International

Bild: DARRIN ZAMMIT LUPI/REUTERS

«Der Status quo ist unhaltbar»: UNO-Chef Ban kritisiert israelische Siedlungspolitik vehement

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hat seine Kritik an der israelischen Siedlungspolitik nach einer scharfen Reaktion aus Jerusalem verteidigt. Er äusserte sich in einem Beitrag für die «New York Times».

02.02.16, 02:52 02.02.16, 06:39

Ban, der von einem «Brutkasten für Hass und Extremismus» gesprochen hatte und dafür herbe Kritik von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu geerntet hatte, schrieb: «Die Geschichte zeigt, dass die Menschen sich Besatzung immer widersetzen werden.» Das sei eine «einfache Wahrheit».

Siedlungsbau im Westjerusalemer Viertel Beitar Illit.
Bild: AMIR COHEN/REUTERS

Netanjahu, der dem UNO-Chef vorgeworfen hatte, «dem Terrorismus Rückenwind» zu geben, verstärke durch seine Reaktion nur den ohnehin polarisierten Konflikt. «Einige strebten danach, den Boten zu erschiessen — indem sie meine Worte in eine irregeführte Rechtfertigung für Gewalt verdrehten», schrieb Ban. «Nichts entschuldigt Terrorismus. Ich verurteile ihn kategorisch.»

«Der Status quo ist unhaltbar.»

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon

Seine Bemerkung in der monatlichen Nahost-Debatte im Sicherheitsrat sei eine Warnung über die nach fast einem halben Jahrhundert Besatzung zunehmend frustrierten Palästinenser gewesen, schrieb Ban.

Beide Seiten sowie die internationale Gemeinschaft müssten die Zeichen der Zeit lesen: «Der Status quo ist unhaltbar.» Unbefristete Besatzung untergrabe die Sicherheit und Zukunft beider Völker.

Der Siedlungsausbau in den besetzten Palästinensergebieten gilt als eines der grössten Hindernisse auf dem Weg zu einer Friedensregelung in der Region. Ban hat bereits mehrfach an Israel appelliert, alle Siedlungsaktivitäten einzufrieren. (wst/sda/dpa)

Der Nahostkonflikt

Messerattacken in Israel: Überwachungskamera filmt Angriff

Obama und Netanjahu bekräftigen trotz «starken Differenzen» Bündnis zwischen ihren Ländern

Gewaltwelle in Israel: Terror der neuen Generation

Israel: Zwei Palästinenser nach Messerattacke erschossen

Die Gewalt zwischen Palästinensern eskaliert von Neuem: 6 neue Attacken am Wochenende

Neue Krawalle: Mindestens 90 Palästinenser bei Strassenschlachten mit Israels Sicherheitskräften verletzt

Schon wieder Messerattacken in Jerusalem – zwei Angreifer erschossen

Streit um Videoüberwachung auf dem Tempelberg: Polizei stoppt Installation von Kameras

Israel nimmt führenden Hamas-Vertreter gefangen

UNO warnt: Gaza könnte 2020 unbewohnbar sein

Zehntausende Israelis gedenken Izchak Rabin – Clinton hält flammende Rede für den Frieden

Netanjahus Medienberater: John Kerry hat «die mentale Reife eines Zwölfjährigen»

Kein Ende der Gewalt in Israel: Drei Palästinenser nach Messerattacken erschossen

Reaktion auf tödliche Attacken: Tausende Israelis beantragen Waffenscheine

Attentate in Israel: Ernte des Hasses

«Kampf gegen Terrorismus»: Israels Polizei darf jetzt arabische Viertel in Jerusalem abriegeln

Delfin 007: Hamas will israelischen Spionage-Delfin gefangen haben

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Peace.Nik 02.02.2016 07:48
    Highlight Nun hat wohl der hinterste und letzte bemerkt, was für ein Heuchler der Herr Netanjahu ist. Dass man dem UNO-Generalsekretär Terrorismusunterstützung vorwirft, ist ja der Gipfel! Hallo, geht's noch?
    12 4 Melden
  • dracului 02.02.2016 07:46
    Highlight Der Status Quo ist haltbar! - seit über einem halben Jahrhundert. Terrorismus ist die fehlende Akzeptanz vom Status Quo, den man mit mehr Status Quo irgendwann ganz besiegen wird!
    4 7 Melden
  • Gelöschter Benutzer 02.02.2016 07:33
    Highlight Freiwillig wird sich Israel kein bisschen bewegen. Boykott und Sanktionen wären die einzige Lösung. Letztendlich liegt es an den Amis diese Apartheit zu beenden. Ergo - ist es Hoffnungslos!
    8 4 Melden

Spielball der Mächte: Weshalb der Syrien-Konflikt in erster Linie ein Stellvertreterkrieg ist

Die westliche Berichterstattung über den Syrien-Konflikt sei einseitig, unreflektiert und spiegle die Interessen der Industriemächte, schreibt der langjährige SRF-Korrespondent Helmut Scheben. Dabei gehe oft vergessen, dass am Anfang des syrischen «Bürgerkriegs» ein Kampf um die Vormacht im globalen Energiemarkt stand.

Die Hauptakteure der ausländischen Parteien, die in Syrien Krieg führen, sind Gas-Exporteure mit Interessen in einem von zwei umkämpften Pipeline-Projekten. Dabei geht es um die Ausbeute der weltgrössten Erdgasreserven, nämlich des Gasfeldes South Pars/North Dome, welches auf dem Grund des Persischen Golfs liegt und zum Teil dem Iran, zum Teil Katar gehört. Beide Länder begannen 1989 mit der Förderung.

2009 schlug Katar vor, eine Pipeline zu bauen, die Erdgas durch Saudiarabien, Jordanien und …

Artikel lesen