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Flüchtlingslager in Traiskirchen. Die österreichischen Camps sind überlastet.  Bild: Ronald Zak/AP/KEYSTONE

Slowakisches Dorf weigert sich per Referendum, Asylbewerber aufzunehmen

Die Slowakei hat versprochen, 500 Flüchtlinge, die in Österreich um Asyl ersucht haben, aufzunehmen. Nun proben die Bewohner von Gabcikovo, wo die Menschen beherbergt werden sollten, den Aufstand.

03.08.15, 02:04 03.08.15, 03:16


Die Bewohner einer Ortschaft in der Slowakei haben sich in einem Referendum gegen die Aufnahme von 500 Asylbewerbern aus Unterkünften in Österreich ausgesprochen. Rund 97 Prozent der Teilnehmer der Volksabstimmung im südslowakischen Gabcikovo stimmten nein. Das teilte der Chef der zuständigen Wahlkommission, Teodor Bodo, am Sonntag mit. Demnach beteiligten sich 2600 der 4300 Wahlberechtigten an der Abstimmung, nur 102 von ihnen hätten sich für die Aufnahme der Flüchtlinge ausgesprochen.

Die Behörden von Gabcikovo hatten das Referendum organisiert, nachdem 3150 Bewohner eine entsprechende Petition unterzeichnet hatten. Das slowakische Innenministerium erklärte, dass das Votum für die Regierung in Bratislava nicht bindend sei. In Gabcikovo sei alles bereit, um die Flüchtlinge aus Österreich aufzunehmen, sagte Ministeriumssprecherin Michaela Paulenova. Ein Termin für ihre Ankunft stehe allerdings noch nicht fest.

Bild: Matthias Schrader/AP/KEYSTONE

Die Slowakei hatte im Rahmen eines bilateralen Abkommens vom 21. Juli zugesagt, 500 Asylbewerber aufzunehmen, die in Österreich Asyl beantragt haben. Dies soll dazu beitragen, die überlaufenen Flüchtlingsheime in Österreich zu entlasten. Die Slowakei übernimmt die Kosten für Unterkunft und Verpflegung der Flüchtlinge, Österreich erstattet die Personalkosten. Auch für die Asylanträge ist weiter Österreich zuständig.

«Schulden zurückzahlen»

Die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner hatte im Zusammenhang mit der Zusage von einem «grossen Signal der Solidarität seitens der Slowakei» gesprochen. Ihr slowakischer Kollege Robert Kalinak machte deutlich, dass sein Land so seine «Schulden zurückzahlen» wolle, denn Österreich habe unter anderem den Beitritt der Slowakei zur Europäischen Union und zum Schengen-Raum unterstützt.

In Österreich mit seinen 8.5 Millionen Einwohnern sind allein in diesem Jahr 70'000 Flüchtlinge neu angekommen, nach 28'000 im vergangenen Jahr. Das Land klagt, seine Aufnahmekapazitäten seien erschöpft. (sda/afp)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 03.08.2015 12:22
    Highlight Demographie und Migrationswellen.
    Die Bilder und die Berichterstattung über den Euro-Tunnel zeigen eindrucksvoll, unter welchem Druck die Migration steht. Um die 50 Kinder pro 1000 Einwohner kommen in Ländern wie Nigeria Jahr für Jahr zur Welt. Das Bevölkerungswachstum und die damit einhergehende Verjüngung zerstört in den Herkunftsländern fast alle Strukturen und erzeugt riesige Flüchtlingsströme. Westeuropa wird sich daher in den kommenden Jahren noch auf Millionen Flüchtlinge einstellen müssen.
    4 0 Melden
    • zombie1969 03.08.2015 12:29
      Highlight 2)
      Ein Zurückschicken dürfte kaum möglich sein, weil es zu vielen Herkunftsländern keine regulären Flug- oder sonstigen Verbindungen mehr gibt. Afrika exportiert jetzt einen Teil seiner Probleme in das nahe Europa. Und es sieht nicht so aus, als ob Europa die Zuwanderung stoppen könnte.
      4 0 Melden
  • TomTurbo 03.08.2015 06:46
    Highlight Ein Kommentar an Naivität und Ignoranz kaum zu überbieten, "mit geht's gar nicht so schlecht, meinem Nachbar steht das Wasser nicht bis zu den Füßen sondern Bis zum
    Hals". Eine Verschärfung der Situation wird sich ebenfalls hier ergeben, alles eine Frage der Zeit.
    4 3 Melden
    • exeswiss 03.08.2015 10:39
      Highlight ich denke du sprichst meinen kommentar an. sorry aber "eine frage der zeit" sorry wenn ich das lese kann ich nur drüber lachen. echt jetzt? das will uns die SVP schon seit 3 jahren weismachen und trotzdem ist es noch nicht annähernd so schlimm wie es die SVP prophezeit hat. das hat weder mit ignoranz nich mit naivität zu tun.
      1 6 Melden
  • exeswiss 03.08.2015 02:37
    Highlight und wir beklagen uns über 23'765....
    2 11 Melden

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