International

Verschwundene Studenten in Mexiko: Drogenboss in Haft 

26.04.16, 11:04 26.04.16, 11:33

Die mexikanischen Behörden haben den Anführer der Drogenbande Guerreros Unidos festgenommen, der am Verschwinden von 43 Studenten vor mehr als anderthalb Jahren beteiligt gewesen sein soll.

Nicolás Nájera Salgado werde verdächtigt, «mit den Ereignissen des 26. und 27. September 2014 in Verbindung zu stehen», teilte das Justizministerium mit. Ausserdem wird ihm organisierte Kriminalität und Drogenhandel vorgeworfen.

Der Frust von Lehrern und Studenten über die schleppenden Ermittlungen entlud sich im Oktober 2014 in Gewalt gegen das Haus des Gouverneurs des Bundesstaates Guerrero. Bild: Alejandrino Gonzalez/AP/KEYSTONE

Die 43 Lehramtsstudenten waren in der Nacht zum 27. September 2014 in Iguala im Bundesstaat Guerrero entführt und mutmasslich ermordet wurden. Es besteht der Verdacht, dass Igualas Bürgermeister José Luis Abarca die linken Studenten festnehmen liess, um sie an einer Protestaktion zu hindern, und sie von Mitgliedern der Drogenbande Guerreros Unidos ermorden liess. In dem Fall wurden bereits mehr als hundert Menschen festgenommen, darunter der Bürgermeister von Iguala.

Starke Zweifel

Es gibt in dem Fall aber immer noch starke Zweifel an der offiziellen Version der Behörden. Ende 2014 hatte der damalige Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam erklärt, die Polizei von Iguala habe die 43 Studenten mit Beamten aus dem benachbarten Cocula entführt und sie an die Drogenbande ausgeliefert.

Angehörige der Vermissten bei einer Kundgebung am 24. April 2016. Bild: EPA/EFE

Bandenmitglieder gaben an, die Studenten seien auf einer Müllkippe ermordet und verbrannt worden. Demnach soll das Feuer 14 Stunden lang gebrannt haben, bevor die Asche in einen Fluss geworfen wurde.

Bisher wurden aber nur die verkohlten Überreste eines Studenten in einer Tüte im Fluss gefunden. Die Hypothese, dass die Leichen eingeäschert wurden, wird daher von mehreren Seiten stark angezweifelt.

Happige Vorwürfe an die Behörden

Eine internationale Ermittlergruppe hatte am Sonntag bekanntgegeben, dass es keinen wissenschaftlichen Beweis für das angebliche Grossfeuer gebe. Die Ermittler aus Kolumbien, Chile, Guatemala und Spanien warfen den mexikanischen Behörden ausserdem vor, die Aufklärung des Verschwindens der 43 Studenten zu behindern.

Der mexikanische Staat habe während ihrer einjährigen Untersuchungen etwa «wenig Interesse» daran gezeigt, neue Ermittlungsansätze zu verfolgen, hiess es im Abschlussbericht der Ermittler der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte, die auf Bitten der Angehörigen der Verschwundenen im Land waren. Unter anderem müsse das Verhalten von Bundespolizisten und Militärs am Abend des Verschwindens der Studenten untersucht werden.

(sda/afp)

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

OMG! Passagier reisst Witze und filmt, als das Flugzeug-Triebwerk auseinanderfällt

Dieser Mann hat Nerven! Auf dem Flug von San Francisco nach Honolulu löste sich am Dienstag mitten im Flug plötzlich die Verschalung eines der beiden Triebwerke der Boeing 777 von United Airlines. 

Google-Ingenieur Erik Haddad zückte sofort sein Handy und filmte die Szene. Im Clip ist zu sehen, wie die Turbine stark vibriert – und das in 13'000 Metern Höhe mitten über dem Pazifik! 

«Simpel und einfach, das schaut übel aus», witzelt der Amerikaner in einem englischen Wortspiel. 

In …

Artikel lesen