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Flüchtlings-Andrang: Slowenien schickt die Armee an die Grenze



Das slowenische Parlament hat grünes Licht gegeben für den Einsatz der Armee an der Grenze, um den grossen Andrang von Flüchtlingen aus Kroatien zu bewältigen. Die Soldaten sollen die Polizei an der Grenze unterstützen.

Im Parlament in Ljubljana stimmten am frühen Mittwochmorgen bei fünf Gegenstimmen 66 Abgeordnete für eine Notverordnung zum Einsatz der Armee. Zu den neuen Kompetenzen zählen unter anderem Patrouillen an der Grenze. Ausserdem sollen die Soldaten die Flüchtlinge im Grenzbereich steuern und festhalten können. Bisher durften die Streitkräfte nur logistische Hilfe leisten.

Kritik an Kroatien

Der slowenische Ministerpräsident Miro Cerar warf Kroatien fehlende Kooperationsbereitschaft in der Flüchtlingskrise vor. «Leider reagieren die kroatischen Behörden nicht auf unsere Anfragen, in denen wir um Informationen und Zusammenarbeit bei der Bewältigung des Flüchtlingsstroms bitten», sagte Cerar der Zeitung «Die Welt».

Kroatien halte sich auch nicht an Vereinbarungen, was die Grenzübergänge und die Zahl der nach Slowenien kommenden Flüchtlinge angehe.

Allein in den vergangenen zwei Tagen waren mehr als 13'000 Flüchtlinge über die kroatische Grenze nach Slowenien eingereist, nachdem Kroatien damit begonnen hatte, die aus Serbien kommenden Menschen mit Zügen und Bussen zur slowenischen Grenze zu transportieren.

epa04985672 Train with refugees arrive at the Croatian-Serbian border town of Sredisce ob Dravi, Slovenia, 20 October 2015. More and more migrants arrive in Slovenia on alternative routes to enter the European Union. Slovenia became a new major link on the Balkan migration route - used by people from the Middle East, Asia and Africa trying to reach Europe - after Hungary sealed its border with Croatia on 17 October. Hundreds of thousands of people, mostly Middle Eastern refugees, passed along the Balkan route this year, starting in Turkey, then across the Aegean to Greece, and then Macedonia and Serbia. Initially, most people took the final westward leg of their trip through Hungary, but have had to seek different routes as that country has grown increasingly hostile to migrants, first blocking its border with Serbia in mid-September, then with Croatia.  EPA/IGOR KUPLJENIK

In Slowenien kommen derzeit täglich tausende Flüchtlinge an. Jetzt soll die Armee die Polizei unterstützen. 
Bild: IGOR KUPLJENIK/EPA/KEYSTONE

Slowenien überfordert

Cerar sagte, sein Land könne einen solchen Flüchtlingsansturm allein nicht bewältigen und fühle sich überfordert. Er verlangte deshalb mehr Solidarität von Europa. «Ich rufe alle EU-Mitgliedstaaten und Institutionen dazu auf, sich an einer gerechteren Verteilung der Lasten zu beteiligen», sagte er im Zeitungsinterview.

Derzeit trage Slowenien «einen unverhältnismässig grossen Teil der Bürde». Niemand könne von einem Zwei-Millionen-Land erwarten, woran bereits die grossen EU-Staaten gescheitert seien. «Hier steht die europäische Solidarität auf dem Spiel», sagte der Regierungschef. (trs/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • ferox77 21.10.2015 07:42
    Highlight Highlight Die Armut mag nach Europa kommen, aber das ist egal. Aber das was nicht egal ist, ist das, was die meisten Flüchtlinge noch im Gepäck dabei haben und alsbald auspacken werden, so wie in Malmö, Stockholm, Madrid, London, Paris, Toulouse, Marseille, Kopenhagen etc. Davor haben die Menschen Angst.
    • Xi Jinping 21.10.2015 10:54
      Highlight Highlight und was ist das, was sie im Gepäck haben?

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