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Die geretteten Geiseln. Bild: Jossy Ola/AP/KEYSTONE

«Ich wartete auf den Tod» – Fast 60 Geiseln werden aus Boko-Haram-Lagern befreit

Nigerianischen Truppen ist ein weiterer Schlag gegen Boko Haram gelungen: 29 Frauen und 25 Kinder wurden aus Lagern der Islamisten befreit. Erst kürzlich schockierte die Terrormiliz durch neue Gräueltaten.

31.07.15, 02:40


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Das nigerianische Militär hat nach eigenen Angaben 59 Menschen aus der Gewalt der Islamistengruppe Boko Haram befreit. Unter den Geretteten seien 29 Frauen und 25 Kinder sowie fünf ältere Männer, sagte Armeesprecher Tukur Gusau. Soldaten hätten am Mittwoch zwei Lager der Extremisten im Bundesstaat Borno im Nordwesten des Landes gestürmt. Dabei wurden auch mehrere Islamisten getötet.

Die Geiseln waren nach Angaben eines der Verschleppten in der vergangenen Woche von den Boko-Haram-Kämpfern entführt worden. Andere Geiseln berichteten der Nachrichtenagentur AP, dass sie sich bis zu einem Jahr in Gefangenschaft der Islamisten befanden.

«Ich wartete auf den Tod, sie drohten oft damit, uns umzubringen.»

Eine weibliche Geisel

«Ich wartete auf den Tod, sie drohten oft damit, uns umzubringen», berichtete eine weibliche Geisel. Oft litten die Gefangenen an Hunger, da die Extremisten ihnen nicht genug zu essen gaben.

Die befreiten Geiseln beim Militärstützpunkt in Maiguri, Nordnigeria. Bild: Jossy Ola/AP/KEYSTONE

Mehr als 800 Opfer seit Mai – Menschen als lebende Waffen

Boko Haram kämpft seit sechs Jahren mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Staats in Nigeria. Seit dem vergangenen Jahr hat die Gruppe ihre Anschläge auch auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad ausgeweitet. Inzwischen gehen die betroffenen Länder gemeinsam militärisch gegen die Extremistengruppe vor. Zum Kommandanten der 8700 Soldaten umfassenden Eingreiftruppe wurde der nigerianische General Iliya Abbah ernannt.

Nigerias Präsident Muhammadu Buhari hatte bei seinem Amtsantritt Ende Mai einen entschlossenen Einsatz gegen die Islamisten angekündigt. Dennoch wurden seitdem bei neuen Anschlägen und Überfällen mehr als 800 Menschen getötet. Mindestens zwei Frauen und Mädchen, die diesen Monat Selbstmordanschläge verübt hatten, sollen aus der Region stammen, aus der die 59 Geiseln befreit wurden. Es wird befürchtet, dass Boko Haram ihre Geiseln zunehmend als lebende Waffen einsetzt.

Am Donnerstag wurde eine neue Gewalttat der Islamisten bekannt. In einem Dorf am Tschad-See im Nordosten Nigerias schnitten Boko-Haram-Kämpfer am Montag nach Zeugenangaben zehn Fischern die Kehlen durch. In den vergangenen Tagen töteten die Islamisten bei Selbstmordattentaten ausserdem 47 Menschen in Nigeria und Kamerun. Von den beinahe 300 vermissten Schulmädchen die 2014 entführt wurden, werden immer noch 219 vermisst. (amt/AFP/AP)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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