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Journalisten leben im arabischen Raum am gefährlichsten: Dort sterben am meisten bei der Arbeit

02.11.15, 00:16 02.11.15, 10:56


Mehr als 700 Journalisten weltweit sind von 2006 bis 2014 bei der Ausübung ihres Berufes getötet worden. Das geht es aus einem Bericht hervor, den die UNO-Kulturorganisation UNESCO am Montag anlässlich des Internationalen Tags gegen Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten veröffentlichte.

«Durchschnittlich alle fünf Tage wird ein Journalist aufgrund seiner Arbeit umgebracht», erklärte Wolfgang Schulz von der deutschen UNESCO-Kommission. Allein von Januar bis September 2015 seien über 70 Journalisten weltweit bei der Ausübung ihres Berufes getötet worden. «Diese Straftaten müssen geahndet und die Täter zur Verantwortung gezogen werden», forderte Schulz.

Opfer dieser Verbrechen seien nicht nur die Journalisten selber, sondern die gesamte Gesellschaft, erklärte der Professor von der Universität Hamburg. Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten führe «allzu häufig zu einer angstgeleiteten Selbstzensur in der Berichterstattung und somit zu weniger verlässlichen Informationen für alle».

Arabischer Raum am gefährlichsten

Allein in den Jahren 2013 und 2014 seien 178 Journalisten aufgrund ihrer Arbeit getötet worden, heisst es im Bericht weiter.

64 von ihnen befanden sich demnach in arabischen Ländern, die in diesem Zeitraum damit die für Journalisten gefährlichste Region weltweit waren.

51 Journalisten wurden den Angaben zufolge in Lateinamerika und der Karibik umgebracht.

30 waren es in Asien und der Pazifikregion,

23 in Afrika und

10 in Zentral- und Osteuropa.

US-Journalist James Foley ist von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat entführt und geköpft worden. 
Bild: Steven Senne/AP/KEYSTONE

Mehr Auslandkorrespondenten getötet

2013 waren dem UNESCO-Bericht zufolge nur acht Prozent der insgesamt 91 getöteten Journalisten Auslandkorrespondenten. 2014 stieg dieser Anteil schlagartig auf fast 20 Prozent von insgesamt 87 Fällen.

12 der 17 im Jahr 2014 getöteten Auslandskorrespondenten kamen demnach in Syrien oder der Ukraine ums Leben. Beides sind zumindest teilweise Kriegsgebiete. In Syrien hielt die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat zeitweise zahlreiche Journalisten gefangen und sorgte mit bestialischen Hinrichtungen von Journalisten für Aufsehen.

Obwohl weltweit mehr und mehr Staaten Gesetze erlassen und strukturelle Massnahmen ergreifen, um gegen Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten vorzugehen, bleibe die Zahl der aufgeklärten Mordfälle gering, kritisiert die UNESCO. Im Jahr 2012 seien nur fünf Prozent der Fälle aufgeklärt worden, im Jahr 2014 seien es immerhin acht Prozent gewesen. (trs/sda/afp)

Türkei verhaftet Journalisten

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    Alle Leser-Kommentare
  • 足利 義明 Oyumi Kubo 02.11.2015 06:51
    Highlight Das passt doch in das dortige System. Information ist nur von einer Seite gewünscht, nämlich nur von den Herrschenden.
    3 0 Melden

Eine Szene – viele Wahrheiten 

Ein Bild geht um die Welt: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt sich beim G7-Gipfel in Kanada weit über den Tisch. Vor ihr, defensiv und sitzend mit verschränkten Armen, US-Präsident Donald Trump. Die Botschaft: Merkel gibt den Ton vor, dominiert die Männerriege der mächtigsten Nationen der Welt.

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