International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Präsidentschaftswahl in Ägypten wird zur reinen Formsache

29.01.18, 14:42


epa04238504 Presidential candidate Abdel Fattah al-Sisi gives a statement in Cairo, Egypt, 03 June 2014, following the election results. Abdel Fattah al-Sisi was elected Egypt's president with almost 97 per cent of the vote.  EPA/SISI CAMPAIGN HANDOUT   EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Abdel Fattah al-Sisi Bild: EPA/SISI CAMPAIGN

Bei der Präsidentschaftswahl in Ägypten geht Amtsinhaber Abdel Fattah al-Sisi als einziger ernstzunehmender Kandidat ins Rennen.

Zwar reichte kurz vor Ablauf der Anmeldefrist am Montag noch Mussa Mostafa Mussa, Vorsitzender der liberalen Al-Ghad-Partei, seine Unterlagen für eine Kandidatur ein. An einer Wiederwahl al-Sisis zweifelt aber trotzdem niemand im bevölkerungsreichsten arabischen Land. Mussa gilt als Unterstützer al-Sisis. Seine Kandidatur dürfte damit allein dem Zweck dienen, den Präsidenten nicht als alleinigen Kandidaten antreten zu lassen.

In den vergangenen Wochen hatten nach und nach alle anderen Anwärter ihre Kandidatur zurückgezogen. Zuletzt hatten am Samstag der Präsident des Fussballvereins Samalek, Mortada Mansur, und der Chef der liberalen Al-Wafd-Partei, Sajed al-Badawi, ihren Verzicht auf eine Kandidatur erklärt. Andere potenzielle Mitbewerber landeten im Gefängnis. Die Wahl ist für den 26. März angesetzt.

Der ehemalige Armeechef al-Sisi hatte den Putsch gegen den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi angeführt und 2014 das Präsidentenamt übernommen. Damals bekam er 96.9 Prozent der Stimmen.

Promis rufen zum Boykott auf

Führende ägyptische Persönlichkeiten hatten am Sonntag zum Boykott der Präsidentschaftswahl aufgerufen. Sie beklagten ein Klima der Einschüchterung sowie Massnahmen der Behörden und Sicherheitskräfte, die einen «fairen Wettbewerb» unmöglich machten.

Zu den Unterzeichnern des Boykottaufrufs zählen die früheren Präsidentschaftskandidaten Mohamed Anwar Sadat sowie Abdel Moneim Abol Fotuh, der Nasa-Weltraumforscher Essam Heggi, der den früheren Interimspräsidenten Adli Mansur beraten hatte, sowie der Politikwissenschaftler Hasem Hosni und der frühere oberste Anti-Korruptionskämpfer Hischam Geneina, zwei Berater des inhaftierten Kandidaten Ex-Generalstabschef Sami Anan.

Nach Angaben seines Anwalts Ali Taha wurde Geneina am Samstag von drei Männern in der Nähe seiner Kairoer Wohnung überfallen und so schwer misshandelt, dass er mit Stichwunden im Gesicht und gebrochenem Bein ins Spital musste. Al-Sisi hatte den Richter 2016 als Chef der Verwaltungskontrollbehörde gefeuert, unter dem Vorwurf, er habe die Kosten der Korruption übertrieben hoch dargestellt. (sda/afp)

Die Gewinner und Verlierer der Wahlen in 2017

Video: srf/SDA SRF

Das könnte dich auch interessieren:

«Die Avocado ist keineswegs böse» – Experte räumt mit Mythen um die Teufelsfrucht auf

Simuliertes Wohnen – die Influencer-Welt ist um eine bizarre Geschäftsidee reicher

Schweizer Gerichte, die die Welt nicht versteht

So verteidigt der Vater der Selbstbestimmungs-Initiative sein «Kind»

Der Küsche, der in den Tee pisste – und andere Militärerlebnisse der watson-User

Das musst du über die von Russland finanzierten Propaganda-Kanäle Redfish und Co. wissen

Mit dem Laser gegen Jugendsünden: Tattoo-Entfernung boomt – es gibt nur ein Problem

Willkommen im Dschungel der Weltpolitik

Mann beleidigt schwarze Frau im Ryanair-Flieger rassistisch – Airline sinkt in PR-Krise

Diese Frauen haben etwas zu sagen – und der SVP wird dies nicht gefallen

Wieso, verdammt, find ich mich ein Leben lang hässlich?

«Dünne Menschen sind Arschlöcher»

Norilsk no fun? «Im Gegenteil», sagt Fotografin Elena Chernyshova

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

«Wir haben eine Mission: Die Verbreitung der Wahrheit» 

Wie ist es, als Journalistin in einem arabischen Land zu arbeiten? Die jordanische Reporterin Rana Sabbagh über den Zustand der Medienfreiheit, Trumps Journalisten-Bashing und den Fall Jamal Khashoggi.

Rana Sabbagh ist eine der bekanntesten Journalistinnen im arabischen Raum. Die 56-Jährige war die erste weibliche Chefredaktorin einer jordanischen Zeitung, arbeitete mehr als 10 Jahre für die Nachrichtenagentur Reuters und gründete 2005 Arab Reporters for Investigative Journalism (ARIJ) – eine unabhängige Plattform zur Ausbildung von Investigativjournalisten.

Vor zwei Wochen wurde sie an der Buchmesse Frankfurt mit dem Raif Badawi Award geehrt. Im Gespräch mit watson wechselt sie irgendwann …

Artikel lesen