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Bislang nur mit dem Schiff zu erreichen, landet fortan einmal pro Woche ein Linienflugzeug auf der abgeschiedenen Atlantikinsel St. Helena.

Der unnötigste Flughafen der Welt ist endlich offen – die Sache hat aber einen Haken

15.10.17, 02:42 16.10.17, 04:47

Die kleine Insel St. Helena, auf der Napoleon seine letzten Jahre in der Verbannung verbrachte, hat ihre Jahrhunderte lange Isolation beendet: Am Samstag landete erstmals eine Linienmaschine auf dem neuen Flughafen der abgeschiedenen Vulkaninsel im Südatlantik.

Künftig soll der Linienflug aus Johannesburg der südafrikanischen Fluggesellschaft Comair einmal die Woche das britische Überseegebiet anfliegen – bisher sorgte ein alle drei Wochen eintreffendes britisches Postschiff für die einzige regelmässige Verbindung in andere Länder.

Eine Verbindung pro Woche? Der Flughafen holt sich damit den unrühmlichen Titel als «unnötigster Flughafen der Welt». 

Nach fünfjähriger Bauzeit, heftiger Kontroversen wegen der Kosten in Höhe von 285 Millionen Pfund (369 Millionen Franken) und mehrmaliger Verschiebungen nahm der umstrittene Flughafen auf einer Hochebene an der Ostküste seinen Betrieb auf. Für den Bau mussten ein Berggipfel abgetragen und ein Tal aufgefüllt werden, für weitere Schwierigkeiten sorgten die heftigen Winde auf St. Helena.

Eigentlich ist der Flughafen aber immer noch nicht fertig: Ursprünglich hätte die Piste knapp 2000 Meter lang werden sollen. Wegen der zu hohen Kosten wurde die Landebahn aber nun verkürzt. Damit können vorerst nur kleinere Jets auf St. Helena landen. 

Vom neuen Flughafen erhofft sich London eine neue Einnahmequelle für die rund 4000 Inselbewohner: den Tourismus. Bisher kostet das steinige Erbe aus der Kolonialzeit den britischen Steuerzahler jedes Jahr hohe Summen. Allein im Jahr 2015 lag die Finanzhilfe bei 53.5 Millionen Pfund.

(amü/sda/afp)

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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nashorn 17.10.2017 14:45
    Highlight Wiso leben da überhaupt Menschen und dazu noch Briten?
    2 0 Melden
  • jogurt 17.10.2017 11:30
    Highlight Interessant wäre zu wissen, wie die Finanzierung zu diesem Projekt zustande kam und welche "Kräfte" dies Unterstützten !
    3 0 Melden
  • malu 64 16.10.2017 13:15
    Highlight Ist es wirklich nötig, das eine Insel die 11 auf 16 Kilometer gross ist und rund 4000 Bewohner hat einen Flughafen braucht? Für 380 Millionen?! Mit einer Hoovercraft Fähre könnte man die Insel sicher einmal pro Woche anfahren.
    2 5 Melden
  • ghawdex 15.10.2017 22:35
    Highlight
    4 1 Melden
  • savon99 15.10.2017 22:06
    Highlight Unnötig ist da nur der Titel des Schreiberling.

    Jede Woche eine Flugverbindung statt alle drei Wochen ein Postschiff ist nicht unnötig!
    66 5 Melden
  • sowhat 15.10.2017 16:45
    Highlight Wie definiert ihr eigentlich "unnötig"?
    105 3 Melden
  • Miss Geschick 15.10.2017 16:34
    Highlight Der unnötigste Flughafen der je gebaut wurde ist wohl der auf den Kapverden auf der Insel Brava (auch Flores genannt). Da hat man nach (!) dem Bau festgestellt, dass man den Flughafen nicht anfliegen kann, weil es unmöglich ist bei den Winden zu landen oder zu starten.
    130 0 Melden
    • ShadowSoul 16.10.2017 12:30
      Highlight Ich frag mich ja schon wie man so was erst danach merken kann? Macht man vorher nicht Tests (am PC oder eine Kalkulation)? Und das müssen doch mehrere Personen absegnen, wie kann es so vielen Leuten durch den Lappen gehen? Fragen über Fragen.
      4 0 Melden
  • ghawdex 15.10.2017 11:50
    Highlight Der Flug Windhoek (Namibia) - St. Helena wird übrigens einmal im Monat noch nach Ascension verlängert. Und die werden froh sein über diese Verbindung. Sind die doch wegen defekter Landebahn derzeit vom Anschluss nach England abgeschnitten.
    59 0 Melden
  • ghawdex 15.10.2017 11:47
    Highlight Unnötig? Unnötig ist wohl das der Journi das Wort im Titel platziert hat...

    Der Artikel erklärt also das der Flugplatz unnötig ist weil nur einmal pro Woche ein >Linienflug< stattfindet. Das vorher die Insel nur per Postschiff (über 25 Jahre alt und müsste ersetzt werden) an den Rest der Welt angebunden war, das alle 3 Wochen vorbeikam, bleibt aber unerwähnt. Reisezeit mit dem Schiff war/ist ca. 5 Tage.
    137 5 Melden
  • Commander 15.10.2017 11:47
    Highlight Sinnvoll? Hm. Ein Gedanke wäre noch, dass der Flughafen im Krisenfall auch militärisch genutzt werden könnte. Die Lage ist ja strategisch nicht schlecht.
    58 3 Melden
    • Fabio74 15.10.2017 20:33
      Highlight naja Tausende Kilometer Wasser in alle Richtungen So strategisch günstig ist das auch nicht.
      19 21 Melden
    • jogurt 17.10.2017 11:32
      Highlight Sagt Dir der "Begriff" Falkland-Krieg etwas !?
      1 1 Melden
  • Gummibär 15.10.2017 11:12
    Highlight Da gäbe es einige unnötigere Flugplätze in der Schweiz zu erwähnen, wo die Bewohner bessere Alternativen als ein 1963 gebautes Postschiff im drei-wöchigen Turnus zur Verfügung haben.
    94 9 Melden
    • AL:BM 15.10.2017 11:57
      Highlight Flugplatz ist nicht gleich Flughafen. Die Baukosten unterscheiden sich wohl auch.
      24 3 Melden
  • Umemuuli 15.10.2017 10:49
    Highlight Unnötig aber in Betrieb, ist besser als nötig und ausser Betrieb.

    Evtl. Könnte der Architekt in Deutschland helfen.
    212 2 Melden
  • Oban 15.10.2017 10:48
    Highlight Anderorts denke ich gelesen zu haben, dass das Postschiff eingestellt wird, sprich die einzige regelmässige Verbindung zur Aussenwelt. So unnötig ist das also nicht, da ist der Airport in Spanien unnötiger, da hat es in der Region nämlich schon mehr als einen.
    95 1 Melden
  • ponebone 15.10.2017 10:42
    Highlight Vielleicht sollten die Verantwortlichen vom Flughafen in Berlin dort mal ein Praktikum absolvieren.
    118 3 Melden
  • Peter Wolf 15.10.2017 10:36
    Highlight Ganz schön arrogant, Ihr Watson-Macher, diesen Flugplatz als unnötigsten der Welt zu bezeichnen. Die Menschen auf St. Helena sehen das wohl ganz anders und bedanken sich bestens für diese Zürcher Bürostuhl-Überheblichkeit.
    234 9 Melden
    • SemperFi 15.10.2017 16:42
      Highlight @Peter Wolf: Das geht denen am A... vorbei, die haben jetzt nämlich einen Flughafen. 😂
      45 0 Melden
  • Susannah 15.10.2017 10:07
    Highlight "Der unnötigste Flughafen der Welt...." - BER?
    "....ist endlich offen." ach nein, dann kann es nicht der sein.
    136 3 Melden
  • Der Rückbauer 15.10.2017 09:05
    Highlight Es gibt noch einen, ganz in der Nähe: Aeropuerto Corvera, Murcia, Spanien, finanziert mit gütiger Hilfe der EU. Im jedem Kilogramm Beton dort steckt ein Kilogramm Korruption. - An einem Tag landeten etwa 20 Privatflugzeuge von Politikern und Unternehmern - am Tag der Einweihung. Seither ist tote Hose. Und jetzt, gerade jetzt, sagen sie, wird es besser. Aber das sagen sie schon seit Jahren. Und dann gibt es noch einen näheren: Aeropuerto de Castellòn, gleich wie Murcia.... http://cadenaser.com/programa/2014/12/12/hoy_por_hoy/1418360358_053286.html
    Grössenwahnsinnige Fehlinve
    122 0 Melden
    • dä dingsbums 15.10.2017 10:45
      Highlight Nicht zu vergessen, der Flughafen in Ciudad Real, der in Albacete, Logroño, Burgos, usw.

      38 0 Melden
  • Schnuderbueb 15.10.2017 08:24
    Highlight .... und was macht man dort eine Woche? Wäre für einen Weltenbummler wie mich ja auch noch interessant zu wissen, wenn man den Einheimischen nicht das Bier weg saufen will.
    115 6 Melden
  • Stan_the_man 15.10.2017 06:29
    Highlight Wer findet den Flughafen unnötig? Die Bewohner ja wohl nicht, und die Regierung sieht auch einen Nutzen darin.
    126 6 Melden
    • Rüdiger Rasenmeier 15.10.2017 10:08
      Highlight Da ist Belp oder Altenrhein x-mal unnötiger!
      36 34 Melden
    • Masche 15.10.2017 11:25
      Highlight Wenn die Bewohner der Insel die knapp 100000, die der Flughafen pro Einwohner kostete, selber bezahlen müssten, würden sie ihn wohl auch unnötig finden.
      19 50 Melden
    • Alnothur 15.10.2017 12:43
      Highlight Belp ist nicht unnötig...
      36 14 Melden
    • Gummibär 15.10.2017 12:53
      Highlight @Masche.
      Diese Kosten pro Anwohner Kalkulation dürfte für manches Bergdorf in der Schweiz ähnlich ausfallen. Nur weil der Rest der Welt die Anbindung der Insel durch die RMS St.Helena romantisch findet, ist kein Grund, die Einwohner auch weiterhin wie Napoleon in der Verbannung zu halten.
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