International

Kämpfe zwischen Milizen

Die Lage spitzt sich zu: Afrikanische Staaten verlangen Militär-Intervention in Libyen

19.12.14, 23:02

Fünf afrikanische Staaten haben die UNO am Freitag zu einer militärischen Libyen-Intervention gedrängt. Die Vereinten Nationen müssten die dortigen Milizen «neutralisieren» und einen staatlichen Wiederaufbau ermöglichen, forderten die Staatschefs der libyschen Nachbarländer Niger und Tschad sowie von Mali, Mauretanien und Burkina Faso.

Der gemeinsame Appell richtete sich an den UNO-Sicherheitsrat. Dieser solle in Abstimmung mit der Afrikanischen Union eine internationale Eingreiftruppe auf die Beine stellen.

Milizen destabilisieren den Staat

Seit dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 herrscht in Libyen ein Dauerkonflikt zwischen rivalisierenden Milizen. Das Parlament und die Regierung sind de facto machtlos. Es gibt daher auch für die UNO keine durchsetzungsfähigen Ansprechpartner in Tripolis.

Das Chaos hat Befürchtungen geweckt, dass das Land zum Hort für Islamisten werden könnte. Den USA zufolge betreibt die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), die bisher vor allem in Syrien und im Irak aktiv ist, mittlerweile auch Ausbildungslager in dem Land.

Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte erst am Montag vor einem Zusammenbruch des Landes und schwerwiegenden Folgen für Europa gewarnt: «Wenn Libyen zerfällt, kann das sehr schnell auch mit dramatischen Folgen mindestens für den Süden Europas einhergehen.» (sda/afp/tat)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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    Alle Leser-Kommentare
  • sewi 20.12.2014 07:12
    Highlight Schade, dass Gaddafi gestürzt wurde. Die islamische Ideologie zerstört nun das Leben der Menschen in Libyen.
    0 0 Melden

«Es herrschen chaotische Zustände»: Libyen hindert Schweizer Piloten an Seenotrettung

Die libysche Übergangsregierung ändert internationale Gesetze auf eigene Faust, die EU schickt Geld zur Aufrüstung der Küstenwache, Seenotretter werden verhaftet. Der Pilot Fabio Zgraggen sagt im Interview, er wisse nicht, wie lange er mit seinem Flugzeug noch nach Flüchtlingen auf dem Mittelmeer suchen kann.

Im August dieses Jahres kamen 90 Prozent weniger Flüchtlinge über das Mittelmeer als im August 2016. Freut Sie das?Fabio Zgraggen: Natürlich sind wir froh, wenn die Flüchtenden nicht aufs Meer müssen. Aber wenn sie zurück in die libyschen Flüchtlingslager gebracht werden, wo schlimme humanitäre Zustände herrschen, ist das sehr besorgniserregend für uns. Weil wir genau wissen, dass diesen Menschen so nicht geholfen wird. Sondern dass sie zurück in Folter und Ausbeuterei gebracht werden.

Was hat …

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