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Wollte bei Trumps Amtsantritt singen, krebst nun aber zurück: Jennifer Holliday.   Bild: Richard Drew/AP/KEYSTONE

Nach massiven Protesten – Jennifer Holliday sagt Trump-Konzert wieder ab

Die negativen Schlagzeilen um Trumps Amtseinführung reissen nicht ab. Derweil leistet sich der zukünftige US-Präsident ein Wortgefecht mit einem respektierten Bürgerrechtler. 

15.01.17, 02:03 15.01.17, 08:23


Nach heftigen Protesten ihrer Fans hat die afroamerikanische Broadway-Sängerin Jennifer Holliday ihre Teilnahme an einem Konzert zum Amtsantritt des designierten US-Präsidenten Donald Trump abgesagt.

In einem auf der Website TheWrap am Samstag veröffentlichten Brief erklärte Holliday, sie habe in einem Artikel gelesen, dass der geplante Auftritt ihren homosexuellen Anhängern das Herz breche. Das wolle sie auf keinen Fall.

Das Organisationskomitee für die Feierlichkeiten zur Amtseinführung hatte zuvor verkündet, dass die 56-jährige Sängerin als eine der wenigen schwarzen Künstler bei einem für Donnerstag geplanten Konzert am Washingtoner Lincoln Memorial auftreten werde.

Holliday, die schon für Ronald Reagan, Bill Clinton sowie für George Bush und George W. Bush gesungen hatte, hatte zunächst erklärt, sie setze mit dem neuerlichen Auftritt nur ihre «Tradition als Singvogel aller Parteien» fort.

«Falsche Einschätzung»

In den sozialen Netzwerken sorgte ihre Entscheidung jedoch für heftige Reaktionen – insbesondere die homosexuelle Gemeinschaft, in der die Sängerin viele Fans hat, zeigte sich entsetzt. Nun entschuldigte sich Holliday für ihre uninformierte und «falsche Einschätzung». Sie betonte, sie sei insbesondere mit ihren homosexuellen Fans eng verbunden, denen sie in ihrer Karriere viel verdanke.

Das Trump-Team hat Probleme, namhafte Stars für die Amtseinführung des Rechtspopulisten zu finden. Für das Konzert am Donnerstag sagten demnach noch die Country-Stars Toby Keith und Lee Greenwood zu.

Deren Kollege Willie Nelson kündigte derweil für das Frühjahr ein neues Album mit einem Trump-kritischen Song an. Das Lied «Delete and Fast-Forward» spiegle seine Auffassung wider, wie man mit Trump und seiner neuen Regierung umgehen sollte, verriet Nelson dem «Rolling Stone»-Magazin: «Lösche und spule vor, mein Freund/Die Wahlen sind vorbei und niemand gewinnt». (sda/afp)

Streit mit John Lewis

Derweil hat Donald Trump mit einem Tweet erneut für Aufsehen gesorgt. Der zukünftige US-Präsident hat einen Streit mit dem demokratischen Abgeordneten John Lewis vom Zaun gebrochen, der als Beispiel für den Umgang des künftigen Präsidenten mit unliebsamer Kritik politischer Gegner gewertet wird.

Eine wichtige Figur in der Bürgerrechtsbewegung: John Lewis.  Bild: Matt Slocum/AP/KEYSTONE

Wenige Tage vor der Amtseinführung war die Diskussion über Trumps Reaktion in den USA eines der beherrschenden Themen am Wochenende. Der 76-jährige Lewis ist eine Ikone der Bürgerrechtsbewegung, eine wichtige Figur im Kongress und auch bei den Republikanern sehr anerkannt. Er hatte Trump als illegitimen Präsidenten bezeichnet und das mit einem etwaigen Einfluss Russlands auf die Wahl begründet. Er werde auch nicht zur Inauguration kommen.

Trump antwortete auf Twitter, Lewis solle sich lieber um seinen Bezirk kümmern, in dem alles den Bach runtergehe – ausserdem stehe Lewis für «reden, reden, reden und nur nichts tun».

Auch Republikaner bezeichneten das als ungeschickt. Lewis verbrachte im Kampf für die Gleichheit der Schwarzen viele Tage im Gefängnis und wurde verletzt. Auch ist es sachlich falsch, dass Lewis Wahlbezirk im US-Bundesstaat Georgia, in dem viele Schwarze leben, in schlechtem Zustand wäre. Trumps Reaktion wurde als weiterer Beleg dafür kritisiert, dass er an einem Überwinden gesellschaftlicher Gräben kein Interesse habe.

Der Republikaner Ben Sasse schrieb: «An John Lewis, einen meiner Helden – bitte kommen Sie zur Inauguration. Es geht nicht um einen Mann. Es ist ein Fest der friedlichen Übergabe der Macht.» (cma/sda/dpa)

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Froggr 15.01.2017 09:40
    Highlight Alles wird benutzt, um ihn ein bischen schlechter dastehen zu lassen. :'D
    Aber wisst Ihr was. Die die ihn gewählt haben und die, die ihn sonst gut finden, interessiert das doch nicht. Das einzige was Ihr bewirkt ist, dass Ihr euch mehr und mehr in das Bashing hineinsteigert. Sonst absolut gar nichts. Aber amüsant ist es auf alle Fälle.
    19 43 Melden
    • Alex23 15.01.2017 14:18
      Highlight Da muss nichts "benutzt" werden, Froggr, das macht der Mann schon ganz gut ohne Hilfe: Er alleine lässt sich selbst schlecht dastehen.
      Und ansonsten ist es richtig, nicht einen Tag vergehen zu lassen, an dem man nicht daran erinnert, was da gerade Groteskes abgeht! Ob du das Bashing nennst oder sonstwie, spielt keine Rolle.
      Amüsier dich ruhig weiter. Manche haben eben ihren eigenen Humor.
      20 6 Melden
  • Aged 15.01.2017 09:32
    Highlight Trump is not my president!
    Köppel is not my journi!
    29 15 Melden
  • Bruno S. 88 15.01.2017 09:26
    Highlight Bin alles andere als ein Trump fan. Aber mir geht die momentane Situation auf den Kecks. Genau das gleiche wie bei Obama, aber das andere Extrem.
    Er hat ja auch im vorhinein einen Friedensnobelpreis erhalten für sein Wahlkampfgefasel, bevor er irgend eine relevante Politische Entscheidung getroffen hat. Achtet auf die Taten, nicht auf die Worte.

    Ich muss den Elefanten im Raum ansprechen.
    Politik ist heutzutage eine Show geworden, wo nach Beliebtheit entschieden wird. Obama und Trump, beides Populisten!!
    Echte Politiker, wie z.b. Bernie, haben heutzutage keine Chance mehr auf solch ein Amt!
    25 14 Melden
  • Anded 15.01.2017 09:20
    Highlight Chindergarte...
    19 4 Melden
  • Meitlibei 15.01.2017 04:24
    Highlight Wird der Präsident nun daran gemessen wer bei der Verteidigung spielt? Ich glaube es beschäftigen Ihn momentan andere Dinge. Hab aber gehört die "Golden shower Boys" wären Verfügbar 😂
    61 38 Melden
  • länzu 15.01.2017 02:23
    Highlight Dieser Lee Greenwood ist alles andere als ein Star. Höchstens ein Ex-Star, an den sich kaum jemand mehr erinnert. Würde so in der Kategorie D-Promis rangieren. Trump wird also auf diesem Feld nicht punkten. Wenn man sieht, wer alles für Obama aufgereten ist, ist das Aufgebot von $trump einfach nur kläglich und lächerlich. Da würde er wohl besser nur Musik ab Band laufen lassen.
    94 34 Melden
    • Bruno S. 88 15.01.2017 09:29
      Highlight Bessere Musiker = Besserer Politiker?!
      Unnötiger Scheanzvergleich. Trumps Niveau wurde erreicht. Was sich viele nicht bewusst sind, Obama hatte die besserr Verpackung, vollbrachte aber den gleichen scheiss wie Bush! Aber hey, solange die Fassade stimmt, passt das schon. Der Gestank ist ja weit weg von uns, also stört es UNS, den Westen, ja nicht besonders gross!
      16 17 Melden
    • thierry_haas 15.01.2017 10:27
      Highlight ... oder gleich selbst singen: er macht/weiss/kennt doch sowieso alles viel besser als der Rest der Welt...
      19 6 Melden
    • rodolofo 15.01.2017 13:09
      Highlight Ich empfehle Euch, den Artikel im neuesten Tages Anzeiger Magazin zu lesen:
      "Ein grosser Präsident"
      Eine persönliche Würdigung von Peter Hafner, ehemaliger USA-Korrespondent des "Magazins", und von Peter Souza, dem offiziellen Fotographen des Weissen Hauses, der Barak Obama acht Jahre lang begleitete.
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