International

Während sechs Wochen wurden Stellungen der Rebellen bombardiert. Bild: Hani Mohammed/AP/KEYSTONE

Saudi-Arabien kündigt Waffenruhe im Jemen ab Dienstag an

08.05.15, 21:38

Nach sechswöchigen Bombardierungen im Jemen hat die von Saudi-Arabien angeführte arabische Militärallianz eine Waffenruhe zur Versorgung der notleidenden Bevölkerung ab Dienstag angekündigt.

Die Feuerpause im Kampf gegen die Huthi-Rebellen solle am späten Dienstagabend beginnen und zunächst fünf Tage dauern, sagte der saudiarabische Aussenminister Adel al-Dschubeir am Freitag in Paris. Zuvor hatte die Allianz ihre Angriffe fortgesetzt.

Al-Dschubeir und andere Vertreter der Golfmonarchien berieten in der französischen Hauptstadt am Freitag mit US-Aussenminister John Kerry. Zu der angekündigten Waffenruhe sagte al-Dschubeir, diese könne verlängert werden, sollte sie auch von den Rebellen eingehalten werden. Kerry sagte, es gebe Hinweise darauf, dass die Huthi-Miliz in die Feuerpause einwilligen werde.

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition fliegt seit sechs Wochen Luftangriffe auf die Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Militäreinheiten des früheren jemenitischen Präsidenten Ali Abdallah Saleh. Die Intervention soll den weiteren Vormarsch der Huthis stoppen und dem nach Saudi-Arabien geflohenen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi ermöglichen, an die Macht zurückzukehren.

Die Angriffe richteten grosse Zerstörungen an und führten zu einer humanitären Krise. Die Huthi-Miliz und ihre Verbündeten konnten bislang aber kaum zurückgedrängt werden. (gag/sda/afp)

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Spielball der Mächte: Weshalb der Syrien-Konflikt in erster Linie ein Stellvertreterkrieg ist

Die westliche Berichterstattung über den Syrien-Konflikt sei einseitig, unreflektiert und spiegle die Interessen der Industriemächte, schreibt der langjährige SRF-Korrespondent Helmut Scheben. Dabei gehe oft vergessen, dass am Anfang des syrischen «Bürgerkriegs» ein Kampf um die Vormacht im globalen Energiemarkt stand.

Die Hauptakteure der ausländischen Parteien, die in Syrien Krieg führen, sind Gas-Exporteure mit Interessen in einem von zwei umkämpften Pipeline-Projekten. Dabei geht es um die Ausbeute der weltgrössten Erdgasreserven, nämlich des Gasfeldes South Pars/North Dome, welches auf dem Grund des Persischen Golfs liegt und zum Teil dem Iran, zum Teil Katar gehört. Beide Länder begannen 1989 mit der Förderung.

2009 schlug Katar vor, eine Pipeline zu bauen, die Erdgas durch Saudiarabien, Jordanien und …

Artikel lesen