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Almoloya de Juarez, ausserhalb Mexiko Citys: Durch diesen Tunnel soll «El Chapo» geflohen sein.  Bild: HANDOUT/REUTERS

Drogenboss «El Chapo»: US-Regierung soll von Fluchtplänen gewusst haben

Der Drogenboss Joaquín Guzmán ist geflohen. Wie konnte das passieren? Interne Unterlagen sollen belegen, dass sowohl die US-Regierung als auch die mexikanischen Behörden von den Fluchtplänen wussten.

13.07.15, 23:33


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Die US-Regierung soll davon gewusst haben, dass der Drogenkönig Joaquín Guzmán seine Flucht aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Altiplano, Mexiko, plante. Der Nachrichtenagentur AP liegen entsprechende Dokumente vor. D

emnach sollen Fahnder der Anti-Drogen-Behörde (DEA) darüber informiert gewesen sein, dass «El Chapo» und seine Verbündeten bereits rund einen Monat nach Haftantritt – im März 2014 – verschiedene Fluchtpläne geschmiedet haben sollen. Die internen Unterlagen sollen «mögliche Unternehmungen zur Befreiung Guzmans» belegen, die Familienmitglieder und Verbündete damals anstellten. Die mexikanischen Behörden seien darüber informiert gewesen, hätten jedoch nicht sofort reagiert.

Der mexikanische Präsident Enrique Pena Nieto bezeichnete es als «Schande» für Mexiko, dass «El Chapo» entkommen konnte.  Bild: Thibault Camus/AP/KEYSTONE

Von den konkreten Fluchtplänen, die der Drogenboss am Samstag in die Tat umsetzte, habe die Behörde jedoch keine Ahnung gehabt. Er war durch einen anderthalb Kilometer langen Tunnel geflohen.

Während der Inhaftierung Drogengeschäfte lanciert

Seine Flucht soll der Drogenboss mit Hilfe einer Organisation arrangiert haben, die unter seiner Schirmherrschaft steht. Es sei Teil des Plans gewesen, das Wachpersonal zu bedrohen und zu bestechen. Sowohl Beamte der Anstalt als auch Besucher stehen daher im Verdacht, den Ausbruch ermöglicht zu haben. Das Personal soll laut Medienberichten jedoch von den unterirdischen Bauarbeiten nichts bemerkt haben, obwohl Sicherheitsvorschriften eine regelmässige Radarvermessung des Untergrunds rund um die Haftanstalt vorsehen.

Das Altiplano-Gefängnis. Bild: TOMAS BRAVO/REUTERS

Im Juli 2014, so soll es in den Unterlagen stehen, habe der Sohn des Inhaftierten – offenbar sein engster Vertrauter – eine Gruppe von Anwälten und Spionage-Experten aus Militärkreisen mit einem Ausbruchsplan beauftragt.

Ausserdem soll aus den Unterlagen hervorgehen, dass Guzmán auch während seiner Inhaftierung Drogengeschäfte lancierte. «Obwohl er in einem Hochsicherheitsgefängnis sass, gab er über Anwälte, die ihn besuchten, seinem Sohn und Verbündeten Anweisungen», heisst es laut AP in den Dokumenten. Korrupte Wächter und eingeschmuggelte Mobiltelefone sollen ebenfalls geholfen haben.

Drogenschmuggel durch Tunnel

«El Chapo» ist einer der meistgesuchten Verbrecher der Welt, in den USA wird er wegen Drogenhandels und organisierten Verbrechens gesucht.

Guzmán gilt als Kopf des Sinaloa-Kartells, einer der mächtigsten Mafia-Organisationen weltweit. Bereits 2001 war er mutmasslich in einem Wäschewagen aus einem Hochsicherheitsgefängnis entkommen und lebte bis zu seiner erneuten Festnahme im Februar 2014 im Untergrund. Eine Grossfahndung blieb bisher ohne Erfolg. Seit den 90er Jahren soll sein Kartell für den Drogenschmuggel durch Tunnel zwischen den USA und Mexiko bekannt sein.

US-Präsident Barack-Obama liess unterdessen verlauten, dass er fast 50 amerikanische Kleinkriminelle, die wegen Drogenhandels Haftstrafen verbüssen, im September freilassen will. Er wolle damit eine «Nation der zweiten Chancen» etablieren, berichtet der Nachrichtensender BBC. (kbl/AP)

«El Chapo» bei seiner Verhaftung. Bild: Eduardo Verdugo/AP/KEYSTONE

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    Alle Leser-Kommentare
  • SVARTGARD 14.07.2015 00:33
    Highlight Was wissen die nicht.
    2 0 Melden

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