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Prügeleien, Feuerwerk und Raubzüge – Besetzung des Parlaments in Venezuela artet aus

Anhänger von Präsident Maduro hielten in Caracas während neun Stunden 350 Leute im Parlament fest. Diese erlebten bange Momente. 

06.07.17, 01:48 06.07.17, 06:46

Wüste Szenen im venezolanischen Parlament in Caracas: Unterstützer des Präsidenten hatten am Morgen das Parlamentsgebäude in Caracas gestürmt und sich Schlägereien mit Oppositionsabgeordneten geliefert. Die in der Farbe der regierenden Sozialisten rot gekleideten Maduro-Anhänger drangen zunächst in die Gärten des Parlaments ein und zündeten Feuerwerkskörper.

Angreifer stürmen das Parlament.  Video: streamable

Danach belagerten sie das Parlamentsgebäude während neun Stunden. Die über 350 Oppositionsabgeordneten, Journalisten und Angestellten, in dem Gebäude festsassen, konnten den Sitz der Nationalversammlung am Mittwochabend verlassen.

Zuvor erlebten sie bange Stunden: Einigen Angreifern gelang es, bis auf die Flure des Parlaments vorzudringen, wo sie auf Oppositionsabgeordnete einschlugen. Am frühen Mittwochabend versperrten die Präsidenten-Anhänger zudem den Eingang zum Sitz der Nationalversammlung.

Die Demonstranten zündeten Feuerwerkskörper, riefen Parolen wie «Sie werden nicht herauskommen» und beschimpften die oppositionellen Politiker als «Mörder» und «Terroristen».

«Es gibt Kugeln, es gibt Blut»

Augenzeugen zufolge wurden mindestens fünf Parlamentarier verletzt, mehrere Journalisten wurden ausgeraubt. Politiker, Medienvertreter und Gäste wurden stundenlang in dem Gebäude festgehalten. «Es gibt Kugeln, es gibt Blut, Autos wurden zerstört, auch meines», sagte Parlamentspräsident Julio Borges.

Präsident Nicolas Maduro verurteilte die Gewalt und forderte Ermittlungen. Zugleich rief er aber die Opposition dazu auf, auch über Gewalt aus ihren Reihen zu sprechen.

Die konservative und rechtsgerichtete Opposition Venezuelas kämpft für eine Amtsenthebung des Staatschefs, den sie für die schwere Wirtschaftskrise und die dramatischen Versorgungsengpässe im Land verantwortlich macht. Die Innenstadt von Caracas ist traditionell eine Hochburg der Regierung.

Maduro beschuldigt die Regierungsgegner, mit Unterstützung der USA einen Staatsstreich gegen ihn zu planen. Bei den nahezu täglichen Protesten gegen Maduro wurden seit Anfang April bereits 91 Menschen getötet und mehr als tausend weitere verletzt. (sda/afp/reu)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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8
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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Limpleg 06.07.2017 06:57
    Highlight Maduro fordert Ermittlung? Wer hat letzthin gesagt "wir werden unsere soziale Revolution mit Waffen verteidigen" Es wird schlimmer und schlimmer, täglich neue Videos wo Schergen der Regierung in Gruppen einzelne Personen (auch) Frauen am hellichten Tag auf offener Strasse attackieren....
    4 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 06.07.2017 11:44
      Highlight "wir werden unsere soziale Revolution mit Waffen verteidigen"

      ... Offenbar werden sie angegriffen. Von wem? Wieso? Wer steckt dahinter und finanziert das?
      2 2 Melden
    • Limpleg 06.07.2017 13:04
      Highlight Ganz einfach, die sozialistiche Revolution wird angegriffen mit dem in der Verfassung festgeschriebenem Recht auf Meinungsfreiheit, Ansetzung von Neuwahlen, Rechte des Parlamentes etc.
      3 2 Melden
  • 〰️ empty 06.07.2017 06:28
    Highlight Socialism at its best.
    7 4 Melden
  • Toerpe Zwerg 06.07.2017 05:24
    Highlight Agenturmeldung from Hell.
    1 3 Melden
  • Gelöschter Benutzer 06.07.2017 04:02
    Highlight Naja. Diese Opposition hat ja offenbar auch überhaupt keine Ahnung von nichts:
    Sie machen die Regierung für die schwere Wirtschaftskrise und die dramatischen Versorgungsengpässe im Land verantwortlich.
    Dabei ist ja klar, dass der tiefe Ölpreis der der Grund dafür ist.
    Mit Leuten, die die realen Umstände derart verkennen, lässt sich auch kein Staat machen.
    7 5 Melden
    • 〰️ empty 07.07.2017 11:29
      Highlight Wer sonst Schuld wenn es die sozialistische Regierung verpasst Alternativen zu den Öleinnahmen zu entwickeln?
      1 1 Melden
    • PaLve! 11.07.2017 10:44
      Highlight @o.o
      Was gibts schon einfachers, als kurz eine neue Einnahmequelle aufzubauen?
      Und das schon, wenn einen die halbe Welt wegputzen will.
      0 0 Melden

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