International

Geheimdienst warnt vor destabilisierender Rolle Saudi-Arabiens

02.12.15, 06:57 07.01.16, 16:32

Der deutsche Geheimdienst (BND) warnt vor einer destabilisierenden Rolle Saudi-Arabiens in der arabischen Welt. Die «bisherige vorsichtige diplomatische Haltung» älterer Führungsmitglieder der Königsfamilie werde durch eine «impulsive Interventionspolitik» ersetzt.

Die Rolle des neuen saudischen Verteidigungsministers  Mohammed bin Salman sorgt beim BND für Stirnrunzeln.
Bild: CHARLES PLATIAU/REUTERS

Dies heisst es in einer Analyse des deutschen Auslandsnachrichtendienstes. Vor allem die Rolle des neuen Verteidigungsministers und Sohns von König Salman, Mohammed bin Salman, wird vom deutschen Auslandsgeheimdienst kritisch gesehen.

Die wirtschaftliche und aussenpolitische Machtkonzentration auf den saudischen Vize-Kronprinzen berge «latent die Gefahr, dass er bei dem Versuch, sich zu Lebzeiten seines Vaters in der Thronfolge zu etablieren, überreizt» heisst es weiterhin.

Mit seinem Militäreinsatz im Jemen wolle Saudi-Arabien beweisen, dass es bereit sei, beispiellose «militärische, finanzielle und politische Risiken einzugehen, um regionalpolitisch nicht ins Hintertreffen zu geraten», schreibt der BND.

Das Land beteiligt sich seit Ende März an einer internationalen Koalition zur Unterstützung der jemenitischen Regierung gegen Rebellen. In diesem Rahmen fliegt Saudi-Arabien auch Luftangriffe im Jemen. (sda/dpa)

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 02.12.2015 14:33
    Highlight Wow! Das sind ja echte News, die dieser Nachrichtendienst da verbreitet. Wenn das also Geheimdienstprofis sind, dann kann man sich nur noch wundern. Etliche Blogs und Organisationen erzählen schon seit Jahren, dass KSA eine der führenden Kräfte hinter Terroristen und der Destabilisierung der Region ist, aber gut hat's der BND jetzt auch noch gemerkt.
    2 0 Melden
  • silverback 02.12.2015 10:00
    Highlight Das klingt ja geradezu verharmlosend. Wer mehr wissen will, dem empfehle ich diesen Blog. Liebe Watsonredaktion, schaut euch doch auch mal bisschen um dort. Die Wortwahl ist anfangs zum Teil gewöhnungsbedürftig, das legt sich aber schnell.

    https://propagandaschau.wordpress.com/2015/10/08/propagandaanstalten-ard-und-zdf-verschweigen-amnesty-bericht-ueber-kriegsverbrechen-im-jemen/
    7 3 Melden
  • ferox77 02.12.2015 09:12
    Highlight Der Westen müsste viel mehr und viel lauter Kritik üben an KSA, das gegen mutmassliche Verbrecher und auch völlig Unschuldige drakonische Strafen verhängt. So sind 2015 bis Juni diesen Jahres bereits 2.200 Menschen hingerichtet worden, darunter viele Ausländer.
    Demnächst steht die Hinrichtung und anschliessende Kreuzigung von drei jungen Männern an, die zur "Tatzeit" ihres Verbrechens, der Teilnahme an einer friedlichen Demonstration, unter 18 Jahren alt waren.
    Insgesamt ist die Menschenrechtslage in KSA sehr bescheiden.
    19 0 Melden
    • ferox77 02.12.2015 10:19
      Highlight 2)
      Friedliche Regimekritiker wie R. Badawi und Menschenrechtsaktivisten wie Waleed Abu al-Khair befinden sich ebenso in Haft wie Hunderte, wenn nicht Tausende andere.
      Das alles hat "den Westen" allerdings nicht davon abgehalten, ausgerechnet KSA einen Sitz im Menschenrechtskommittee der UN zu verschaffen.
      14 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 02.12.2015 13:09
      Highlight ein sünder in mekka..
      1 0 Melden
  • Schwanzus Longus 02.12.2015 08:41
    Highlight Schön das es auch DE kapiert hat, aber warum verkauft DE denen Waffen (Leopard Panzer)? Aber man sieht im Jemen das die Saudis selbst mit Deutschen Waffen hohe Verluste erzielen ubd sie sogar Saudische grenzstädte an die Houthis verlieren. Allgemein ist der Jemen Krieg ein desaster für die Saudis. Das könnte das Grab für die werden.
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  • Monti_Gh 02.12.2015 08:34
    Highlight beteiligt??
    Saudi-Arabien führt diesen Feldzug gegen den Yemen!
    15 0 Melden

«Neuer Hitler im Nahen Osten»: Saudischer Kronprinz bin Salman schlägt harsche Töne an

Mohammed bin Salman verschärft massiv seine Rhetorik gegen die iranische Führung. In der «New York Times» warnt der saudische Kronprinz vor einer «Appeasement-Politik» - und nennt Europa als mahnendes Beispiel.

Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Iran spitzt sich zu. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman bezeichnete den iranischen Revolutionsführer Ajatollah Ali Khamenei als «neuen Hitler des Nahen Ostens».

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