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«Gott wird die Homosexuellen richten» – Interview mit dem Vater des Orlando-Attentäters

14.06.16, 11:29 14.06.16, 14:03


Die Motive des Attentäters von Orlando, der 50 Menschen in den Tod gerissen und über 50 weitere zum Teil schwer verletzt hat, bleiben noch immer mehrheitlich im Verborgenen. Das Bild, das Bekannte, Verwandte und Medien vom 29-Jährigen zeichnen, ist ein bruchstückhaftes: aggressiv, homophob, nicht besonders religiös – ein Einzelgänger mit Gewaltphantasien. 

Seddique Mateen, den Vater des Todesschützen, lässt die Tat ratlos zurück. In einem Video entschuldigte er sich für die Tat seines Sohnes und betont, wie die ganze Familie unter Schock stehe. «Ich weiss nicht, was dies verursacht hat. Ich wusste nicht, dass er Hass in seinem Herzen trägt.» Im Gegensatz zur Meinung in der Öffentlichkeit will Mateen bei seinem Sohn keine Anzeichen für ein derartiges Verbrechen festgestellt haben. Omar sei «ein guter Sohn» gewesen und ein «gebildeter Mann». Frau und Sohn habe er immer gut behandelt – Sätze, die in direktem Widerspruch zu den Aussagen der Ex-Frau von Omar Mateen stehen. 

Möglicherweise sei er durch den Kuss zweier Männer in der Öffentlichkeit in Rage geraten, so ein Erklärungsversuch des Vaters. Dabei sei es doch an Gott, die Homosexuellen für ihr Verhalten zu bestrafen. 

In einem weiteren Video, diesmal auf Englisch, relativiert Mateen senior die Aussagen zur Homosexualität. Niemand habe das Recht, jemandem Schaden zuzufügen. «Dies ist ein freies Land, jeder hat das Recht, seinen eigenen Lebensstil zu wählen». Und: «Ich wünschte, mein Sohn hätte die USA verlassen und sich sonst irgendwo umgebracht.» 

Mateen senior, gebürtiger Afghane und Angehöriger der paschtunischen Ethnie, ist eine illustre Figur. In einem wöchentlichen Video-Blog propagiert er die Schleifung der Durand-Linie, die umstrittene Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan, die die Ethnie der Paschtunen auf die zwei Länder aufteilt. Auf einem Standbild hält er ein Banner, das ihn als zukünftigen Präsidenten Afghanistans bezeichnet. (wst)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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62
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    Alle Leser-Kommentare
  • http://bit.ly/2mQDTjX 15.06.2016 03:25
    Highlight Natürlich mag die Religion eine Rolle spielen, auch eine verstärkende. Mehr aber nicht.

    Homophobie ist im Islam genau wie bei Juden und Christen. Alle berufen sie sich auf die Geschichte von Lot.

    Bei Omar Mateen sehe ich das Problem in der kulturellen Herkunft, geprägt von einer patriarchalischen Stammeskultur (Ältestenrecht), die lange schon vor Mohammed existierte.

    Wer in solcher Stammeskultur geboren wird, schwul ist (egal ob in USA oder sonstwo), , und ein guter Sohn sein will, für den ist ein Coming-Out praktisch unmöglich und sogar gefährlich. Das spielt evtl. die grössere Rolle.
    4 3 Melden
    • andersen 15.06.2016 10:08
      Highlight Das gibt es erst nach 1920, früher galten die muslimische Welt als sehr Liberal, der grösste Sünde ist aber, ein Mensch zu töten, dass gilt auch in das Judentum und das Christentum, dass Ziel ist, dass der Mensch sich mit die Menschen und der Gott versöhnt.
      1 0 Melden
  • Theor 14.06.2016 14:01
    Highlight Tja, jetzt sieht man die abgrundtiefe Problematik der Integration der Muslimen. Wenn ich die Kommentare richtig deute, müssen Muslime eigentlich von ihrem Glauben abschwören um hier leben zu dürfen. Denn Muslime sind immer gläubig, sie glauben immer an Gott und sind davon überzeugt, das homosexualität eine schlimme Sünde ist. Wie funktioniert jetzt Integration auf dieser Basis?

    Mateen Senior lebt zumindest unter Schwulen und "toleriert" sie. Er glaubt Gott wird tun, was er nicht darf. Das ist seine Art von Integration. Muslime werden immer ihre eigene Gesellschaft haben. Auch unter uns.
    33 31 Melden
    • SKH 14.06.2016 16:01
      Highlight Ich kenne genug Christen, Portugiesen, Italiener, Serben, Schweizer, Deutsche etc. die ihre Probleme mit Homosexualität haben. Sind diese Menschen nicht gut integriert in der CH. Die Ansicht Homosexualität wäre eine Sünde bzw. unnormal ist kein rein muslimisches Problem. Auch wenn ihr Islamophoben das gerne hättet. der Grossteil der Muslime in der CH sind sehr gut integriert.
      Hört auf zu hetzen. Wir müssen die Leute aufklären, die in der Homosexualität etwas unnormales sehen.
      41 8 Melden
    • Anam.Cara 14.06.2016 16:27
      Highlight @Theor: ich bin römisch-katholisch erzogen worden und bezeichne mich als gläubigen Christen. Trotzdem bin für die Gleichberechtigung aller Menschen - egal ob hetero, homo, bi oder transgender.
      Weil ich selber denken kann. Und vielleicht auch, weil ich meinem Gott zutraue, dass er die Vielfalt nicht nur in der Flora liebt.

      Warum sprichst Du den hier lebenden Moslems rundweg eine ähnlich differenzierte Betrachtungsweise ab?
      Warum gilt in Deinen Augen Mateen seniors Haltung generell für alle Moslems in der westlichen Welt?
      27 3 Melden
    • Theor 14.06.2016 16:43
      Highlight Erstens einmal bin ich kein Islamophob, also bitte zukünftig klar differenzieren.

      Der Unterschied zu Ihrem Beispiel sehe ich in der Sittenstrenge. Es stimmt, das Homosexualität auch in der westlichen Welt geächtet wird. Entweder aus persönlicher Abneigung oder aus religiöser Scheinheiligkeit. Aber die Zahl der christlichen Fundamentalisten ist verschwindend gering. Einem gläubigen Moslem erklären zu wollen: "Was da im Koran steht (der Gottes Wort ist) stimmt nicht." stell ich mir dann schon hingegen schwierig vor... Ist nämlich auch eine Form von Angriff auf ihre Religion.
      17 24 Melden
    • Theor 14.06.2016 16:49
      Highlight Es gilt gegenüber Fundis generell. Keine Frage, das christliche Spinner nicht genau so eine Katastrophe sind, siehe Ku-klux-Klan. Als Atheist bin ich für den vollständigen Säkularismus. Ich bin lediglich nicht so optimistisch das Religionsfreiheit in dem Masse geschützt wird wie wir es heute praktizieren mit all seinen Sonderrechten – und dennoch keine solchen Hardliner produzieren wollen.
      7 15 Melden
    • Theor 14.06.2016 16:56
      Highlight Also kommt nun die Schlussfolgerung, auf die ich hinaus will: Wie können wir den Koran kritisieren – das man da nicht einfach alles zeitlos befolgen soll, wenn die aktuelle Tendenz eher zum globalen Ausübungsrecht der eigenen Religion geht?

      So, darauf lass ich mir gerne gute Paroli bieten. Aber wer nur die Rassistenkeule hat, kann sich den Kommentar sparen.
      9 15 Melden
    • Martiis 14.06.2016 17:06
      Highlight "Bitte zukünftig klar differenzieren" schreibt jemand, der solche Sätze raushaut. "Denn Muslime sind immer gläubig, sie glauben immer an Gott und sind davon überzeugt, das homosexualität eine schlimme Sünde ist."
      Gerade in der Schweiz gibt es sehr viele Muslime, die deinen Vorstellungen nicht entsprechen. Undifferenzierter geht es kaum!
      20 4 Melden
    • SKH 14.06.2016 17:07
      Highlight @Theor 1. Wer alle Muslime kategorisiert, sie für nicht integrierbar hält, ist islamophob. Die Zahl der homophoben Europäer&Amerikaner ist nicht verschwinden gering. Vor einigen Wochen diskutierten wir über das Adoptionsrecht für Homosexuelle und die Rechten zeigten, was sie davon halten. Wer mit Mann&Frau gegen Homosexualität argumentiert, tut dies aus religiösen Gründen, egal ob Christ oder Muslim.
      Wenn Christen die Homosexualität ächten, ist es aus persönlichen Gründen, aber bei den Muslimen nicht? Haben sie zwei verschieden lange Ellen oder wieso setzten sie zwei verschiedene Massstäbe?
      21 4 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 15.06.2016 02:49
      Highlight Theor, du frägst: "Wie können wir den Koran kritisieren – das man da nicht einfach alles zeitlos befolgen soll?"

      Die grosse Mehrheit der Islamgelehrten vertritt die Ansicht, dass im Koran die Wahrheit steht.

      Es gibt im Koran unverrückbare Texte, die gelten ewig und überall. Zum Beispiel die Existenz und Barmherzigkeit Allahs. "Es gibt keinen Gott, ausser Gott."

      Dann gibt es Dinge, die galten zur damaligen Zeit für bestimmte Personen an bestimmten Orten. Seither nicht mehr.

      Eine Fatwa sagt: "Es ist im Islam verboten, bei der Rechtsprechung die Wirklichkeit der Gegenwart zu missachten."
      10 3 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 15.06.2016 02:53
      Highlight Theor (Fortsetzung):

      Es ist nicht nur schwierig, sondern eigentlich unangebracht, einem Muslim erklären zu wollen: "Was da im Koran steht (der Gottes Wort ist) stimmt nicht." -- Das ist der falsche Ansatz.

      Die Frage ist nicht, ob es stimmt oder nicht (es ist die Wahrheit!), sondern was damit gemeint ist, und ob es gilt, und wenn ja, wie es in der heutigen Zeit gilt. Man muss als Muslim nicht genau so leben wie Mohammed, sondern sich fragen, wie hätte Mohammed meine heutige Situation bewältigt.

      Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung sind erlaubt. Es gäbe sonst keine Islam-Gelehrten.
      6 3 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 15.06.2016 02:59
      Highlight Theor (Fortsetzung):

      Wieder aus der Fatwa: "Es ist im Islam gestattet, Meinungsverschiedenheiten über bestimmte Angelegenheiten zu haben, außer in all jenen, welche als die Fundamente der Religion gelten, die allen Muslimen bekannt sein müssen."

      vgl. Pte 4 und 5 der Fatwa:
      http://madrasah.de/leseecke/islam-allgemein/offener-brief-al-baghdadi-und-isis

      4 3 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 15.06.2016 03:08
      Highlight Theor,

      Was den Islam und die Homosexualität betrifft, steht im Koran praktisch nichts. Es wird die biblische Geschichte von Lot erzählt, die von jüdischen und christlichen Gelehrten praktisch identisch ausgelegt wird, wie von muslimischen. Mehr nicht.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Lot_%28Bibel_und_Koran%29

      Die gleiche Überzeugung, die du diesbezüglich den Muslimen unterstellst, existieren genau gleich bei den Christen und Juden. Niemand muss deswegen seinem Glauben abschwören.
      8 3 Melden
    • Theor 15.06.2016 10:24
      Highlight Danke Lorent für die qualitative Gegenanalyse. Du hast vieles relativert bezüglich meiner bisherigen Ansichten. Vorallem dass es sehr wohl Passagen gibt, die zur Reflektierung des Geschriebenen im Kontext zur Gegenwart aufrufen, war mir nicht bewusst. Bisher dachte ich immer, dass man sich äusserst sittenstreng an den Koran halten muss.

      Ich halte "gemässigte Christen" zwar eigentlich tendenziell eher für Atheisten, und würde dem "modernen" Islam das gleiche unterstellen. Aber das ist Makulatur; in der Basis sehe ich nun ein, dass Relativierung auch im Islam möglich ist.
      2 0 Melden
    • Martiis 15.06.2016 10:54
      Highlight Theor: Wenn du denkst, gemässigte Christen und evtl. "moderne" Moslems seien Atheisten, weisst du offensichtlich nicht, was Atheismus bedeutet.
      4 0 Melden
    • Theor 15.06.2016 11:15
      Highlight Das ist eine reine Wertefrage und nichts anderes. Ich betrachte Leute, die zu mir kommen "Ich gehe sonntags nicht in die Kirche, ich esse Freitags keinen Fisch, weiss von 2/3 der christlichen Feiertage nicht was im religiösen Kontext passiert ist, aber ich bin VOLL DER CHRIST!" Dann denke ich mir im Stillen nur: Nein bist du nicht. Für mich gibt es nur 2 Stufen

      Nicht-gläubig<------->Gläubig

      Und je mehr man sich aussucht "Das befolge ich, das nicht" rutscht man für mich auf die eine Seite oder die andere. Das kannst du anders sehen, musst du aber nicht.
      0 4 Melden
    • Theor 15.06.2016 11:23
      Highlight Schlimmer Fehler den ich korrigieren muss: nicht Gläubig, sondern religiös. Ich denke es ist möglich, seinen eigenen Glauben zu haben, ohne diese religiösen Regeln zu leben. Also war Gläubig total das falsche Wort dafür. Nur die gelebte Religion sehe ich als Fessel, nicht der Glaube an sich.
      2 1 Melden
    • Martiis 15.06.2016 11:29
      Highlight Nein, das ist keine Wertungsfrage. Es gibt Gläubige, Agnostiker und Atheisten. Ein Atheist ist überzeugt davon, dass es keinen Gott gibt. Ein "Papierli-Christ" kann Atheist sein, ein gemässigter Christ aber nicht, das schliesst sich aus. Denn ein Atheist würde Religion auch nicht "gemässigt" ausüben. Wenn du denkst Atheist sein oder nicht, hängt davon ab, wie viele Regeln man befolgt, hast du wirklich nicht viel verstanden.
      2 0 Melden
    • Theor 15.06.2016 11:34
      Highlight Du hast mich einleitend als islamophob bezeichnet, also gegen den Islam. Ich bin aber eigentlich gegen jede der mir bekannten Religionen, da ich sie alle als Rückständig empfinde. Manche sagen, dass wenn man alte Lehren neu interpretiert, man ein modernes und gemässigtes Verständnis der Religion lebt. Ich bin aber eher der Meinung, da man sich dann von der Religion wegbewegt. In der Bibel steht nunmal "Auge um Auge" und im Koran steht ebenfalls "Tötet die Ungläubigen". Wenn man nun davon abweicht, kommt man meines Erachtens auf eine Schiene, die sich von der Religion wegbewegt.
      0 2 Melden
    • Theor 15.06.2016 11:40
      Highlight Die Frage die ich mir stelle, ist, kann man Religion transformieren oder nur davon abweichen. Bleiben wir der eigentlichen Religion treu, wenn wir sie neuinterpretieren oder schaffen wlr damit eher neue Glaubensansätze, die weg vom ursprünglichen Religionsbegriff führt.
      0 0 Melden
    • Martiis 15.06.2016 11:45
      Highlight Wird ja immer bunter, du denkst also du seist Atheist, wenn du deinen Glauben für dich auslebst und nicht in die Kirche gehst? Da solltest du dich echt mal schlau machen!
      1 0 Melden
    • Martiis 15.06.2016 11:55
      Highlight Ich hab dich als undifferenziert bezeichnet.
      1 0 Melden
    • Theor 15.06.2016 12:08
      Highlight Ich halte Religionen nicht für transformierbar sondern nur relativierbar. Etwas zu Hinterfragen liegt uns Europäern erst seit der Aufklärung, vorher wurden starr sämtliche religiöse Vorgaben befolgt. Man sieht es auch heute noch daran, wie schwer sich der Vatikan damit tut. Du nennst es fortschrittliches Christentum, ich nenne es Abweichung von der ursprünglichen Religion. Allerdings völlig ohne negativen Einschlag. Für mich bleiben Religionen schlicht rückständig und umso weniger wir auf die Überlieferung der religiösen Worte geben, umso autonomer und friedlicher werden wir.
      0 2 Melden
    • Martiis 15.06.2016 12:22
      Highlight Ich nenne es fortschrittliches Christentum, hä?
      Ich hab gesagt, du hast keine Ahnung, was Atheismus bedeutet und das hat sich bewahrheitet.
      2 0 Melden
    • Anam.Cara 15.06.2016 15:43
      Highlight @Theor
      nur eine Anmerkung: "Auge um Auge" steht bei den Christen im alten Testament und wurde vor ca. 2000 Jahren revidiert. Weil Christus ein anderes Wertsystem erklärt hat, das im zitierten Fall nicht auf Rache basiert (sondern sinngemäss: "wenn dich einer auf die Wange schlägt, halte auch die andere hin").
      Für mich ist Religion ein System, das um die Glaubenssätze herum definiert wurde. Und daher kann man durchaus gläubig sein und nicht (oder nicht besonders) religiös...
      1 0 Melden
    • Gaaagelhans 15.06.2016 15:44
      Highlight ÄÄÄh ich will auch kurz was sagen/schreiben: Ich bin gläubiger Christ und habe den grössten Teil der Bibel gelesen. Die Bibel war für mich nie ein Buch, das man Wort für Wort im Alltag umsetzen soll, sondern ein Buch, das als Wegweiser, Ratgeber fungiert. D.h. dass man auch zwischen den Zeilen lesen muss und vieles in Metaphern oder Gleichnissen geschrieben wurde. Ich glaube auch nicht an alles in der Bibel, aber viele Dinge muss man mit der Zeit relativieren. Bsp. "kein Sex vor der Ehe". Da will man sich mal vorstellen wie jung Mädchen damals mit andern Männern verheiratet wurden.
      1 0 Melden
    • Gaaagelhans 15.06.2016 15:51
      Highlight Religion ist eigentlich eine gute Sache, es kann als Halt dienen und seine primäre Botschaft ist eigentlich sehr wichtig: nämlich seine Mitmenschen zu respektieren und zu achten. Es ist nun mal so, dass cheibe Trollos die Religion missbrauchen und sie nach ihrem egoistischen Willen auslegen (früher Kreuzzüge, IS usw.). Es existieren auch viele gläubige Menschen, denen es wichtiger ist, marode Regeln durchzusetzen, anstatt Nächstenliebe zu praktizieren. Ich bin gläubig und mir ist es ziemlich Wurscht ob Wurst und Teig, Wurst und Wurst oder Teig und Teig (um auf die Sexualität zurückzukommen).
      1 0 Melden
    • Gaaagelhans 15.06.2016 15:57
      Highlight In der Bibel ist, glaube ich, nur eine Stelle, in der Schwulsein zur Sünde erklärt wird. Keine Ahnung, wieso das so ist; vielleicht war damals der Bevölkerungsstand noch viel geringer und man brauchte Nachkommen. Aber es gibt wohl hunderte Stellen in denen geschrieben wird man solle nicht Lügen (macht aber jeder). Deswegen können mir Christen, die das Thema Homosexualität so gross machen ziemlich am Fuddi hängen. Und Atheisten (wenns das gibt), die alle Christen, Muslime, Juden und alles andere in den gleichen Topf werfen, können mir auch am Fuddi hängen.
      2 0 Melden
    • Gaaagelhans 15.06.2016 15:58
      Highlight Rein rational gesehen sind gläubige genauso naiv wie Atheisten. Die, die wirklich nicht naiv sind, sind Agnostiker (auch wenn ich keiner bin) :)
      1 0 Melden
    • Martiis 15.06.2016 16:15
      Highlight Ja, gläubig aber nicht religiös sein, ist kein Problem. Aber gläubig und Atheist sein, ist schlichtweg unmöglich.
      2 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 15.06.2016 16:37
      Highlight Martiis: du unterliegst einem Trugschluss. Auch ein Atheist ist ein Gläubiger. Er glaubt, dass kein Gott existiert (was übrigens auch ein Grundsatz im Islam ist: "Es gibt keinen Gott. Ausser Gott."

      Letztlich ist jeder der glaubt, etwas zu wissen (wie etwa, dass es keinen Gott gebe) ein Gläubiger.

      Und ja, Gaaagelhans, Agnostiker sind Unwissende, die grundsätzlich nichts glauben sondern nur wissen wollen, ohne jeden Zweifel. Trotzdem bleiben sie Unwissende und sind daher am ehesten auch nicht gläubig.
      0 2 Melden
    • Gaaagelhans 15.06.2016 16:41
      Highlight Genau. Religiös und nicht gläubig sein ist meiner Meinung nach aber auch möglich.
      1 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 15.06.2016 16:54
      Highlight gut, Gaaagelhans, deine Meinung wirkt im ersten Moment etwas anstössig. ;)

      Aber tatsächlich, auch ein Atheist oder Agnostiker will entsprechend seinem Weltbild leben, und es gibt Dinge, die ihm heilig sind. Dem Atheisten ist es heilig, kein Gott in seine Überlegungen mit einzubeziehen. Dem Agnostiker ist es heilig, möglichst jeden Zweifel aus der Welt zu räumen (was ihm allerdings nie gelingt). In diesem Sinne haben auch Atheisten und Agnostiker "heilige" Rituale. Und Sokrates, der Prototyp des Agnostikers, verhielt sich auch wie ein Heiliger. ;)

      Okay, bin auch deiner Meinung. ;)
      2 0 Melden
    • Martiis 15.06.2016 16:59
      Highlight Lorent: Ja, in dem Sinn sind Atheisten auch Gläubige, also gläubig dass es keinen Gott gibt. Aber das macht es trotzdem nicht möglich Atheist zu sein und gleichzeitig an einen Gott zu glauben. Von daher bleibe ich bei meiner Aussage. Umgangssprachlich bedeutet gläubig sein, schliesslich auch an einen Gott zu glauben und es bezieht sich nicht auf irgendwelche andere Dinge, an die man glaubt oder nicht.
      0 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 15.06.2016 17:11
      Highlight Martiis: Das umgangssprachliche Konzept von Glauben ist aber nicht unbedingt angebracht, wenn es um das Verständnis von "heiligen Schriften" geht, wo etwa steht, "tötet die Ungläubigen".

      Wenn wir uns die Dinge aber genauer betrachten, und uns nicht vom Umgangston leiten lassen, dann führen uns die Überlegungen doch dahin, dass wir gar keine Ungläubigen mehr finden können.

      Deswegen scheint mir wichtig zu erkennen, dass es im Grunde genommen nur Gläubige gibt.
      0 0 Melden
    • Martiis 15.06.2016 17:27
      Highlight Sorry diese Argumentation ist absurd. Dann dürfte man halt die Agnostiker töten, die auch ziemlich zahlreich sein dürften. Ausserdem haben wir ein Rechtssystem, somit ist sowieso unerheblich, wen man gemäss heiligen Schriften töten darf.
      0 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 15.06.2016 19:21
      Highlight Martiis: Dein Rechtssystem scheint dir heilig.

      Man darf dein Rechtssystem daher getrost auch als "heilige Schrift" bezeichnen.

      In diesen, deinen heiligen Schriften steht genau so wie in anderen heiligen Schriften, wen man töten darf und wen nicht.

      Unerheblich? Sorry, das nenne ich Ignoranz.

      Ausserdem widerlegst du dich selbst.
      0 3 Melden
    • Martiis 15.06.2016 19:40
      Highlight Nein, mein Rechtssystem ist irdisch und deshalb nicht heilig.
      0 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 15.06.2016 21:23
      Highlight Martiis: Es lässt dich immerhin unerschütterlich daran glauben, dass mit deinem System die moralischen und ethischen Vorstellungen aller (anderen) Religionen unerheblich sein sollen.

      Letztlich zählt nicht, ob du es irdisch oder heilig nennst, sondern wie du es behandelst, nämlich wie ein Heiligtum. Es zählen die Taten mehr als die Worte. Auch wenn du's verleugnest.

      Auch deine Unterscheidung zwischen irdisch und heilig ist etwas sonderbar unbegründet. Nur Schall und Rauch.
      0 1 Melden
    • Martiis 15.06.2016 21:51
      Highlight Du musst es ja wissen. Wenn ein Rechtssystem, dass laufend revidiert wird, heilig sein soll, dann bitteschön, haben wir wohl ein anderes Begriffsverständnis.
      0 0 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 16.06.2016 00:59
      Highlight Martiis: Ich meine, für sehr viele Mitmenschen ist es eben nicht unerheblich, was ihre heiligen Schriften bezüglich Töten von Mitmenschen sagen. Es verstört vermutlich viele, wenn denn da steht, "töte alle Ungläubige".

      Widerspricht dieses Tötungsgebot unserem Rechtssystem, Martiis?

      Das ist eine Frage des Begriffsverständnis, wovon du offenbar ein anderes als ich hast.

      Du kennst deine Antwort in deinem Begriffsverständnis.

      Und ich sagte dir, nach meinem Begriffsverständnis widerspricht das in keiner Art und Weise unserem Rechtssystem.

      Welche Antwort ist dir lieber? Es ist deine Welt.
      0 0 Melden
  • giandalf the grey 14.06.2016 13:49
    Highlight Naja.. der hat doch mehr begriffen als so mancher konservative Christ aus den Staaten. Ich meine er sieht ein, dass es nicht an den Menschen liegt zu urteilen. Während sich konservative Christen vor Schulen stellen und Sätze wie "God hates gays", "Death penalty 4 fags" oder ähnliches schreien. Ja gut, die haben niemanden getötet. Der Vater aber auch nicht! Bedeutet Meinungsfreiheit nicht auch, dass man hassen darf wen auch immer man will? So lange er seine Homophobie bei sich behält ist das doch nicht so schlimm. Sein Sohn hatte definitiv noch andere Probleme als diesen Vater!
    19 14 Melden
  • gianny1 14.06.2016 13:11
    Highlight gott soll über schwule richten!

    das sagt doch alles über diesen islamisten aus.
    nein,in der westlichen welt brauchen wir niemanden der über schwule /lesben etc richtet! niemanden!
    58 17 Melden
    • philosophund 14.06.2016 13:45
      Highlight ..über homosexuelle richtet im Westen schon der Klerus.
      22 12 Melden
    • Veles 14.06.2016 13:49
      Highlight Ja, das würde heissen, dass viele viele unsere westliche Welt verlassen müssten...
      14 1 Melden
    • poga 14.06.2016 15:53
      Highlight @gianni Für einen Gläubigen wird Gott über uns alle richten. Ob Schwul oder Hetero. In so fern ist seine Aussage aus seiner Sicht richtig.
      11 2 Melden
    • Anam.Cara 14.06.2016 16:30
      Highlight Wissen wir denn, wie Gott richtet?
      Vielleicht liebt er einfach alle seine "Kinder". Auch jene (oder besonders jene), die den religiösen Führern nicht ins Konzept passen...
      9 1 Melden
    • andersen 14.06.2016 22:34
      Highlight Anam Cara

      Gute Antwort.

      Auch Schwulen und Lesben sind von Gott gewollt.
      5 1 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 15.06.2016 03:45
      Highlight Die Gläubigen wissen/glauben schon, wie Gott richten wird. Zum Beispiel glauben Muslime, er werde barmherzig richten, oder Christen glauben, er richte mit dem Schwert. Da hat jeder so seinen Glauben... ;)

      andersen: Falls es Gott gäbe (woran ich zweifle), hätte er auch das Böse gewollt, denn sonst hätte er es doch nicht erschaffen.

      Noch schlimmer: Alle Bösen glauben, sie seien die Guten. Überhaupt glauben alle, sie seien auf dem guten, gottesgefälligen, richtigen Weg.

      Das hätte Gott genau so gewollt, so es ihn gäbe. ;)

      Denn der Koran lehrt auch: Es gibt keinen Gott! Ausser Gott. Aha.!??
      2 3 Melden
    • Anam.Cara 15.06.2016 07:12
      Highlight @Lorent:
      Nein, wir wissen nicht wie Gott richtet. Es gibt Hinweise in der Bibel, die sich aber auf bestimmte Situationen beziehen. Alles andere ist Interpretation.
      Auch die Christen sind von der Barmherzigkeit ihres Gottes überzeugt. Immerhin vergibt er Sünden, wenn man aufrichtig bereut.

      Das andere ist eine alte Diskussion. "Wie konnte Gott das zulassen?". Nun: wir sind nicht Marionetten unseres Gottes, weil "freier Wille" und so. Die Dummheiten machen wir ganz alleine. Und was die Greueltaten der Menschheit betrifft: ich werde ihn fragen, wenn ich ihn mal sehe...
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    • Gaaagelhans 15.06.2016 17:47
      Highlight @Lorent: Sehr gewagte Aussagen, die du da machst... Das Schwert trägt in der Bibel verschiedene Symboliken; Schwert des Friedens, Schwert der Gerechtigkeit. Ist also nicht à la Schwert = Blutvergiessen zu vergleichen.

      Zum Thema Böses erschaffen: Deine Argumentation ist im Ansatz nicht schlecht, hat aber zu viele Lücken. So muss man zu Gott einen Gegenspieler einberechnen (wenn man auf der Grundlage der Bibel argumentieren will), sog. Luzifer. D.h. du musst noch mal von vorne beginnen mit der Argumentation, es wäre zu simpel denke ich.
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  • stef2014 14.06.2016 13:05
    Highlight Also, der Vater ist der Meinung , dass es bei den Homosexuellen von göttlicher Seite etwas zu richten gibt und propagiert dies auch noch öffentlich. Das lässt ja zumindest erahnen, mit welchen Werten der Attentäter aufgewachsen ist...und dann wundert er sich auch noch....Nicht, dass eine homophobe Einstellung/Erziehung gleich Mord und Totschlag bedeutet, aber seine Wahrnehmung scheint zumindest ein bisschen getrübt zu sein...
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    • droelfmalbumst 14.06.2016 16:30
      Highlight Ich interpretiere es eher so dass "nur Gott richten darf". In diesem Fall trifft es auf Homosexuelle. Aber genau so auch für Heteros.

      Vielleicht bin ich aber auch zu gutmütig :D

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    • stef2014 14.06.2016 16:49
      Highlight Der Titel besagt aber was anderes.... :/

      Wie auch immer, alleine die Konnotation von "richten" und einer sexuellen Orientierung ist stossend, egal aus welcher religiösen Ecke das kommt....
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    • http://bit.ly/2mQDTjX 15.06.2016 04:03
      Highlight stef: ich gebe dir Recht insofern du eine homophobe Erziehung mitverantwortlich machst.

      Allerdings sehe ich als Grund für diese Wertehaltung vielmehr eine archaische, patriarchalische Stammeskultur, wo das Wort des Vaters als Gesetz gilt und keinerlei Widerspruch duldet.

      Für einen schwulen Sohn kann es sehr wohl Mord und Totschlag bedeuten, wenn er in eine solche archaische und homophobe Stammeskultur (nicht Religion) hineingeboren wird. Insbesonders, wenn er sich outet. Das kann schon zum unkalkulierbaren Risiko werden.
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    • stef2014 15.06.2016 08:26
      Highlight Lorent, gut geschrieben. Ich habe im Grunde auch nichts anderes geschrieben. Schliesslich basiert eine Erziehung oftmals auf übermittelten Werten einer bestimmten Stammeskultur oder eines Milieus. Was viele vernachlässigen ist dabei genau das was du erwähnst, dass Kinder in solche Stammeskulturen hineingeboren werden und für ihre Gesinnung als Erwachsene nur bedingt verantwortlich gemacht werden können. Wenn damit noch eine psychische Labilität einhergeht oder eine solche als Resultat ebendieser Erziehung entsteht, dann passieren solche Sachen...
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  • Human 14.06.2016 12:45
    Highlight "Dabei sei es doch an Gott, die Homosexuellen für ihr Verhalten zu bestrafen. "

    Und da tut der Vater noch so überrascht das sein Sohn so homophob war.....
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    • Fabio74 15.06.2016 10:59
      Highlight nun ja aber das hängt nicht an der Religion.
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