International

Nordkorea zündelt wieder – eine Regionalmacht fordert die Welt heraus

Mindestens vier Raketen hat Nordkorea abgefeuert, drei davon fielen in der japanischen 200-Meilen-Zone ins Meer. Die Sorge vor weiteren Aktionen des Regimes wächst. Ist die Angst berechtigt?

07.03.17, 16:32 07.03.17, 16:49

Vanessa Steinmetz

Da fliegen sie, die nordkoreanischen Raketen. Bild: EPA/KCNA

Ein Artikel von

Das unberechenbare Vorgehen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un sorgt weltweit für Besorgnis. Am Montag feuerte das Regime – dem Raketentests unter Verwendung ballistischer Technik durch Uno-Resolutionen untersagt sind – mindestens vier Geschosse ins Japanische Meer. Drei von ihnen sollen in der japanischen 200-Meilen-Zone niedergegangen sein. Japans Regierungschef Shinzo Abe sprach von einer «neuen Stufe der Bedrohung».

Hat er recht?

Ihn freut's: Kim Jong Un. Bild: KCNA/REUTERS

Eine Überraschung dürften die nordkoreanischen Raketen zumindest nicht gewesen sein. Kurz zuvor hatte das zweimonatige Frühjahrsmanöver der amerikanischen und südkoreanischen Streitkräfte in Südkorea begonnen. Nordkorea sieht die jährlichen Übungen als Angriff und reagiert darauf immer wieder mit Gegenaktionen. Es ist auch nicht das erste Mal, dass Geschosse in der japanischen Zone niedergehen; das war im vergangenen Jahr auch schon passiert. Es gibt aber tatsächlich Faktoren, die auf eine zunehmend gefährliche Lage schliessen lassen.

Zumindest langfristig verstärken Südkorea und die USA ihre militärische Präsenz gegen Nordkorea – zum Ärger von China. Auf einem ehemaligen Golfplatz südlich von Seoul sollen in diesem Jahr Abwehrraketen des Typs THAAD stationiert werden. Dafür haben die USA gerade die ersten Bauteile geliefert. Die THAAD-Raketen könnten ballistische Raketen von kurzer und mittlerer Reichweite abfangen und zerstören. In der Erklärung betonte das US-Pazifik-Kommando, das THAAD-System diene ausschliesslich der Verteidigung gegen nordkoreanische Bedrohungen – und sei eben nicht als Signal an China zu verstehen.

Militärische Aufrüstung wird wohl wenig zu einer Entspannung der Lage beitragen, Experten gehen vom Gegenteil aus. Einem CNN-Bericht zufolge liegen den US-Geheimdiensten Hinweise darauf vor, dass Nordkorea einen erneuten Atombombentest vorbereitet. Demnach stünde eine solche Aktion kurz bevor.

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Brikne, 20.7.2017
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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • The Destiny 07.03.2017 19:05
    Highlight Von wegen die USA machen nichts bez. NK, man sieht mal wieder herrlich die Doppelmoral von den USA.
    http://wccftech.com/us-fought-secret-cyberwar-north-korea/
    source: wccftech / NYT
    2 3 Melden
  • Gelöschter Benutzer 07.03.2017 17:25
    Highlight was ich mich frage ist, wie ein verarmtes land wie nordkorea an die technologie und die dafür benötigten mittel kommt, wenn doch eigentlich keine geldmittel UND erst recht keine technologischen bauteile ins land gelangen dürfen können.

    wo ist das leck oder wird das sogar irgendwie bewusst erlaubt/durchgeführt, einerseits des geldeswill und/oder aus anderen (niedrigen) beweggründen wie das ankurbeln der militärischen industrie und des schüren von konflickten?
    12 1 Melden
    • Kstyle 07.03.2017 18:04
      Highlight Eine ziemlich naive frage. Durch den schwarzmarkt oder durch Länder die sich nicht an das embargo hielten. Gegen den Iran gab es auch ein embargo und trotzdem mangelte es dem land an nichts ausser geld
      6 1 Melden
    • Luegi 07.03.2017 18:58
      Highlight Nicht zu vergessen das die Materialien alle in NK vorhanden sind. nK ist voll von seltener erde, Silitium, Gold, Uran usw. Die Technik haben sie auch, einerseits von China, andere seits auch von Südkorea. China und Südkorea lassen viel in NK herstellen weils billiger ist. Auch hoch Technische teile! Ausserdem haben Wissenschaftler durchaus zugriff auf das Internet! Dort gibts ja viel informationen. Wie mann eine Atombombe baut zB. Die Teile dazu haben sie im eigenen Land zu genüge, da gilt es nur zu testen bis es funktioniert!
      8 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.03.2017 19:13
      Highlight wenn der bau einer atombombe wirklich so einfach sein soll(te), wie es in ihrem kommentar dargestellt wird, dann müssten eigentlich ALLE länder bereits mind. eine solche besitzen. erst recht länder, die unter keinem bann stehen wie nordkorea.
      1 4 Melden
    • Me, my shelf and I 07.03.2017 19:49
      Highlight Viele Länder wie zB. Deutschland wären theoretisch dazu imstande ein Wasserstoffbombenarsenal aufzubauen, halten dies jedoch nicht für nötig und/oder verwerflich
      1 2 Melden
    • Alnothur 07.03.2017 19:56
      Highlight So einige Länder, die das Atomwaffenabkommen ignorieren, haben ja auch die Atombombe.
      2 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.03.2017 19:58
      Highlight @luegi
      gemäss https://en.wikipedia.org/wiki/Mining_in_North_Korea und https://en.wikipedia.org/wiki/Uranium_mining_by_country gibt es in nordkorea kein uran resp. dessen grundbaustein.
      1 0 Melden
  • Olaf! 07.03.2017 16:50
    Highlight Der Kim erinnert mich an meine Kindheit. Wir haben auch die ganzen Sommerferien lang die Nachbarschaft mit diesen kleinen Raketen aus dem Volg terrorisiert. Wir sind irgendwann aus diesem Alter herausgekommen. Kim scheint da ein wenig hängenblieben zu sein. Wahrscheinlich vermisst er auch die Volg Raketen und da es in Nordkorea kein Volg gibt, musste er halt auf das grössere Modell umsteigen.
    11 12 Melden
  • Wehrli 07.03.2017 16:47
    Highlight Na ja, ist wohl Zeit für Kim Jong Un Selig.

    7 2 Melden
  • c-bra 07.03.2017 16:43
    Highlight Hey Kim, iss ein Snickers!
    14 4 Melden

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