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Springer und ProSieben verhandeln über Fusion – Aktien steigen

In Deutschland könnte ein neuer Medienriese entstehen. Laut übereinstimmenden Berichten sprechen der Verlag Axel Springer und der TV-Konzern ProSiebenSat.1 über einen Zusammenschluss. Die Aktienkurse der Unternehmen legen kräftig zu.

07.07.15, 02:05 07.07.15, 07:31


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München/Berlin - Der deutsche Medienmarkt gerät offenbar weiter in Bewegung. Der Axel-Springer-Konzern und das Fernsehunternehmen ProSiebenSat.1 prüfen laut Insiderinformationen einen Zusammenschluss. Dies berichten die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters.

«Es gibt solche Absichten», sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Sprecher der beiden Unternehmen wollten bislang keinen Kommentar dazu abgeben. «Die Gespräche sind aber noch in einem sehr frühen Stadium.»

Ein zweiter Insider sagte, ein möglicher Deal sei eher eine Frage von Monaten als von Wochen. Friede Springer, die Grossaktionärin des Verlags, sei über die Gespräche unterrichtet. ProSiebenSat.1 hat keine dominierenden Aktionäre mehr, seit die Finanzinvestoren KKR und Permira ihre Anteile komplett an die Börse brachten.

epa04282683 The board of media company ProSiebenSat.1 Media AG sits on the stage during the shareholders' meeting in Munich, Germany, 26 June 2014.  EPA/PETER KNEFFEL

ProSiebenSat.1-Medienkonferenz am 26. Juni. Bild: EPA/DPA

Schon 2005 gab es einen ersten Anlauf

Sollten sich beide Parteien einig werden, könnten sie mit ihrem Plan allerdings noch kartellrechtliche Schwierigkeiten bekommen. Zusammen kämen beide Unternehmen auf einen Marktwert von rund 14.4 Milliarden Euro: ProSiebenSat.1 liegt aktuell bei etwa 9.7 Milliarden Euro und wäre Insidern zufolge der Seniorpartner in der Fusion, schreibt das «Wall Street Journal». Die Springer-Gruppe ist an der Börse derzeit 4.7 Milliarden Euro wert.

Schon 2005 hatten beide Konzerne über einen Zusammenschluss verhandelt – damals wollte Springer das Fernsehunternehmen ProSieben kaufen und bot vier Milliarden Euro. Doch die Fusion scheiterte am Veto des Kartellamts und der Medienaufsicht, der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK). Zu gross wären nach ihrer Ansicht die Markmacht und die Meinungsmacht eines Konzerns gewesen, der unter anderem Deutschlands grösste Boulevardzeitung «Bild» und einige der grössten Privatsender des Landes vereint hätte.

epa04703818 Axel Springer SE CEO Mathias Doepfner takes his seat prior to the Annual General Meeting 2015 of the media corporation in Berlin, Germany, 14 April 2015. According to the group's press release, Springer makes 53 percent of its revenues in the internet. Springer reports total revenues of three billion euro and an EBITDA of 507 million euro.  EPA/STEPHANIE PILICK

Springer-CEO Mathias Döpfner. Bild: EPA/DPA

Fusionsgerüchte für gute Stimmung

Im vergangenen Jahr gewann Axel Springer allerdings einen jahrelangen Rechtsstreit gegen die KEK. Das Bundesverwaltungsgericht entschied, eine Übernahme des TV-Konzerns wäre medienrechtlich unbedenklich gewesen.

Axel Springer erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von gut drei Milliarden Euro. ProSiebenSat.1 kam auf 2.9 Milliarden Euro.

Springer hatte einen Grossteil seiner Zeitungen an den Regionalzeitungskonzern Funke («WAZ») abgegeben, ist aber nach wie vor einer der grössten Verleger des Landes. Sowohl Springer als auch ProSiebenSat.1 haben in den vergangenen Jahren ihr Digitalgeschäft massiv ausgebaut und zählen zu den grössten Internetportalbetreibern Deutschlands. ProSiebenSat.1 teilt sich den deutschen Privatfernsehmarkt fast allein mit der RTL Group aus dem Hause Bertelsmann.

Bei Aktionären sorgten die Fusionsgerüchte für gute Stimmung. Im nachbörslichen Handel bei Lang & Schwarz schossen Springer-Aktien im Vergleich zum Schlusskurs im Xetra-Hauptgeschäft um acht Prozent nach oben. Die ProSiebenSat.1-Papiere legten um vier Prozent zu.

(mja/syd/dpa-AFX/Reuters)

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