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Zoff mit CNN-Starjournalisten Cooper wegen Orlando-Massaker: Jetzt giftet die Staatsanwältin zurück

Nach dem Orlando-Massaker befragte der CNN-Reporter Anderson Cooper die Generalstaatsanwältin von Florida scharf zu ihrer Ablehnung der Homo-Ehe. Nun schlug die Republikanerin zurück – und warf dem Journalisten vor, er spalte die USA.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Vor laufender Kamera führte der CNN-Journalist Anderson Cooper die Generalstaatsanwältin Floridas vor – nun attackiert Pam Bondi ihrerseits: Der Reporter sei unfair, verbreite Hass und spalte die USA, sagte die Politikerin in einer Radioshow.

Zum Hintergrund: Nach dem Nachtklubanschlag von Orlando mit 49 Toten und mehr als 50 Verletzten warf Cooper der Republikanerin Bondi in einem Interview vor, nun unterstütze sie plötzlich LGBT, vorher habe sie gleichgeschlechtliche Ehen abgelehnt.

Cooper, selbst homosexuell, sagte zu Bondi: «Glauben Sie wirklich, Sie sind ein Champion der Gay-Community?» Bondi rechtfertigte ihre Gegnerschaft zur Homo-Ehe damit, sie habe nur die Verfassung Floridas und damit damals geltendes Recht vertreten. Inzwischen ist die Homo-Ehe auch in Florida legal.

Am Tag nach dem Live-Interview attackierte Bondi den CNN-Journalisten scharf: Cooper habe sie unter falschen Voraussetzungen interviewt und sich nicht an Absprachen gehalten, sagt Bondi dem New Yorker Radiosender WOR.

Florida Attorney General Pam Bondi gives details about the fatal shootings at the Pulse Orlando nightclub during a media briefing Monday, June 13, 2016, in Orlando, Fla. (AP Photo/Chris O'Meara)

Pam Bondi wehrt sich gegen den CNN-Moderator. Bild: Chris O'Meara/AP/KEYSTONE

Sie habe über versuchte Betrügereien mit Spendengeldern und von Beerdigungsinstituten sprechen wollen und darüber, wie man den Opfern von Orlando helfen könne. Das habe Cooper zuerst auch getan, sei dann aber zu einem nicht abgesprochenen Angriff übergegangen.

Cooper habe mit seinem Interview das Land gespalten, statt es zu vereinen. Es gebe Zeit und Ort für alle Fragen, aber nicht vor einem Krankenhaus mit den Opfern darin, so Bondi. Cooper sei selbst ein «Champion der Gay-Community und er hätte helfen können». Sie sei nun sehr enttäuscht, denn alles, was Cooper getan habe, sei «Hass und Wut» zu säen.

Auf den Vorwurf, er habe Bondi unfair interviewt, antwortete Cooper seinerseits in der CNN-Sendung «360 Follow» – und zitierte E-Mails über die Interviewabsprache mit dem Büro der Ministerin. Von möglichen Betrügereien sei darin keine Rede gewesen, das Thema habe Bondi spontan vor dem Interview angekündigt. «Bondi hat entweder unrecht oder sie sagt nicht die Wahrheit», so Cooper.

Florida Attorney General Pam Bondi speaks about Republican U.S. presidential candidate Donald Trump during a campaign rally in Tampa, Florida, U.S. June 11, 2016.  REUTERS/Scott Audette

Mag Trump: Pam Bondi.
Bild: SCOTT AUDETTE/REUTERS

Er sehe seine Aufgabe als Journalist darin, die Mächtigen zu kontrollieren. Dazu gehöre auch, sie dazu zu befragen, was sie vor und nach einem bestimmten Ereignis gesagt haben, wenn sich darin Widersprüche zeigten.

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