International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Staatsanwalt wurde doch ermordet: Wollte Argentinien Anschlag auf Juden verschleiern? 

27.12.17, 05:32

Drei Jahre nach dem mysteriösen Tod eines Staatsanwalts in Argentinien geht die Justiz nunmehr von einem Mord aus. Bundesrichter Julian Ercolini kam in seinem am Dienstag vorgelegten Urteil zu diesem Ergebnis.

Der im Januar 2015 durch einen Kopfschuss getötete Staatsanwalt Alberto Nisman sei nicht durch die eigene Hand gestorben, hiess es von dem Gericht. Der Fall hatte weit über Argentinien hinaus für Aufsehen gesorgt.

Bild: AP/AP

Kurz vor seinem Tod beschuldigte Nisman die damalige Staatspräsidentin Cristina Fernandez, die Rolle des Iran beim Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum in Buenos Aires im Jahr 1994 verschleiert zu haben. Nisman starb einen Tag, bevor er seine Vorwürfe vor dem Kongress erläutern sollte. Fernandez legte damals nahe, dass es sich um Suizid handelte. Dagegen empfahl bereits im vergangenen Jahr ein Strafermittler, den Fall als Morduntersuchung zu behandeln.

Pistole geliehen

Richter Ercolini betonte nun in seinem 656-seitigen Urteil: «Nismans Tod kann kein Selbstmord gewesen sein.» Dafür gebe es hinreichende Beweise. Zugleich warf er einem früheren Mitarbeiter Nismans Beihilfe zum Mord vor. Diego Lagomarsino gab zu, Nisman die Pistole geliehen zu haben, durch deren Kugel dieser starb. Nach Darstellung Lagomarsinos bat Nisman ihn um die Waffe, um sich selbst und seine Familie damit zu schützen.

Fernandez, die nun als Abgeordnete im Senat sitzt, wurde zuletzt wegen Landesverrats angeklagt. Ihr wird vorgeworfen, sich hinter den Kulissen dafür eingesetzt zu haben, dass der Iran mit dem Attentat auf das jüdische Gemeindehaus, bei dem 85 Menschen starben, nicht in Verbindung gebracht wird. Damit soll sie versucht haben, die Verbindungen zum Iran zu normalisieren und im Jahr 2013 ein Handelsabkommen mit dem Land zu erzielen. Die Führung in Teheran hat eine Verwicklung in den Anschlag stets bestritten. (sda/reu)

Das könnte dich auch interessieren:

10 Fragen, die dem SBB-Kundendienst im Internet tatsächlich gestellt wurden 🙈

Stoppt die Essensdiebe! 9 Etiketten, die du brauchst, wenn du im Büro arbeitest

Vergesst Russland und USA: In Syrien droht ein Krieg zwischen Iran und Israel

Dreht Obama durch? Dieses Video zeigt eine der grössten Gefahren für Demokratien

«Ohne Fiat Money wäre unser Wohlstand undenkbar»

Liebe Baslerinnen und Basler, das passiert jetzt mit eurer BaZ ...

John Oliver attackiert die Schweiz – das sagt der Steuerexperte dazu

«Sitz, du Sau!» – Als Hockeybanausin am Playoff-Finalspiel

Hätten die Echo-Verantwortlichen doch diesen Film gesehen ...

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Nach 25 Toten bei Protesten: Nicaraguas Präsident zieht umstrittene Rentenreform zurück

Nicaraguas Präsident Daniel Ortega hat angesichts tagelanger blutiger Proteste die geplante Rentenreform zurückgezogen. Das erklärte der Staatschef am Sonntag nach Gesprächen mit Wirtschaftsführern.

Das federführende Institut für soziale Sicherheit (INSS) habe beschlossen, das Reformprojekt fallenzulassen. Mit dem Entscheid solle ein breiter Dialog zwischen der Regierung und den Arbeitern ermöglicht und der Frieden wieder hergestellt werden, sagte der Staatschef am Sonntag in einer …

Artikel lesen