International

Dänische Polizei lässt Flüchtlinge weiterreisen – viele Autofahrer nehmen sie mit Richtung Norden

10.09.15, 10:36 10.09.15, 11:53

Die dänische Polizei hat in der Nacht zum Donnerstag rund 240 Flüchtlinge aus der Stadt Rødby auf der Insel Lolland weiterreisen lassen. In Rødby waren am Mittwoch Hunderte Menschen auf Fähren von der deutschen Ostseeinsel Fehmarn angekommen.

Die Autobahn, die Dänemark mit Deutschland verbindet, ist mittlerweile wieder offen. Fernsehberichten zufolge nahmen in Rødby viele Autofahrer Flüchtlinge mit Richtung Norden.

Viele der Flüchtlinge hatten sich geweigert, die Züge zu verlassen, um nicht in Dänemark als Asylbewerber registriert zu werden. Die meisten wollen weiter nach Schweden reisen, weil sie dort auf bessere Bedingungen für Flüchtlinge hoffen.

Rund 300 Menschen befänden sich noch in einer Unterkunft in Rødby, sagte ein dänischer Polizeisprecher am Donnerstagmorgen. «Manche werden von hier aus im Laufe des Vormittags aufbrechen.»

Zwischen Lolland und Fehmarn werden die Züge auf Fähren transportiert. Wann die Fähren über den Fehmarnbelt wieder Züge transportieren würden, konnte er nicht sagen.

Die dänische Bahn hatte am Mittwochnachmittag aufgrund der Flüchtlingssituation den gesamten Zugverkehr zwischen Deutschland und Dänemark gestoppt. 

Ungarn nimmt 3321 Flüchtlinge fest

Der Flüchtlingsbewegung aus Südosteuropa setzte sich derweil fort. Nach Polizeiangaben haben am Donnerstag seit Mitternacht 3700 Flüchtlinge in Nickelsdorf die österreichisch-ungarische Grenze überquert. Sie sollen im Lauf des Tages weiter Richtung Westen fahren, sagt ein Sprecher der Polizei Burgenland.

Die ungarische Polizei teilt mit, sie habe am Mittwoch 3321 Flüchtlinge zeitweise in Gewahrsam genommen. Das sei in diesem Jahr die bislang höchste Zahl an einem Tag. (whr/sda/dpa/reu)

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Grenzkontrollen einführen? – Ständerat debattiert in Sondersitzung über SVP-Vorstoss

Der Ständerat befasst sich heute Abend mit der Flüchtlingskrise. Die Sonderdebatte hatte die SVP-Fraktion verlangt. Sie fordert, dass die Grenzen systematisch kontrolliert werden.

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