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Die Roaming-Gebühren werden später als erwartet abgeschafft.  bild: shutterstock

EU schafft Roaming-Gebühren ab – aber erst 2017

Die EU-Staaten und das Europaparlament haben sich auf die Abschaffung der Roaming-Gebühren verständigt. Doch das Aus für die Aufschläge kommt deutlich später als von den Verbrauchern erhofft.

30.06.15, 05:45

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Reisende können künftig deutlich günstiger im EU-Ausland telefonieren, im Internet surfen und SMS-Schreiben. Denn die sogenannten Roaming-Gebühren sollen am 15. Juni 2017 in der EU auslaufen. Darauf haben sich Vertreter der EU-Staaten und des Europaparlaments nach einer zwölfstündigen Sitzung in Brüssel geeinigt. Das teilte die lettische Ratspräsidentschaft mit.

Damit fallen die Roaming-Gebühren deutlich später als bislang in Aussicht gestellt wurde. Das EU-Parlament hatte vor gut einem Jahr ein Aus für Roaming-Gebühren zum Jahresende 2015 verlangt. Die EU-Kommission hatte zuvor den Sommer 2016 für die Abschaffung anvisiert. Nun kommt das Aus nochmal ein ganzes Jahr später.

In einem Zwischenschritt sollen die Roaming-Aufschläge am 30. April 2016 noch einmal deutlich sinken. Doch auch ab 2017 dürfen Anbieter Einschränkungen machen, wenn Nutzer häufiger im EU-Ausland mobil telefonieren, surfen oder SMS schicken und nicht nur bei gelegentlichen Reisen. Zudem sollen die Unternehmen entstandene höhere Kosten abrechnen können.

Bild: Photopress

Kompromiss bei der Netzneutralität

Eine Einigung gab es auch in der umstrittenen Frage der Netzneutralität. Dahinter steckt die Idee, dass Internet-Provider und Telekommunikationsunternehmen die Datenpakete der Nutzer gleichberechtigt durch ihre Leitungen schicken – unabhängig davon, woher sie stammen oder welchen Inhalt sie haben. Heftig diskutiert wurde bei den Verhandlungen, ob und welche Daten unter bestimmten Bedingungen doch Vorrang haben sollten.

Internet-Anbieter müssten verschiedene Arten von Verkehr gleichmässig behandeln, hiess es in der lettischen Mitteilung. Drosseln oder Blockieren von Inhalten soll nur im Ausnahmefall erlaubt sein, etwa bei Cyber-Angriffen. Trotz der Grundsatzeinigung müssen einige Details noch ausgehandelt werden. Wenn dies geschehen ist, müssen die EU-Staaten und das Parlament den informellen Kompromiss offiziell bestätigen.

Das EU-Parlament in Strassburg. Bild: APA

(syd/dpa)

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