International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.


Aktivist aus den Emiraten erhält «Nobelpreis für Menschenrechte»

07.10.15, 07:23 07.10.15, 09:28

Ein in seinem Heimatland festgehaltener Menschenrechtsaktivist aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hat den Martin-Ennals-Preis 2015 erhalten. Ahmed Mansur werde für seinen jahrelangen Kampf für Meinungsfreiheit und mehr politische und zivile Bürgerrechte geehrt.

Aktivist Mansur.
bild: sda

Er sei «eine der wenigen Stimmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, die eine glaubwürdige und unabhängige Einschätzung der Menschenrechtsentwicklung im Land geben», teilte die Martin-Ennals-Stiftung am Dienstagabend in Genf mit. Die Auszeichnung gilt als eine Art «Nobelpreis für Menschenrechte».Mansur war 2011 in einem von Menschenrechtsorganisationen als «unfair» kritisierten Prozess zu drei Jahren Haft verurteilt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihm und vier weiteren Angeklagten unter anderem vorgeworfen, die Bevölkerung gegen die Regierung aufgewiegelt und die Sicherheit des Staates gefährdet zu haben. Mansur wurde später begnadigt, allerdings wurde sein Pass eingezogen, er darf die Emirate nicht verlassen. In den VAE unterliegen politische Aktivitäten starken Einschränkungen. Es gibt keine offiziellen Oppositionsgruppen, politische Parteien sind verboten.

Calmy-Rey: «Reisesperre aufheben»

«Ahmed Mansur bezahlt noch immer den Preis dafür, dass er sich in seinem Land öffentlich zu Menschenrechtsbelangen geäussert hat. Wir fordern die Regierung auf, seine Reisesperre aufzuheben», sagte die Präsidentin der Martin-Ennals-Stiftung, Micheline Calmy-Rey, laut einer Mitteilung. Der Martin-Ennals-Preis, der nach einem früheren Generalsekretär von Amnesty International benannt ist, wird seit 1993 vergeben. Er ist mit 20'000 Franken dotiert.

Die Preisträger werden von einer zehnköpfigen Jury ausgewählt, deren Mitglieder von führenden Menschenrechtsorganisationen der Welt ernannt werden. Neben Mansur waren Menschenrechtsanwalt Robert Sann Aung aus Myanmar und die Menschenrechtlerin Asmaou Diallo aus Guinea nominiert. Im vergangenen Jahr war die mexikanische Menschenrechtsanwältin Alejandra Ancheita mit dem «Nobelpreis für Menschenrechte» ausgezeichnet worden.

(sda/afp)

Dir gefällt diese Story? Dann teile sie bitte auf Facebook. Dankeschön!👍💕🐥

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Vergesst Russland und USA: In Syrien droht ein Krieg zwischen Iran und Israel

Die Kontroverse um den mutmasslichen Giftgasangriff in der Stadt Duma lenkt ab vom wirklichen Gefahrenherd in Syrien: Die Erzfeinde Iran und Israel befinden sich auf Kollisionskurs. Eine bewaffnete Konfrontation scheint unausweichlich.

Im syrischen Pulverfass genügt ein Funke für eine Explosion. Und manchmal noch weniger. In der Nacht auf Dienstag kam es zu einem Einsatz der syrischen Flugabwehr. Staatliche Medien berichteten über einen Angriff israelischer Kampfjets auf verschiedene Ziele. In Russland und Israel wurde die Meldung ebenfalls verbreitet. Später stellte sich heraus: Es war falscher Alarm.

Mehr als sieben Jahre dauert der Bürgerkrieg in Syrien, doch nie war die Nervosität so gross wie heute. Dazu trägt der …

Artikel lesen