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Migranten im Hafen von Salerno. 
Bild: EPA/ANSA

Flüchtlingsrouten verlagern sich: «Die Mittelmeerroute ist so stark frequentiert wie noch nie»

28.06.16, 05:11 28.06.16, 06:14


Der Direktor der EU-Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, hat vor einer Belastung Italiens durch die Verlagerung der Flüchtlingsrouten im Mittelmeer gewarnt: «Die zentrale Mittelmeerroute ist so stark frequentiert wie noch nie.»

Aus Libyen kämen «13 bis 14 Mal mehr Flüchtlinge nach Italien als Migranten aus der Türkei nach Griechenland», sagte Leggeri den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Dienstag. Die Zahl der illegalen Grenzübertritte zwischen Libyen und Italien übersteige in diesem Jahr die Zahl aller anderen illegalen Grenzübertritte in die EU, sagte der Frontex-Chef weiter.

Die Route werde vor allem von Flüchtlingen aus Westafrika und vom Horn von Afrika genutzt. «In Eritrea gibt es Verfolgung und eine brutale Diktatur, diese Menschen sind schutzbedürftig», sagte Leggeri. «Aus Senegal, Gambia, Elfenbeinküste und Niger fliehen viele aus wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit.»

«Wenn die Migrationsströme aus Westafrika in Richtung Libyen anhalten, dann müssen wir mit etwa 300'000 Menschen rechnen, die in diesem Jahr aus Westafrika in die nördlichen Maghreb-Staaten fliehen, um dann weiter nach Europa zu reisen», warnte Leggeri. Unklar sei, wieviele von ihnen dieses Jahr noch die Überfahrt per Boot wagen.

Besorgt zeigte sich Leggeri darüber, dass in letzter Zeit immer mehr Flüchtlinge von Ägypten aus die gefährliche Fahrt über das Mittelmeer nach Europa wagten. Ägypten entwickle sich zu einem «neuen Hotspot», sagte er. «Die Route wächst», fügte er hinzu. «Die Überfahrt ist hochgefährlich, die Fahrt dauert oft länger als zehn Tage.»

«Humanitäre Sonderflüge»

Im vergangenen Jahr hatten viele Flüchtlinge noch versucht, über die Türkei nach Griechenland und von dort aus weiter nach Mitteleuropa zu gelangen. Durch die Abriegelung der so genannten Balkanroute und das Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei sind die Flüchtlingszahlen dort in letzter Zeit drastisch gesunken.

Leggeri lobte das Ansinnen der EU-Kommission, Flüchtlingen aus Krisenregionen mehr Möglichkeiten zur legalen Einreise in die EU zu geben. Diese Forderung sei richtig, «nicht nur zum Schutz der Migranten, sondern auch, um die Einreise von Terroristen und Kriminellen» zu verhindern. Denkbar seien etwa «humanitäre Sonderflüge aus den Flüchtlingscamps im Libanon, Türkei oder Jordanien» in Richtung EU. (cma/sda/afp/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pun 28.06.2016 08:09
    Highlight Ach... Grenzen schliessen und Deals mit Möchtegerndiktatoren führen also gar nicht dazu, dass weniger Flüchtlinge kommen?
    Ja dann könnte man es doch noch einmal ohne versuchen.
    4 14 Melden
    • john waynee 28.06.2016 09:09
      Highlight Grenzen schliessen? Welche Grenze ist denn kommend aus dem tiefsten Afrika bis nach Chiasso geschlossen?
      9 2 Melden
    • pun 28.06.2016 10:31
      Highlight Das ganze Mittelmeer ist ein Massengrab, weil Asylsuchende kein Flugzeug besteigen dürfen ohne Visa o.ä.. Reicht dir das nicht?
      2 12 Melden
    • atomschlaf 28.06.2016 16:53
      Highlight @pun: Nein, das Mittelmeer ist ein Massengrab, weil Frontex und die ganzen Kriegsschiffe, die im Mittelmeer eigentlich für den Grenzschutz zuständig sind, die illegalen Migranten nicht an den Ausgangspunkt zurück, sondern gratis und franko in die EU spedieren, wo der grösste Teil der Illegalen dann mangels Papieren, Kooperation, etc. auch bleiben kann.
      5 2 Melden
    • Fabio74 28.06.2016 20:16
      Highlight @Alternative atomschlaf?
      2 2 Melden
  • gas_wookie 28.06.2016 07:39
    Highlight In Migrationsfragen verhält sich die Führung Europas wie Automobilisten die gegen eine Wand fahren, schreien, das Unglück kommen sehen aber weder die Bremse treten noch das Steuer rumreisen. Sehend Auges in die Wand brettern.
    18 5 Melden

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