International

Soldaten bewachen ein von Gangs kontrolliertes Quartier in Ilopango, El Salvador. Bild: Salvador Melendez/AP/KEYSTONE

Warum Zentralamerika in der Gewaltspirale gefangen ist

Präsentiert von

In El Salvador, Guatemala und Honduras sind Mord und Totschlag an der Tagesordnung. Wer kann, versucht vor dem Blutvergiessen zu fliehen. Einfache Lösungen für das Gewaltproblem gibt es nicht.

22.08.17, 12:19 23.08.17, 16:23

Wo lebt es sich am gefährlichsten? In Syrien? Im Kongo? Es ist eine Region, die selten in den Medien erscheint. El Salvador, Guatemala und Honduras seien «praktisch Kriegsgebiete geworden, wo Leben entbehrlich zu sein scheint», sagte Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International, im letzten Oktober in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa.

In den drei erwähnten Ländern lebten Millionen «in ständigem Schrecken», was Bandenmitglieder oder staatliche Sicherheitskräfte ihnen oder ihren Liebsten antun könnten. Diese Millionen sind Protagonisten in einer der am wenigsten sichtbaren Flüchtlingskrisen. Laut dem UNHCR haben 2015 rund 48'000 Menschen aus den drei Staaten Asyl in anderen Ländern beantragt. Zahlreiche weitere sind illegal eingereist, vor allem in die USA.

Eine Gruppe von Migranten aus El Salvador und Honduras wurde beim Versuch erwischt, illegal in die USA einzureisen. Bild: AP/AP

Der amerikanische Kontinent weist laut dem Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) die weltweit höchste Mordrate auf, mit 16,3 Toten auf 100'000 Einwohnern. Das ist fast das Dreifache des globalen Durchschnittswerts von 6,2 Mordopfern. Die meiste Gewalt gibt es in Lateinamerika und in der Karibik. Und nirgends ist sie so schlimm wie im «nördlichen Dreieck», zu dem El Salvador, Guatemala und Honduras gehören.

Mehr als 150-mal so viele Morde wie in der Schweiz

In El Salvador lag die Mordrate 2015 gemäss UNO-Statistik bei 109 Opfern pro 100'000 Personen, womit das kleine, aber dicht besiedelte Land mit weitem Abstand an der Spitze lag. Der nach dem «Heiland» benannte Staat hat fast so viele Einwohner wie die Schweiz, ist aber nur halb so gross. In Honduras (64) und Guatemala (31) war die Mordrate tiefer, aber immer noch weit über dem Durchschnitt. Zum Vergleich: In der Schweiz betrug sie 0,69 Todesopfer auf 100'000 Leute.

Gleich geht's weiter mit der Analyse, vorher ein kurzer Hinweis:

Wer ist für all diese Morde verantwortlich?

El Salvador ist geprägt von kriminellen Jugendbanden. Auf ihr Konto gehen die meisten Morde. Wie sie die Bevölkerung terrorisieren und was das für Kinder in El Salvador bedeutet, erfährst du hier: pablos-zukunft.ch

Und nun zurück zum Text ...

Ausserhalb von Kriegsgebieten kommen nirgendwo so viele Menschen gewaltsam ums Leben wie in den drei Ländern Zentralamerikas. Bereits in den benachbarten Staaten Nicaragua und Costa Rica, das seine Armee 1948 abgeschafft hat, ist die Mordrate wesentlich tiefer. In Mexiko, wo die brutalen Drogenkartelle immer wieder für Schlagzeilen sorgen, lag sie 2015 bei 16,3 Opfern.

Die brutale Gewalt wirkt sich auf die Bevölkerung aus. Wer kann, versucht zu fliehen. Fast zehn Prozent der rund 30 Millionen Einwohner des «nördlichen Dreiecks» haben laut dem Council on Foreign Relations ihre Heimat verlassen. Die USA sind das bevorzugte Ziel. Längst haben die Salvadorianer, Guatemalteken und Honduraner die von Präsident Donald Trump ins Visier genommenen Mexikaner als grösste Einwanderergruppe aus dem Süden abgelöst.

Fotos aus Zentralamerika: Der Tod auf der Strasse

Für die Morde sind in erster Linie die berüchtigten Mara-Gangs verantwortlich. Die tätowierten Männer wurden zu Symbolfiguren der Gewalt in Zentralamerika. Die hohe Mordrate ist aber nur ein Teil des Problems. Nicht weniger schlimm sind die Schutzgelderpressungen. Sie können jeden treffen und betragen laut lokalen Medien mehrere Dutzend bis Hundert Millionen Dollar pro Jahr.

95 Prozent werden nie aufgeklärt

Wen wundert es da, dass die Menschen in diesen Ländern in ständigem Schrecken leben. Wie konnte es so weit kommen? Die Gewalt unterscheidet sich von Land zu Land, doch laut der Studie des Council on Foreign Relations gibt es Gemeinsamkeiten: Die Jugendgangs, den Drogenschmuggel in die USA sowie das geringe Risiko, für ein Verbrechen bestraft zu werden. Bis zu 95 Prozent der Straftaten werden nie aufgeklärt.

So geschah es auch im Fall der jungen María aus El Salvador. Zehn Jahre lang hatte sie die Häuser reicher Menschen geputzt, um gemeinsam mit ihrer Mutter die Schlepper für die gefährliche Reise Richtung USA bezahlen zu können. Als es so weit war, nahmen sie ein Taxi, um die Menschenschmuggler zu treffen – und wurden nie wieder gesehen.

Erbarmungslose Ganggewalt

Zum Verhängnis wurde ihnen wohl, dass Maria eine Beziehung hatte mit einem Mitglied der Gang Mara Salvatrucha (MS-13), erzählte ihr Cousin der Website Vice. Das Treffen aber sollte auf dem Territorium der rivalisierenden M-18 stattfinden. Die beiden Gangs, die ihre Wurzeln in Los Angeles haben (MS-13 wurde in den 1980er Jahren von Salvadorianern gegründet, die vor dem Bürgerkrieg geflohen waren), liefern sich einen erbarmungslosen Krieg ohne Rücksicht auf Verluste.

Ein Mitglied der MS-13 präsentiert im Gefängnis von Honduras seine Tätowierungen. Bild: AP

Die Regierungen im «nördlichen Dreieck» versuchten lange, das Problem mit einer Politik der «Mano dura», der harten Hand, zu «lösen». Sie bewirkte das Gegenteil und verschlimmerte alles. 2012 gelang es Mauricio Fuentes, dem ersten linken Präsidenten von El Salvador, einen Waffenstillstand zwischen den Gangs zu vereinbaren. Die Zahl der Morde ging danach deutlich zurück. Der Frieden hielt zwei Jahre, danach ging das Gemetzel wieder los.

Verschiedene Ursachen

Beobachter sind sich einig, dass die Gewalt verschiedene Ursachen hat: Eine extreme soziale Ungleichheit, fehlende Aufstiegschancen, eine miserable Steuermoral der Wohlhabenden und damit verbunden schwache Institutionen. Eine Folge davon ist eine grassierende Korruption. Häufig verdingen sich korrupte Polizisten als Söldner im Dienste der Jugendbanden.

Die Bürgerkriege in El Salvador (1980 bis 1991) und Guatemala (1960 bis 1996) trugen das ihre zu einer Verrohung der Gesellschaft bei. In Honduras kam es nie zum Bürgerkrieg, allerdings bekämpften die rechtsradikalen, von den USA unterstützen Contra-Rebellen in den 1980er Jahren von dort aus die linke Sandinisten-Regierung in Nicaragua.

Die Zivilgesellschaft erwacht: In Guatemala führten Massenproteste zum Rücktritt des korrupten Präsidenten Otto Pérez Molina. Bild: EPA/EFE

Solange die Probleme nicht an der Wurzel bekämpft werden, wird die Region nicht aus der Gewaltspirale herausfinden. Experten hoffen auf ein verstärktes Engagement der Zivilgesellschaft. In Guatemala führten Massenproteste 2015 zum Rücktritt und zur Verhaftung des korrupten Präsidenten Otto Pérez Molina.

Unbegleitete Minderjährige

Bis die Bewohner der drei Länder in Frieden leben können, wird es dauern. Weitere werden zu fliehen versuchen. In den letzten Jahren tauchten immer öfter unbegleitete Minderjährige in den USA auf. Ihre Eltern hatten sie allein auf den Weg geschickt aufgrund eines Gerüchts, wonach solche Flüchtlinge nicht zurückgeschafft würden. So gross ist die Verzweiflung im «nördlichen Dreieck».

Alternativen zur kriminellen Karriere

Erfahre hier, wie es die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi schafft, in El Salvador jährlich Tausende Jugendliche für den Weg in eine Zukunft ohne Gewalt zu motivieren. Auch du persönlich kannst etwas dazu beitragen: pablos-zukunft.ch

Donald Trumps Mauer

1m 55s

20170126 Trumps Mauer

Video: watson

Das könnte dich auch interessieren:

«Ron isst Hermines Familie» – Das passiert, wenn ein Computer Harry Potter schreibt

Mehr 2017 geht nicht: Die unfassbare Geschichte des weinenden Keatons – in 4 Schritten

Gamer, aufgepasst: Super Mario erhöht die geistige Gesundheit und beugt Demenz vor 

Ein Nigerianer stirbt nach seiner Ausschaffung – was die Schweiz damit zu tun hat

Trump beerdigt Netzneutralität – wem das nutzt und wem das schadet

Amis lynchen Hai mit Speedboot und grinsen – jetzt tobt das Netz wegen dem Video

Warum hunderte Fussball-Junioren gegen einen Millionär marschieren: Ein Herrliberger Drama

Nicht alle Männer sind sexistische Eichhörnchen!

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
36
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gabo Meme Neruda 23.08.2017 23:34
    Highlight Geht und macht euch selber ein Bild von der Lage im Land. Es sind nicht alle Regionen gleichermassen betroffen. (Verallgemeinerung) Was zur Delinquenz führt ist die hohe Arbeitslosenquote und das Abbrechen von Grundschulen, da die Eltern (meisst nur ein Elternteil) zuhause Unterstützung braucht oder die finanziellen Mitteln für ein Studium oder eine Matura fehlt.
    Anstelle lange Unterhaltungen hier in Watson zu führen, sollte man eine der vielen Organisation vorort untetstützen.


    www.consciente.ch
    12 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 22.08.2017 22:42
    Highlight Warum Zentralamerika in der Gewaltspirale gefangen ist?

    Sozialismus und ihre sozialistischen Terrorbrigaden.

    Einfach.
    12 55 Melden
    • Wehrli 23.08.2017 08:46
      Highlight Die Terrorbrigaden haben Lateinamerika von rechts und links durchzogen, deine platte Anschuldigung greift zu kurz.
      37 7 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.08.2017 08:54
      Highlight @Wehrli: Reaktionen auf die gewaltsame Ausbreitung des Sozialismus würde ich nicht in den selben Topf werfen. Actio = Reactio.
      5 20 Melden
    • Wehrli 23.08.2017 11:16
      Highlight Und vor der Actio? Das Huhn oder das Ei?

      Lateinamerika wurde von Rechts genauso herzhaft gevögelt wie von Links. Dazu der Stellvertreterplatz für die Grossen, zehn Sack Koks, Kulturimperialismus und fertig ist das Chilli con Coca.
      26 3 Melden
    • manhunt 23.08.2017 19:44
      Highlight keiner dieser drei staaten ist auch nur ansatzweise sozialistisch. und in keinem dieser drei staaten gibt es eine gewaltsame ausbreitung von sozialismus. berechtigte kritik ist immer angebracht, du verbreitest hier jedoch mutwillig unwahrheiten.
      26 1 Melden
  • Angelo C. 22.08.2017 18:56
    Highlight Ein ebenso fundierter, wie wirklich informativer Artikel 👏🏽

    Selbst wenn man politisch wie sozial weltweit einigermassen im gut Bild ist, wusste auch ich bisher nur, dass es sich um eher desolate Staaten handelt, die auch aussenpolitisch kaum in Erscheinung treten. Auch ansatzweise, dass dort hohe Kriminalität und brutale Rituale herrschen.

    Im Zusammenhang mit dem vertiefenden Artikel kann man nun aber noch klarer erkennen, dass diese Orte weder touristisch empfehlenswert, noch aufblühende Oasen in Mittelamerika sind.
    32 7 Melden
  • Dr.Bogyman 22.08.2017 15:56
    Highlight Nicht zu wundern dass dort nicht alles so läuft wie es sollte. Die Amerikaner hatten dort die Finger zu oft im Spiel. Sowas kann nicht gut kommen.
    35 42 Melden
    • Gelöschter Benutzer 22.08.2017 18:17
      Highlight Die Militärdiktaturen begannen schon in den 60er Jahren. Bei den Ursachen fehlt eindeutig die Rolle der CIA. Putsch der Regierung durch Montt, Menaldo gegen die Kommunisten. Die USA haben sich ständig wegen ihren wirtschaftlichen Interessen eingemischt und eine hochkorrupte Militärmafia begünstigt.
      17 2 Melden
    • Dr.Bogyman 23.08.2017 19:11
      Highlight Ja mag sein, ich kenn mich nicht so gut aus, aber ich weis dass die Amerikaner dort alles schlimmer gemacht haben. Aber dass die Amerikaner jetzt nicht die einzigen bösen sind ist schon klar.

      Aber danke für die Info :)
      6 0 Melden
  • patztop 22.08.2017 15:00
    Highlight Etwas, das nie erwähnt wird, wenn es um die beispiellose Brutalität bei den Verbrechen in diesen Ländern geht, sei es früher in Kolumbien, jetzt in Mexiko mit den Kartellen oder eben in den im Artikel genannten Ländern, ist die Langzeitfolgen des übermässigen Konsums vom in diesen Teilen der Erde sehr billigen und sehr reinen Kokain. Ich habe es in der CH wiederholt gesehen, wie es den Menschen die Hirnwindungen verdrehen kann, sodass sie zu allem fähig sind, was man sonst nie machen würde. Wird völlig ignoriert.
    62 10 Melden
    • Duuusel 22.08.2017 16:44
      Highlight Ja und trägt nicht sogar der Konsument hierzulande durch den Konsum auch eine Verantwortung für die Lage in den Produktionsländern?? Oder anders gesagt: wem gibst du dein Geld?
      38 5 Melden
    • Hochen 22.08.2017 18:43
      Highlight So einfach ist es nicht roscho! Ebenso ist die Drogenpolitik schuld!
      11 10 Melden
  • Moudi 22.08.2017 14:22
    Highlight Guter Artikel! Obwohl ich nicht alles bestätigen kann mit meinen eigenen Erfahrungen. War 2 Jahre am reisen in Central Amerika, Kolumbien und Venezuela
    Also in Guate City, Tegucigalpa und San Pedro Sula in der Nacht sollte man schon wissen wo man NICHT hin geht.
    Hatte aber nie welche Probleme vielleicht auch glück?
    Also fast das Gegenteil erlebt wie die meisten Westlichen Medien über diese Länder berichten.
    Kolumbien ist das Paradebeispiel..
    Ein Wort/Name stört mich am ganzen Artikel "Council on Foreign Relations".. Da gehen bei mir immer die Alarmglocken los.. weis auch nicht wieso..
    35 11 Melden
    • who cares? 22.08.2017 20:15
      Highlight Diese Dokumentation ist zwar aus Mexico (das ja gemäss Artikel noch besser dran ist, als die anderen), aber ich denke sie zeigt gut auf, was in Mittelamerika läuft. Verstörend.
      1 0 Melden
  • just sayin' 22.08.2017 13:19
    Highlight ...
    Honduras ist ein gutes beispiel, dass gewaltverbrechen und anzahl waffen keinen zusammenhang haben und dass die wirklichen auslöser solche probleme an einem anderen ort zu suchen sind.

    diese probleme sind aber für eine nation viel schwieriger zu lösen als das blosse verbieten/einziehen von waffen.
    32 31 Melden
    • meine senf 22.08.2017 14:15
      Highlight Dieses Beispiel sagt ja nur aus, dass es *nicht der einzige* Zusammenhang sein kann.

      Dass es *überhaupt keinen* Zusammenhang hat, beweist es nicht.
      36 7 Melden
    • Snowy 22.08.2017 14:34
      Highlight Falsch.
      Die Anzahl Schusswaffen und die Anzahl Morde durch Schusswaffen korrelieren in fast jedem Land eindeutig.
      Natürlich haben die genannten Länder noch andere, grössere Probleme aber die grosse Verbreitung und Verfügbarkeit von Schusswaffen trägt klar zu der hohen Mordrate bei.
      33 17 Melden
    • Snowy 22.08.2017 14:37
      Highlight HIer noch die Top 10:
      10 11 Melden
    • just sayin' 22.08.2017 16:03
      Highlight @Snowy/meine senf

      "Die Anzahl Schusswaffen und die Anzahl Morde durch Schusswaffen korrelieren in fast jedem Land eindeutig".

      und wie kommst du darauf?

      ich habe noch keine studie gefunden, welche diesen zusammenhang aufzeigen (geschweige denn beweisen) würde.
      11 11 Melden
    • just sayin' 22.08.2017 16:16
      Highlight @Snowy

      die erste grafik, welche du anführst, zeigt zum beispiel nur schusswaffentote (und das nur in "ausgewählten" ländern.

      ohne korrelation auf auf schusswaffenanzahl (oder irgendetwas).
      12 4 Melden
    • Majoras Maske 22.08.2017 21:54
      Highlight Man sieht das übrigens auch in Afrika. In Ländern, wo Schusswaffen für normale Leute erschwinglich sind, ist die Kriminalität und auch die Mordrate deutlich höher als in Ländern wo Kriminelle eher nur an Messer kommen.
      8 9 Melden
    • Paisley Parker 23.08.2017 08:47
      Highlight @Majoras Maske: Nope - es ist eben nicht die Anzahl oder Verfügbarkeit von Schusswaffen. Sonst hätte die Schweiz deutlich mehr Gewalt als Honduras.

      Es ist fehlende Bildung und Armut.

      7 3 Melden
    • Snowy 23.08.2017 10:39
      Highlight Deswegen schreibe ich ja, die Anzahl Morde korrelieren in fast jedem Land - die Schweiz ist hier eine löbliche Ausnahme.
      Wie Du richtig sagst, hat dies u.a. mit unserer hohen Bildung und Wohlstand zu tun.

      Eine hohe Mordrate hat immer diverse Ursachen: Die einfache Verfügbarkeit von Waffen ist eine davon.
      5 8 Melden
    • just sayin' 23.08.2017 12:56
      Highlight @Majoras Maske: und noch zur aussage, dass es weniger kriminalität gäbe, wenn "nur" messer zur Verfügung stehen würden.

      1996 wurden in england faustfeuerwaffen ganz verboten. ist die mordrate dadurch gesunken? nein. sie hat sich bis 2002 fast verdoppelt, um dann wieder im gleichen mass zu sinken wie vor 1996 (interessanterweise gab es nach 96 einfach mehr kriminalität mit hieb- und stichwaffen).

      "mehr waffen = mehr kriminalität" ist ein märchen, welches einfach gerne nachgeplappert wird. dass schusswaffen gefährlicher sind als messer auch.
      8 7 Melden
    • Majoras Maske 23.08.2017 14:08
      Highlight Natürlich hat auch Armut und fehlende Bildung damit zu tun. Aber wenn diese beiden Faktoren in zwei Gesellschaften gleich sind, aber in einer Schusswaffen verfügbarer sind, dann wird es dort zu mehr Gewalt und Morden kommen. Mit Schusswaffen kann man einfach besser und folgenschwerer Angriffe machen als mit Messern. In Afrika sind Länder, in welcher Schusswaffen unerschwinglich sind, deutlich friedlicher obwohl sie ärmer sind.
      Armut mag Gewalt verursachen, aber die verfügbaren Waffen definieren die Gewalt.
      5 3 Melden
    • Paisley Parker 23.08.2017 14:56
      Highlight korrelationen mit ausnahmen (und es gibt viele davon) sind keine korrelationen mehr.
      6 3 Melden
  • just sayin' 22.08.2017 13:18
    Highlight Es ist tragisch wie die zustände in solchen nationen in den populären medien untergehen (vor lauter links/rechts-bashing).
    Danke watson und peter blunschi fürs publizieren des artikels!

    Was mir persönlich aber ein wenig fehlt im artikel ist die geschätzte anzahl waffen in honduras.
    (wenn mann schon die durchschnittliche mordrate pro 100‘000 einwohner auflistet und mit der schweiz vergleicht).

    Bei quasi gleicher einwohnerzahl gibt es in der schweiz ca 7x mehr schusswaffen, aber demgegenüber 24x mal mehr mordtote in honduras.
    36 13 Melden
    • who cares? 22.08.2017 16:38
      Highlight Ich denke es geht auch um die Art der Waffen. Solche wie oben im Bild darf man in der Schweiz gar nicht erwerben und ich bin mir sicher mit denen kann man 7mal mehr Schaden anrichten, als mit Sportpistolen. Ausserdem, eine Waffe besitzen ist das eine, sie in der Öffentlichkeit herumtragen dürfen das andere. Es ist sehr schwer in der Schweiz einen Waffentragschein zu bekommen.
      Es kommt auch auf das Motiv an, wie viele Schweizer besitzen eine Waffe mit dem Hintergedanken, sie gegen einen Menschen einzusetzen?
      17 6 Melden
    • just sayin' 23.08.2017 10:50
      Highlight @who cares?
      deine aussagen sind schlichtweg falsch

      1) in der schweiz kann mann problemlos ein ar15 kaufen (halbautomatisch mit waffenerwerbschein - automatische mit sonderbewilligung).

      2) die meisten morde mit schusswaffen passiert mit pistolen/revolver

      3) ich wage zu behaupten, dass es kriminellen egal ist, ob mann zum tragen einer waffe einen tragschein bräuchte
      8 2 Melden
  • The Origin Gra 22.08.2017 12:44
    Highlight Finden diese Staaten jemals wieder aus dieser Abwärtsspirale der Gewalt hinaus?

    Bürgerkriege, Drogenkriege, Ganggewalt...
    Die Gewalt, die Korruption und die Herrschaft von Kriminellen (also die Grossen Fische) wird alles daran setzen das sie ihre Macht erhalten können.
    Nicht Korrupte Beamte und Politiker sowie engagierte Zivilisten und Journalisten werden ja in diesen Ländern regelmässig Opfer der Gewalt. Trauen sich in dem Umfeld noch genug Leute etwas zu ändern?

    Ich hoffe das sich etwas ändert, für die Menschen dort!
    40 1 Melden
  • Hierundjetzt 22.08.2017 12:33
    Highlight Tragisch ist ja insbesondere die Tatsache, dass die MS13 aus Kalifornien bzw. den USA eben gerade wegen Ihrer Gewalttaten ausgeschafft. Diese enorme Anzahl an extrem gewaltätigen Männer und Frauen traffen dann in der Heimat auf einen nicht existenten und korrupten Staat. Der Rest ist Geschichte.
    38 2 Melden
  • meine senf 22.08.2017 12:29
    Highlight "Eine extreme soziale Ungleichheit, fehlende Aufstiegschancen, eine miserable Steuermoral der Wohlhabenden und damit verbunden schwache Institutionen"

    Genau das streben auch hier manche Parteien an, wenn sie Steuersenkungen für Reiche wollen, nach oben buckeln und nach unten trump-en, Bildung zu einem kapitalistischem Luxusprivileg machen wollen und für die der Wortteil "sozial" ein Fluchwort ist.

    Von Trump natürlich schon gar nicht zu sprechen.

    Eigentlich müsste man diese als "Anti-Zivilisation-Parteien" bezeichnen.
    77 22 Melden
    • Thom Mulder 22.08.2017 13:39
      Highlight Exakt. Ironisch dass hierzulande gerade die Unterschicht gerne rechts wählt, und damit die Politiker die dann am meisten für soziale Ungerechtigkeit sorgen.

      Nicht nur in den USA wird "sozial" mit Kommunismus gleichgesetzt – man hat seit den 60ern nichts dazugelernt. Jetzt herrscht überall Extremkapitalismus, EInkommensschere wird immer grösser, ressourcen gehen zur Neige und die Umwelt steht vor dem Kollaps.
      42 14 Melden
    • Marlon Mendieta 22.08.2017 14:15
      Highlight Dein Vergleich erinnert mich an Oskar Freysinger, der behauptete, im Unterwallis seien Beaulieus am entstehen wegen den vielen muslimischen Gangs...😆😂
      13 15 Melden
    • meine senf 22.08.2017 15:16
      Highlight @Thom Mulder:
      Das Problem ist halt
      - Sozialhilfeempfänger: "Wenn man nicht diesen parasitären Obdachlosen soviel Geld gäbe, bekäme ich mehr!"
      - Working Poor: "Wenn man nicht diesen faulen Sozialhilfeempfängern soviel Geld gäbe, bekäme ich mehr!"
      - Mittelstand: "Wenn man die leistungsunwilligen Armen nicht so verwöhnen würde, hätte ich mehr!"
      - Millionär: "Wenn es keine Umverteilung und Steuerprogression gäbe, hätte ich mehr!"

      Jeder sieht sich selber gern als fleissig und als betrogen an. Man muss die Parolen nur so fassen, dass sie für jede Schicht passt.
      21 2 Melden

Israelischer Professor zum Trump-Entscheid: «Jerusalem war nie das Hindernis für Frieden»

Der US-Präsident anerkennt Jerusalem als Hauptstadt. Wie wird dieser Entscheid in Israel aufgenommen? Welche Auswirkungen hat er auf den Friedensprozess? Der Nahost-Experte Uriya Shavit von der Universität Tel Aviv gibt Antwort.

Herr Shavit, westliche Regierungschefs auf Staatsbesuch in Israel treffen ihre israelischen Gastgeber seit Jahrzehnten in Jerusalem. Die Nichtanerkennung als Hauptstadt ist letztendlich symbolisch. Weshalb jetzt die Aufregung um Trump?Uriya Shavit: Diplomatie ist vom Charakter her immer symbolisch. Die Nichtanerkennung von Jerusalem als Hauptstadt hing seit jeher mit der Frage zusammen, welche Grenzen Israels international anerkannt werden. Sind es die Grenzen gemäss dem UNO-Teilungsplan von …

Artikel lesen