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«Die Empörung ist sehr gross»: Germanwings-Hinterbliebene lehnen Schmerzensgeld ab

25'000 Euro sind ihnen nicht genug: Hinterbliebene der Germanwings-Katastrophe haben das Entschädigungsangebot der Lufthansa zurückgewiesen. 

18.07.15, 20:24

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Dutzenden Hinterbliebenen von Opfern des Germanwings-Absturzes reicht das von der Lufthansa angebotene Schmerzensgeld nicht aus. «Wir lehnen das Angebot ab, weil die Hinterbliebenen es als unangemessen empfinden», sagte der Berliner Anwalt Elmar Giemulla, der nach eigenen Angaben mehr als 30 Opferfamilien vertritt. Die Angehörigen seien zornig über das Verhalten der Airline. «Die Empörung ist sehr gross. Wir erwarten jetzt ein neues Angebot.»

Germanwings ist eine Tochtergesellschaft der Lufthansa. Diese hatte vorgeschlagen, dass die rechtmässigen Erben von deutschen Opfern 25'000 Schmerzensgeld erhalten. Das sei «zu wenig», sagte Giemulla und forderte mindestens 100'000 Euro für jedes Opfer.

Auch das Angebot der Lufthansa, nächsten Angehörigen wie Eltern, Kindern oder Lebenspartnern ohne weitere Prüfung jeweils ein Schmerzensgeld von 10'000 Euro zu zahlen – für «unterstellte eigene Gesundheitsschäden» – nannte der Anwalt unangemessen. Die Gruppe sei zu klein gefasst, zudem müsse der Betrag «im unteren sechsstelligen Bereich liegen», schrieb Giemulla in einem Brief an die Gegenseite. Er forderte, auch Grosseltern, Geschwister sowie Enkel einzubeziehen.

Bei dem Absturz der Germanwings-Maschine am 24. März in den französischen Alpen kamen alle 150 Menschen an Bord ums Leben, darunter viele Deutsche. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft sperrte der Co-Pilot den Flugkapitän aus dem Cockpit aus und brachte die Maschine absichtlich zum Absturz. Der 27-Jährige hatte nach Überzeugung der Ermittler psychische Probleme und Suizidgedanken, die er vor seinem Arbeitgeber verheimlichte.

Lesen Sie zu dem Thema auch das Interview mit dem Zivilrechtsexperten Thomas Kadner Graziano. Er hält das angebotene Schmerzensgeld «in manchen Fällen für grosszügig». (wit/dpa/AFP)

Der Absturz von Germanwings 4U9525 in Frankreich

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Wandtafel 19.07.2015 04:00
    Highlight Wie viel hätte es gegeben wenn es ein Flugzeug voller Asiaten oder Afrikaner gewesen wäre?
    2 2 Melden
  • Howard271 18.07.2015 21:07
    Highlight Finde diese Entschädigungen irgendwie ein bisschen seltsam. Ein Menschenleben hat keinen monetären Wert, da kann man noch lange über den exakten Betrag streiten. Klar ist es eine Katastrophe, aber Fliegen beinhaltet nunmal ein gewisses Risiko, das leider nicht verhindert werden kann.
    39 5 Melden
    • 7immi 19.07.2015 10:13
      Highlight Nun ja, es geht ja nicht darum, diesen Menschen zu ersetzen. Das ist ganz klar auch nicht möglich. Vielmehr geht es einerseits um eine Geste, als auch, ganz trocken formuliert, um den Erwerbsausfall. Wenn z.B. ein Elternteil stirbt, sollte dessen "Lohn und Gewinn für die Hinterbliebenen kompensiert werden". Soweit die Idee und Definition. Dies sollte den Schmerz lindern... sollte... 25000 sind klar zu wenig. Was mich ebenfalls stört, ist die Abhängigkeit der Herkunft bei der Höhe der Entschädigung...
      2 1 Melden
  • E. Edward Grey 18.07.2015 20:57
    Highlight Schaut mal was 25000 Euro an Prämienmeilen gibt und was man dann dafür bekommt. Dann weiss man Bescheid warum es den Opfern nicht ausreichend erscheint.
    8 6 Melden
  • Maria B. 18.07.2015 20:40
    Highlight Ich teile die Meinung, dass 25'000 Euro pro Opferfamilie klar zu wenig ist! Zwar kann man soviel Leid mit Geld wohl eh nur mangelhaft kompensieren, aber wenn ich denke, dass die Fluggesellschaft durch die Art des Vorfalls ein Mitverschulden trifft, aber auch dass man hierzulande den Verlust eines Armes mit demselben Betrag "kompensiert", zeigt auf, dass dieser absolut zu knapp bemessen ist.
    15 9 Melden

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