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Schiff rechtsextremer Flüchtlingsgegner vor Tunesien blockiert



epa06116017 People take part in the event 'City Flotilla, at Sea Against Racism' in Catania, Sicily Island, Italy, 29 July 2017. Canoes, pedal boats and boats of all kinds are mobilized to block the eventual entry into the port of Catania of the C-Star ship from Generation Identity, which aims to disrupt migrant rescues in the Mediterranean Sea.  EPA/Orietta Scardino

Für die C-Star ist in Tunesien Endstation. Bild: EPA/ANSA

In Tunesien hat sich die mächtige Gewerkschaftszentrale UGTT an der Blockade eines Schiffs rechtsextremer Flüchtlingsgegner aus Deutschland, Frankreich und Italien beteiligt. Der mit dem Friedensnobelpreis 2015 ausgezeichnete Gewerkschaftsdachverband UGTT rief am Montag dazu auf, die Landung der von sogenannten Identitären gecharterten «C-Star» abzuwehren.

Zuvor hatten bereits tunesische Fischer in zwei Häfen verhindert, dass das Schiff dort anlegen konnte.

epa06112799 The far-right group Defend Europe 'C-Star' ship is seen in the port of Famagusta, Northern Cyprus, 27 July 2017. The C-Star is a ship hired by a European far-right movement aiming to disrupt migrant rescues in the Mediterranean. According to reports, the crew of the ship has been evacuated and its Captain and Deputy Captain were arrested in Cyprus for allegedly forging false documents and human trafficking.  EPA/STRINGER

Bild: EPA/EPA

In dem Gewerkschaftsaufruf hiess es: «Lasst nicht das Rassismus-Schiff die tunesischen Häfen besudeln! Vertreibt sie, wie es eure Brüder in Zarzis und Sfax getan haben!» Die «C-Star» befand sich unterdessen nach Angaben von Tracking-Portalen zur Auswertung maritimer Daten südöstlich des Hafens Sfax am Rand der tunesischen Hoheitsgewässer und bewegte sich nicht.

Seenotretter verfolgt

Die rechtsextreme Identitäre Bewegung will Flüchtlinge und Migranten mit dem Schiff «C-Star» abfangen und in ihre Heimatländer zurückbringen. Am Wochenende verfolgten die Identitären vor der libyschen Küste das zur Seenotrettung eingesetzte Schiff «Aquarius» der beiden Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen.

Über Funk forderten die rechtsextremen Aktivisten die Besatzungen der Aquarius und der Golfo Azzuro der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms auf, das Gebiet im Mittelmeer zu verlassen. Dort ertranken seit 2014 Tausende Menschen, viele gelten als vermisst.

Die Identitären behaupten, dass die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Schleppern zuarbeiten. Diese würden an den Migranten «Millionen» verdienen. In einem Funkspruch hiess es: «Wir werden euch überwachen. Die Zeiten, als niemand sah, was ihr macht, sind vorbei».

An den Flanken der «C-Star» haben die Identitären zwei grosse Banner befestigt, auf denen es in englischer Sprache heisst: «Schluss mit dem Menschenhandel!» und «Ihr werdet Europa nicht zu eurer Heimat machen».

Das Schiff war vergangene Woche im zyprischen Hafen Famagusta festgesetzt worden. Später nahm es Kurs auf Nordafrika.

Internationale Mitglieder

Hinter der Aktion «Defend Europe» stehen deutsche, französische, italienische und schweizerische Mitglieder der Identitären Bewegung. In Deutschland werden die Identitären wegen ihrer völkischen Ideologie vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Rechtsextremisten hatten ihre Kampagne Mitte Mai im Internet gestartet. (sda/afp)

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sapere Aude 08.08.2017 00:11
    Highlight Highlight Defend Europe bringt sich mit seiner Propagandaaktion gerade selbst arg in juristische Schwierigkeiten. Sie Funken bewusst über den Kanal 16, welcher eigentlich für Notfälle reserviert ist und verstösst damit gegen das Völkerrecht.
  • Hochen 07.08.2017 23:53
    Highlight Highlight Woher kommen die ganzen Blitze der bei kritischen Kommentaren zu den Idendtioden? Ich meine erklärt euch? d"Die fahren da nachweislich mit Geld das die Pnos und der KKK gesammelt hat!
  • dmark 07.08.2017 23:05
    Highlight Highlight "Zuvor hatten bereits tunesische Fischer in zwei Häfen verhindert, dass das Schiff dort anlegen konnte."

    Könnten die nicht auch dafür sorgen, dass von dort aus auch kein Boot voll beladen ablegt?
  • Thomas Rohrer 07.08.2017 22:08
    Highlight Highlight zu weit rechts gefahren?
  • BoomBap 07.08.2017 19:32
    Highlight Highlight Das arme Schiff war einst ein Star auf hoher See. Heute ist es nur noch "es Schluchboot" mit all den Faschos an Board.
  • Mia_san_mia 07.08.2017 19:22
    Highlight Highlight Geht nicht so richtig Vorwärts 😄
  • Yolo 07.08.2017 18:56
    Highlight Highlight Mal abgesehen das die IBster 5 tamilischen Migranten gegen Bezahlung die illegale Einreise ermöglichten, brachten sie mal abgesehen von ein paar Fotos und Selfies nichts zustande.
    • Roterriese 07.08.2017 19:55
      Highlight Highlight Doch, sie wollen soviel Aufmerksamkeit erregen wie nur möglich. Das hier ist etwa der 7 Artikel darüber, also haben sie ihr Ziel erreicht.
    • Yolo 08.08.2017 20:21
      Highlight Highlight Wer so viel Aufmerksamkeit erhält, steht um so mehr unter Druck erfolgreich zu sein...
  • Roterriese 07.08.2017 18:28
    Highlight Highlight "Die Identitären behaupten, dass die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Schleppern zuarbeiten." Das behaupten nicht nur die Identiären, Italien hat bereits Ermittlungen aufgenommen. Ihr habt das ja selber geschrieben https://www.watson.ch/International/Gesellschaft%20&%20Politik/770129978-Italien-ermittelt-wegen-Fl%C3%BCchtlingen-auch-gegen-%C3%84rzte-ohne-Grenzen
    • Sapere Aude 08.08.2017 17:44
      Highlight Highlight Die Ermittlungen haben bis jetzt nichts handfestes ergeben ausser einige Bilder aus äusserst dubiöser Quelle.
    • Fabio74 08.08.2017 20:13
      Highlight Highlight Bis heute sind es Vermutungen. Und solange kein Verfahren läuft und ein Gericht das Gegenteil feststellt, bleiben es Unterstellungen
  • Angelo C. 07.08.2017 18:09
    Highlight Highlight Logisch, dass Maghreb-Staaten keinen Bock darauf haben, ihre eigenen Migranten zurückzuhalten und sich querlegen 😉!

    Das ist aber insofern bedeutungslos, als das die Besatzung der C-Star ihre Hauptaufhabe darin sieht, fragwürdige NGOs durch Dokumentation ihrer Machenschaften nahe der libyschen Hoheitgewässer zu überführen. Was sie ja auch schon getan hat, man erinnere sich an die beklagten 300m Abstand zu einem observierten Schiff (WATSON-Artikel).

    Entscheidend aber ist das grosse int. Aufsehen, dass die Aktionen der C-Star bewirkt haben und dafür sorgt, dass nun genau hingeschaut wird 👍🏼!
  • walsi 07.08.2017 18:04
    Highlight Highlight Inzwischen hat der Italienische Staat ja das Schiff der NGO Jugend Rettet beschlagnahmt wegen des Verdachts, dass sie Schleppern geholfen haben. Es scheint also, dass der Vorwurf, dass NGOs mit Schleppern zusammenarbeiten nicht ganz aus der Luft gegriffen ist. https://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2017/08/mittelmeer-fluechtlinge-rettungsschiff-juventa-ngo-jugend-rettet.html
    • Enzasa 07.08.2017 20:07
      Highlight Highlight Man spricht solange Verdächtigungen aus bis man es für die Wahrheit hält.
      Schlepper kennen keine Achtung vor dem Leben. Sie verdienen am Leid, ob die Flüchtlinge ersaufen oder nicht ist egal, denn sie haben vorher abkassiert. Aber die denen die vielen Toten im Mittelmeer egal sind, sind genauso erbarmungslos
    • You will not be able to use your remote control. 07.08.2017 20:22
      Highlight Highlight 'Hintergrund für die plötzliche Beschlagnahmung könnte sein, dass "Jugend rettet" erst Anfang der Woche - zusammen mit anderen Organisationen - die Unterschrift unter einen neuen Verhaltenskodex verweigert hat.' steht im verlinkten Artikel, das ist ein Erpressungsversuch und hat nichts mit diesem Vorwurf zu tun.
    • walsi 07.08.2017 23:10
      Highlight Highlight @You will....: Es gibt auch Berichte, dass ein Polizist undercover auf dem Schiff war und solche illegale Aktionen fotografiert und dokumentiert hat.
  • Echo der Zeit 07.08.2017 17:53
    Highlight Highlight Wenn sich da unten rum Spricht, dass die Leute auf dem Schiff Rechtsextreme sind die sich als Europäische Herrenmenschen aufspielen und auf Cool Hipster Fascho machen - könnte das noch übel ins Auge gehen.

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