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«Dies macht einen krank» – Regierung verurteilt Flüchtling wegen Suizid-Versuch 

16.04.16, 12:11


Im Pazifik-Inselstaat Nauru ist ein Flüchtling wegen versuchten Suizids verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte bis zu zwei Monaten Haft für den Flüchtling gefordert, doch verhängte ein Gericht eine Geldstrafe von 200 australischen Dollar (knapp 150 Franken).

Die Regierung hatte argumentiert, eine harte Reaktion sei nötig, um Flüchtlinge daran zu hindern, sich selbst zu verletzen, «um zu bekommen, was sie wollen».

«Dies macht einen krank. Naurus Regierung hat einen Flüchtling des 'versuchten Suizids' angeklagt, nachdem er versucht hat, sich das Leben zu nehmen», schrieb die australische Grünen-Senatorin Sarah Hanson-Young am Freitagabend auf Twitter.

Barri Phatarfod von der Hilfsorganisation Doctors for Refugees sagte dem Fernsehsender ABC, es sei «völlig unangebracht, einen versuchten Suizid zur Straftat zu machen».

Laut dem Sender ABC war der iranische Flüchtling Sam Nemati mit seiner heute achtjährigen Tochter Aysa zwei Jahre lang in einem von Australien finanzierten Flüchtlingszentrum festgehalten worden, bevor er in einer Gemeinde angesiedelt wurde.

Ohne Erlaubnis die Wohnung gewechselt 

Weil er nach eigenen Angaben ohne Erlaubnis die Wohnung gewechselt hatte, damit seine Tochter bei anderen Kindern sein könne, wollte ihn die Polizei Ende Januar fortbringen. Gemäss ABC war Nemati in dieser Situation so verzweifelt, dass er versuchte, sich das Leben zu nehmen. Er wurde im Spital behandelt, bevor er angeklagt wurde.

Laut der harten australischen Einwanderungspolitik werden Bootsflüchtlinge in Lager auf Nauru oder Papua-Neuguinea gebracht. Selbst wenn ihr Asylantrag angenommen wird, können sie nicht nach Australien kommen, sondern müssen in den Ländern bleiben. (sda/afp)

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Retarded Wizard 16.04.2016 17:18
    Highlight Nicht zu vergessen, ist auch bei uns ein gescheiterter Suizidversuch beispielsweise indirekt strafbar.

    Die Betroffenen werden in die geschlossene Klapse gesteckt, bevormundet und unter Zwangsmedikation gesetzt.

    Wenn diese verweigert wird, kommt ein Trupp aus Sicherheitskräften, Polizei oder Feuerwehr, stürmt dessen Zelle und spritzt dem ansonsten schon psychisch angeschlagenen Benzodiazepine in die Vene.

    Freie, fortschrittliche Schweiz...
    12 5 Melden
  • Karl Müller 16.04.2016 15:26
    Highlight Ja, ein Suizidversuch ist in vielen Ländern eine strafbare Handlung. Ja, das ist total bescheuert. Aber warum gibt es plötzlich einen Aufschrei und eine internationale Schlagzeile, wenn es mal einen Asylsuchenden trifft? Zahlreiche genau so verzweifelte Menschen werden zuvor schon weltweit deswegen verurteilt worden sein.
    9 2 Melden
  • NWO Schwanzus Longus 16.04.2016 12:28
    Highlight Krank finde ich es wenn Leute meinen das Flüchtlinge bei Gesetztesverletzung nicht zu bestrafen seien. Das ist wirklich "sick". Jeder muss sich an die Gesetze halten.
    38 62 Melden
    • TanookiStormtrooper 16.04.2016 12:36
      Highlight Ja, am besten bekommt man für dieses schlimme Vergehen gleicht die Todesstrafe!
      *Ironie off*
      28 12 Melden
    • Datsyuk * 16.04.2016 12:36
      Highlight Ach..
      10 2 Melden
    • Friends w/o pants 16.04.2016 12:40
      Highlight Was hat das jetzt mit dem Artikel zu tun?
      9 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

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