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Eine Anwältin klagt an: Eine Sechsjährige habe vier Tage lang ohne Eltern am Flughafen ausharren müssen. Bild: GONZALO FUENTES/REUTERS

Wegen ihrer Papiere: Beamte sollen zwei kleine Kinder an Pariser Flughafen tagelang ohne Eltern festgehalten haben

In Frankreich sorgt das Vorgehen von Grenzbeamten an einem Pariser Flughafen für Aufregung: Zwei Mädchen sollen dort mehrere Tage lang festgesetzt worden sein - ohne ihre Eltern.

12.06.15, 15:30

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Um ihre Papiere zu überprüfen, sollen zwei kleine Kinder tagelang ohne ihre Eltern an einem Pariser Flughafen festgehalten worden sein. Eine sechsjährige Französin habe vier Tage am Flughafen Charles-de-Gaulle verbringen müssen, bevor sie nach einer Anhörung durch einen Richter am Dienstag freigelassen worden sei, sagte Anwältin Sidonie Leoue.

Die Grenzbeamten hatten demnach den Verdacht, dass der Pass nicht dem Mädchen gehörte, da das Foto ihr angeblich nicht ähnelte. Der Richter konnte dieser Argumentation aber nicht folgen. Laut der Anwältin lebt die Kleine bei ihrer Grossmutter in Kamerun und wollte die Ferien bei ihrer Mutter in Frankreich verbringen.

Die Sechsjährige wurde in einem Bereich des Flughafens für Reisende ohne gültige Papiere untergebracht. Minderjährige erhalten dort eine besondere Betreuung. Die Anwältin will nun den Staat auf Entschädigung verklagen.

Unabhängige Instanz eingeschaltet

An dem Flughafen wurde auch eine Dreijährige aus der Elfenbeinküste fünf Tage lang festgehalten, wie ihr Vater und ein Anwalt erklärten. Das Kind wurde erst am Mittwoch nach einer Anhörung durch einen Richter freigelassen.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf nicht genannte Quellen, es sei äusserst ungewöhnlich, dass ein so kleines Mädchen am Flughafen ohne seine Eltern festgehalten werde. Die Grenzbeamten hätten aber überprüfen wollen, dass es sich bei ihrem Begleiter tatsächlich um ihren Vater handelte, und sie nicht ihrer ivorischen Familie entrissen wurde.

Der Vater sagte, er habe seine Tochter mit einem gefälschten Pass nach Frankreich bringen wollen, weil ihr in der Elfenbeinküste die Beschneidung drohte. Er wolle nun Asyl für sie beantragen. Der Vater befand sich selbst illegal in Frankreich. Eine unabhängige Instanz zur Verteidigung der Rechte der Bürger wurde eingeschaltet, um die Rechtmässigkeit des Vorgehens der Behörden in dem Fall zu überprüfen. (tat/wit/AFP)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 12.06.2015 20:36
    Highlight Leider werden immer wieder Kinder in Afrika von irgendwelchen Europäern gekauft und nach Europa verfrachtet.
    Konnte dies selber in Kenia beobachten, wo ein kleines Massai Mädchen, von einer Kroatin mit Tochter in Milano lebend, für einige Tage ins Hotel gebracht wurde. Ich erkundigte mich bei einem Massai ob diese Kinder verkauft würden. Leider ist dem so.
    Leute an den Grenzen wissen genau was abläuft.
    Bevor wir die Grenzbeamten vorverurteilen müssen wir zuerst zur Kenntnis nehmen was auf dem Kindermarkt so abläuft. Kindermarkt, ich weiss ein hässliches Wort. Leider aber Tatsache.
    1 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 12.06.2015 16:51
    Highlight Typisch Frankreich. In einem Land, das "Liberté, Egalité, Fraternité" auf seine Fahnen geschrieben hat. Was hier angewendet wird ist "Bürokratie, Beamtenhöhrigkeit und idiotischer Zentralismus".
    5 0 Melden

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