sollte ein vorweihnachtlicher Spot in Mexiko die Gemüter der Menschen berühren. Das tat der Clip auch – allerdings ganz anders als von Coca-Cola erwünscht. Denn mehrere Gruppen werfen dem Konzern nun vor, die indigene Bevölkerung in Mexiko zu erniedrigen und noch dazu deren Gesundheit zu gefährden.

Was also passiert in dem Spot? Zunächst sind Menschen indigener Abstammung zu sehen. Dazu folgende Texteinblendung auf Spanisch: «81.6 Prozent der indigenen Bevölkerung Mexikos haben sich schon einmal ausgestossen gefühlt, weil sie eine andere Sprache sprechen.»

Dann startet fröhliche Musik und eine Gruppe hellhäutiger, bestens gelaunter und gut aussehender junger Menschen sägt und hantiert in einer Werkstatt. Dazu die Einblendung: «Dieses Weihnachten wollte eine Gruppe Jugendlicher ihnen eine besondere Nachricht überbringen.» Mit «ihnen» sind offenbar Indigene in Mexiko und ganz besonders das Volk der Mixe im Hochland des mexikanischen Bundesstaates Oaxaca gemeint. Denn die Hipster-Truppe fährt mit einem Pickup los und passiert ein Ortsschild mit der Aufschrift «Totontepec», dazu die Einblendung «Mixe-Gemeinde, Oaxaca, Mexiko».

Der umstrittene Werbeclip von Coca Cola. Video: YouTube/Cuéntame de Cortazar

Im Ort angekommen springt das Gute-Laune-Kommando aus dem Auto und fällt mit einem Haufen Bretter und einer Kühlbox mit Cola-Flaschen in den Ort ein. Schliesslich zimmert die Coca-Cola-Horde aus den mitgebrachten Brettern einen improvisierten Christbaum. Es wird fröhlich mit den Einheimischen abgeklatscht, viel gelacht und natürlich noch mehr Cola getrunken. Dann erscheint auf dem Bretterbaum in der Mixe-Sprache der Spruch: «Lasst uns vereint bleiben.» Und dann noch die eingeblendete Aufforderung: «Brich auch Du mit einem Vorurteil und teile es mit über #ÖffneDeinHerz». Schliesslich verspricht der Spot, dass als Belohnung für jeden Post unter #AbreTuCorazon ein Licht an einem virtuellen Coca-Cola-Baum entzündet wird.

Aber bei vielen Zuschauern zündete der Aufruf nicht. Der Konzern hat den Spot am Dienstagabend aus dem Netz genommen. Eine Woche zuvor etwa war er online gegangen. Doch das Internet vergisst nicht - auf YouTube ist der Clip noch über verschiedene Accounts zu finden.

Die Urteile reichen von «lächerlich» bis zu «rassistisch»

Verbraucherorganisationen werfen Coca-Cola vor, Menschenfreundlichkeit vorzugaukeln und in Wirklichkeit die Würde der Indigenen zu verletzen. Gesundheitsorganisationen forderten die mexikanische Regierung auf, den Spot zu verbieten. Denn der Clip trage auch dazu bei, den sowieso schon schlechten Gesundheitszustand vieler Menschen in indigenen Gemeinden zu verschlimmern. Hintergrund ist, dass in Mexikos Bevölkerung Übergewicht und Diabetes verbreitet ist – unter anderem da in dem Land auch massenhaft Zuckerbrausen getrunken werden.

Eine Sprecherin der Werbespot-Gegner nannte den Clip «empörend». Dabei hatte Coca-Cola zuvor noch angekündigt, mit der Kampagne wolle man Vorurteile abbauen. Doch den Machern des Spots fehlte offenbar jegliches Gespür für ihre Zielgruppe. Auf Twitter reichen die Urteile über den Clip von «lächerlich» bis zu «rassistisch».

Der Konzern versuchte nun zu retten, was zu retten ist. Ein Sprecher entschuldigte sich. Man habe niemanden kränken wollen. Die Nachricht des Spots sei einfach falsch verstanden worden. Es gehe doch eigentlich um Eintracht und Freude über alle Grenzen hinweg.

Mehr Erfolg mit seinem aktuellen Weihnachtsspot hat übrigens der Handelskonzern Edeka. In dem Filmchen täuscht ein alter Mann seinen Tod vor, um seine Kinder und Enkel an Weihnachten zum Heimkommen zu bewegen. Der Spot ist mindestens so unrealistisch wie der Coca-Cola-Clip – aber er kommt sowohl bei Werbeprofis als auch im Netz gut an.

Mit diesem Werbe-Video hat «Edeka» den Weihnachts-Jackpot geknackt. Video: YouTube/EDEKA

mmq/dab/AP

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Raphael Stein 03.12.2015 20:39
    Highlight Imperialistisch, nicht rassistisch, ist dieses dürftige Werbefilmchen mit der ewig gleichen Botschaft von CC.
    18 6 Melden
  • Teslaner 03.12.2015 18:40
    Highlight Der Spot von EDEKA ist eindeutig rassistisch!!! Nur weisse kommen vor und es wird zu ungesunden Weihnachtsspeisen aufgerufen! Verklagt diese schreckliche Firma!

    Ja, das war nicht ernst gemeint. Ehrlich.. Der Cola Werbespot versucht Menschen zusammen zu bringen und das soll Rassismus sein? Die Leute spinnen einfach..
    38 8 Melden
    • glüngi 03.12.2015 22:32
      Highlight ey du wirst dich wundern, ich habe den spot mal auf blick gesehen (glaube ich bin mir nicht sicher) und dort hat es so hardcore veganer gehabt die geheult haben das dort fleisch gegessen wird und warum liebe vorgegaukelt wird um dann danach eine LEICHE zu essen und sich darüber zu freuen, kein scheiss ich hab gedacht ich sehe nicht recht.
      14 0 Melden
    • atomschlaf 03.12.2015 22:35
      Highlight @playec1992: Hardcore-Veganer haben leider oft einen an der Klatsche...
      19 2 Melden
  • mb2805 03.12.2015 16:55
    Highlight Wenn fröhliche Menschen (egal welcher Abstammung) zusammen Sapss haben ist das also rassistisch, aber den Enkelkinder den Tod vortäuschen ist dann wieder völlig okay... Alles klar!
    49 3 Melden
  • Chlinae_Tigaer 03.12.2015 16:23
    Highlight Zitat; Wie Coca Cola mit einem Weihnachts-Werbeclip in die Rassismus-Falle tappte ... Zitatende.

    Krank und schon fast pervers finde ich, wenn jemand in diesem Spot Rassismus sieht.
    65 3 Melden
  • mvrisita 03.12.2015 16:10
    Highlight Verstehe nicht, wieso das rassistisch sein soll. Vielleicht ein wenig unglücklich.
    51 3 Melden

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