International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05091801 A member of a German-Tunesian association hands out flowers to pedestrians outside the main station in Cologne, Germany, 07 January 2016.  According to police, a considerable number of women were sexually assaulted and mugged in the area surrounding Cologne's central railway station on New Year's Eve.  EPA/MAJA HITIJ

Eine deutsch-tunesische Organisation verteilt weisse Rosen an Frauen.
Bild: EPA/DPA

Übergriffe in Köln: Auch Flüchtlinge unter den Verdächtigen 

Wer sind die Männer, die in der Silvesternacht Dutzende Frauen in Köln belästigten? Zu den Verdächtigen gehören nach Angaben der Bundespolizeigewerkschaft auch Flüchtlinge. Ob sie allerdings zu den Tätern gehören, müssten Ermittlungen erst zeigen.

08.01.16, 03:52 08.01.16, 09:53


Ein Artikel von

An den sexuellen Übergriffen an Silvester in Köln haben sich nach Angaben der Deutschen Polizeigewerkschaft womöglich auch Flüchtlinge beteiligt. Der Vorsitzende der DPolG-Bundespolizeigewerkschaft Ernst G. Walter sagte am Donnerstag der ARD-Sendung «Brennpunkt», es seien überwiegend junge Männer aus dem arabischen und nordafrikanischen Raum gewesen. «Wir haben auch Erkenntnisse darüber, dass sich darunter auch Flüchtlinge befunden haben.»

Ob die Flüchtlinge nun «unbedingt zu dem heftigen Täterkreis» gehörten, müssten nun die Ermittlungen zeigen, sagte Walter. Einige Verdächtige wohnten in Flüchtlingsheimen im Bereich Duisburg. Die Asylbewerber seien mit entsprechenden Papieren des Bundesamts für Migration ausgestattet gewesen.

Women shout slogans and hold up a placard that reads

Demonstration gegen die Übergriffe in Köln
Bild: WOLFGANG RATTAY/REUTERS

Auch in einem internen Bericht der Bundespolizei zu dem Einsatz in Köln heisst es, Menschen hätten vor den Augen der Polizisten Aufenthaltstitel zerrissen. Dazu fiel der Satz: «Ihr könnt mir nix, hole mir morgen einen neuen.» Ob es sich um echte Dokumente handelte und um welche Art von Papieren, geht aus dem Bericht nicht hervor. Ein Polizist zitiert in dem Bericht einen der mutmasslichen Täter mit den Worten: «Ich bin Syrer, ihr müsst mich freundlich behandeln! Frau Merkel hat mich eingeladen.»

In dem Bericht wird auch deutlich, wie überfordert die Beamten in der Silvesternacht waren. «Die Einsatzkräfte konnten nicht allen Ereignissen, Übergriffen, Straftaten usw. Herr werden, dafür waren es einfach zu viele zur gleichen Zeit.»

epa05089573 A photo made available on 06 January 2016 of a man (C) being led away by police officers at the main train station in Cologne, Germany, early 01 January 2016. A wave of sexual assaults in the city centre on New Year's Eve has left German authorities and the public reeling. Female victims had reported to police that men had been operating in small groups of around five, singling out the women and forming a circle around them in order to sexually assault them and steal their belongings. The victims had said the perpetrators were among a group of about 1,000 men who looked as if they were of 'Arab or North African descent,' police said. The German government on 05 January condemned the series of sexual assaults on New Year's Eve in Cologne, but warned against scapegoating refugees. (ATTENTION Editors: Faces blurred by source)  EPA/MARKUS BOEHM

Polizisten während der Silvesternacht in Köln – die Einsatzkräfte stehen in der Kritik. 
Bild: EPA/DPA

Der DPolG-Vorsitzende verteidigte den Einsatz nun im «Brennpunkt»: Es seien «wesentlich mehr» Beamte eingesetzt worden als in den vergangenen Jahren. Für eine normale Nacht hätte das Personal ausgereicht, eine solche Eskalation wie vor dem Kölner Hauptbahnhof sei nicht vorhersehbar gewesen, sagte Walter. «Polizisten sind keine Hellseher.»

Normalerweise hätte man von der Bundespolizei Reservekräfte zur Verfügung gestellt bekommen, sagte er in dem TV-Interview. Dies sei an Silvester jedoch nicht geschehen, weil die Bundespolizei im Kampf gegen die Flüchtlingskrise mehr als 2000 Beamte an der Südgrenze einsetze.

Bei der Polizei in Köln sind inzwischen mehr als 100 Anzeigen eingegangen, 16 Tatverdächtige wurden ermittelt. In einer ersten Mitteilung am Neujahrsmorgen hatte die Pressestelle die Einsatzlage noch als «entspannt» beschrieben. Kölns Polizeipräsident Wolfgang Albers räumte später ein: «Diese erste Auskunft war falsch.»

Auch in anderen deutschen Städten war es in der Silvesternacht zu Übergriffen gekommen, darunter in Hamburg und Stuttgart. Auch in Österreich erstatteten mehrere Frauen Anzeige wegen sexueller Belästigung in der Neujahrsnacht.

Die Ermittlungen zu den Taten in Köln gestalten sich schwierig. Obwohl es noch keine gesicherten Erkenntnisse zu den Tätern gibt, diskutiert die Politik bereits über die Abschiebung straffällig gewordener Flüchtlinge. Kanzlerin Angela Merkel sagte, es sei unter anderem über möglichen Handlungsbedarf bei der Ausweisung straffälliger Ausländer zu reden. Der CDU-Vorstand fordert Gesetzesverschärfungen, darunter Schleierfahndung und schnellere Aberkennung des Asylstatus. (aar/AFP/dpa)

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Wie AfD-Weidel mit falschen Schweizer Asylzahlen Hetze gegen Ausländer macht

Alice Weidel schiesst aus allen möglichen Rohren gegen Kanzlerin Angela Merkel. Die Schweiz führt sie dabei als Vorbild ins Feld – und nimmt es mit den Fakten nicht so genau. 

Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel mag die Schweiz. Sie wohnt mit ihrer Familie nicht nur zeitweise in Biel, sondern macht mit dem Schweizer Kreuz Wahlkampf für die Landtagswahlen in Bayern vom 14. Oktober. Seit Jahren schon schiesst die 39-Jährige wenn immer möglich gegen die Asyl- und Integrationspolitik der Regierung von Kanzlerin Angela Merkel. Und führt dabei die Schweiz als Vorbild ins Feld. 

Am Dienstag setzte das AfD-Aushängeschild folgenden Tweet ab: «60 Prozent …

Artikel lesen