International

Hunderte Flüchtlinge tot: Schlepper zu 18 Jahren verurteilt

13.12.16, 14:00 13.12.16, 14:26

Im Zusammenhang mit einer Flüchtlingskatastrophe auf dem Mittelmeer ist der Kapitän des Schiffes zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Bei dem Bootsunglück im April 2015 waren zwischen 800 und 900 Menschen umgekommen.

Ein Gericht im italienischen Catania sprach am Dienstag den Tunesier Mohammed Ali Malek wegen vielfachen Totschlags, Menschenhandels und Verursachung der Tragödie für schuldig. Der zweite Kapitän, ein Syrer, wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Am 18. April 2015 ereignete sich eine der schlimmsten Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer mit mehreren hundert Toten. Ein voll besetztes Fischerboot kenterte etwa 130 Kilometer vor der libyschen Küste. Das Boot hatte einen Notruf abgesetzt, woraufhin der portugiesische Frachter «King Jacob» zur Hilfe eilte. Als dieser sich näherte, stürmten die Migranten alle auf eine Seite des Bootes, das dann umkippte.

Nur 28 Menschen konnten gerettet werden. Noch immer ist nicht abschliessend klar, wie viele Menschen bei dem Unglück starben. Die italienische Marine hatte nach eigenen Angaben zunächst 169 Leichen aus dem Meer geborgen. Im Juni 2016 wurde das Schiff vom Meeresgrund aus 370 Metern Tiefe gehoben. 675 weitere Leichen wurden in dem Wrack entdeckt, allein 458 im Frachtraum. Es war im April 2015 das zweite schwere Unglück im Mittelmeer innerhalb von nur einer Woche. (sda/afp/dpa)

Private Seenotretter im Mittelmeer

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 13.12.2016 23:27
    Highlight Und statt der Schlepper wurden nun die Kapitäne verurteilt, die von den Schleppern angeheuert und bezahlt wurden.

    Das überrascht aber nicht. Es gibt Leute, die sind daran interessiert, dass die Schlepper in Ruhe gelassen werden.
    2 0 Melden
  • baBIELon 13.12.2016 15:37
    Highlight Bei solchen Storys verliert man den glauben ans gute im Menschen...
    9 6 Melden
  • Gelöschter Benutzer 13.12.2016 15:21
    Highlight schlichtweg ein hohn, diese straffen.
    eine schande für die hinterbliebenen.
    11 4 Melden
    • Silent_Revolution 13.12.2016 16:01
      Highlight Ein Hohn ist, dass die wahren Schuldigen der Fluchtursachen weiterhin in hohen politischen oder ökonomischen Positionen der westlichen Welt fungieren, ohne sich überhaupt rechtfertigen zu müssen. Geschweige denn angeklagt oder verurteilt werden.

      Die beiden Kapitäne sind wie üblich Bauernopfer!
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    • atomschlaf 13.12.2016 17:06
      Highlight Warum nur der "westlichen" Welt?
      Korruption und Misswirtschaft in den Herkunftsländern sind auch wesentliche Migrationsursachen. (Von "Flucht" kann man da ja nicht wirklich sprechen.)
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    • Silent_Revolution 13.12.2016 19:25
      Highlight Ja da hast du Recht. Allerdings kann man gerade dann von Flucht reden, wenn Korruption und Misswirtschaft herrscht. Flucht muss ja nicht mit Krieg assoziert werden. In Eritrea sind viele vor der Dienstpflicht geflohen. Ob der Fluchtgrund als Aufnahmekriterium angesehen werden soll ist wieder ein anderes Thema.
      3 1 Melden

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